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Wie Mikronährstoffe auf das Immunsystem wirken

14.11.200711:22 UhrGesundheit & Medizin

(openPR) Die Herbst- und Wintermonate sind für viele auch „Erkältungsmonate“. Um drohenden Infekten vorzubeugen, ist es sinnvoll, die Voraussetzungen für ein intaktes Immunsystems ein bisschen zu verstehen. Die Aufgabe des Immunsystems besteht darin, den Organismus vor schädlichen äußeren Einflüssen wie z.B. Viren, Bakterien und Pilzen zu schützen. Auch körpereigene Zellen können so geschädigt sein, dass sie vom Immunsystem erkannt und beseitigt werden müssen. Das Immunsystem sollte angemessen reagieren, d.h. eine Unterfunktion mit einer ggf. daraus resultierenden Infektanfälligkeit oder eine Überfunktion, wie sie bei Autoimmunerkrankungen oder chronischen Entzündungen vorkommen, sind nicht erwünscht.



Viele verschiedene Faktoren können zu einer Dysregulation und verminderten Funktionsfähigkeit des Immunsystems führen. Dazu zählen z.B. Ernährungsfaktoren wie Unterernährung, Überernährung und Mikronährstoffmängel durch Fehlernährung. Auch die psychische Befindlichkeit des Menschen hat einen großen Einfluss auf die Aktivität des Immunsystems. Es ist z.B. vielfach nachgewiesen, dass chronischer psychischer Stress oder auch Depressionen und Angstzustände die Freisetzung von Entzündungsmediatoren fördern und die Aktivität von Immunzellen wie Lymphozyten und Makrophagen beeinträchtigen. Mit zunehmendem Lebensalter kommt es zu einem Nachlassen der Immunfunktion, weshalb Senioren leichter Infektionskrankheiten erleiden. Das Immunsystem ist gerade in der heutigen Zeit einer Vielzahl von belastenden Faktoren ausgesetzt; zu erwähnen sind Umweltschadstoffe wie Schwermetalle, Pestizide und Holzschutzmittel, ferner Genussmittel, Lebensmittelzusatzstoffe, Medikamenteneinnahmen, z.B. Antibiotika, sowie viele andere Lebensstilfaktoren.

Zur Erfüllung seiner vielfältigen Funktionen ist das Immunsystems stets auf eine ausreichende Verfügbarkeit von Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und Aminosäuren angewiesen. Wenn nur einer der benötigten Mikronährstoffe fehlt, kann sich dies bereits in einer gestörten Immunantwort bemerkbar machen. Es ist auch bekannt, dass eine optimale Zufuhr verschiedener Mikronährstoffe einen positiven und regulierenden Effekt auf das Immunsystem hat. Eine andauernd hohe Aktivität des Immunsystems, wie sie z.B. bei chronischen Entzündungen auftritt, führt zu einer vermehrten Bildung von freien Radikalen, die wiederum einen Mehrbedarf an Antioxidantien nach sich zieht. Im Folgenden wird die Bedeutung einiger Mikronährstoffe für das Immunsystem kurz angerissen:

Vitamine:
Vitamin C ist das wichtigste wasserlösliche Antioxidans und hat vielfältige Funktionen im Immunsystem. Es stimuliert die zelluläre und humorale Immunantwort und verlängert die Funktionsdauer der Immunzellen. Vitamin C beschleunigt auch den Histaminabbau im Blut; Histamin ist ein Molekül, das wesentlich am Zustandekommen der Erkältungssymptome teilhat.
Vitamin E verbessert die Immunkompetenz bei älteren Menschen. Es vermindert die Bildung und Freisetzung entzündungsfördernder Botenstoffe des Immunsystems und schützt dessen Zellmembranen vor freien Radikalen.
Ein Vitamin-A-Mangel kann die Infektanfälligkeit der Atemwege erhöhen. Vitamin A ist wichtig für die richtige Entwicklung und für den Schutz von Haut und Schleimhäuten, die die erste Abwehrbarriere für Bakterien darstellen. Außerdem wird Vitamin A für die Aktivität verschiedener Immunzellen benötigt.
Vitamin D ist ein Immunmodulator, der vor allem ein Überreagieren des Immunsystems verhindern kann; außerdem wird Vitamin D für die richtige Entwicklung der Immunzellen benötigt. Eine unzureichende Vitamin-D-Versorgung kommt sehr häufig vor. Vitamin B6 ist für die Bildung der Antikörper und für die zelluläre Immunität erforderlich.
Auch ein Folsäuremangel kann zu einer Immunschwäche führen, z.B. aufgrund einer Reduzierung der Antikörpersynthese oder einer unzureichenden Bildung neuer Immunzellen.

Zink:
Zink ist für das Abwehrsystem von zentraler Bedeutung. Bei einem Zinkmangel kommt es zu einer deutlichen Verminderung der zellulären Immunität und der Antikörperproduktion. Auch die Fähigkeit der Fresszellen (Makrophagen) zur Aufnahme von Krankheitserregern ist erheblich beeinträchtigt. Es entsteht eine erhöhte Anfälligkeit für Virusinfekte und für allergische Erkrankungen.

Selen:
Selen ist ein Bestandteil der Glutathionperoxidase, einem wichtigen Enzym zur Bekämpfung freier Radikale. Es wird für die Antikörperproduktion benötigt und stimuliert die Aktivität der NK-Zellen sowie die Bildung von Botenstoffen des Immunsystems (Cytokine). Ein Selenmangel erhöht die Infektanfälligkeit gegenüber Viren und steigert die Komplikationsrate bei Infektionen.

Kupfer:
Ein Kupfermangel bewirkt eine Verminderung der Anzahl der weißen Blutkörperchen.

Arginin:
Arginin ist die Ausgangssubstanz für den gasförmigen Signalstoff Stickoxid (NO). Die Makrophagen produzieren dieses Gas in großen Mengen zur Bekämpfung der Erreger in den Zellen. Arginin verbessert zum einen die Immunkompetenz als Lieferant von NO, zum anderen trägt es zur Stimulierung der Aktivität und Neubildung der Lymphozyten bei.

Cystein:
Cystein spielt eine wichtige Rolle für das Immunsystem, da die Glutathionsynthese wesentlich vom Cysteinangebot abhängt. Glutathion ist eines der wichtigsten Moleküle für die Immunregulation.
Bei einem Cystein-/ Glutathionmangel kommt es zu einer erhöhten Infektanfälligkeit. Umgekehrt führen schwere und langandauernde Infektionskrankheiten auch sehr häufig zu einem Cystein-/ Glutathionmangel.

Glycin:
In den letzten Jahren mehren sich die Hinweise, dass Glycin ein wichtiger immunmodulierender Nährstoff mit der Fähigkeit ist, entzündliche Prozesse zu vermindern. Glycin ist also vor allem für die Abschwächung überschießender Immunreaktionen hilfreich.

Glutamin:
Glutamin ist ein Hauptenergiesubstrat des Immunsystems und auch der Zellen des Darmtrakts. Ein Glutaminmangel beeinträchtigt deshalb die Funktionsfähigkeit des Dünndarms und die Aktivität des Immunsystems. Es kommt zu einer verminderten Bildung von Botenstoffen des Immunsystems und vor allem auch zu einer reduzierten Neubildung der Immunzellen.
Glutamin gehört neben Arginin zur so genannten Immunonutrition, einer immununterstützenden Therapie, die heute auch oftmals in der Intensivmedizin angewandt wird.

Taurin:
Taurin ist ein Aminosäurederivat mit sehr vielfältigen Eigenschaften; dazu gehört ein antientzündlicher Effekt, der notwendig ist, um ein Überschießen von Immunreaktionen bei bakteriellen Infektionen zu verhindern. Ein Taurinmangel begünstigt Lungenentzündungen bei Kindern und Erwachsenen.

So weit eine Auswahl an Mikronährstoffen, die für das Immunsystem bedeutsam sind. Wer jetzt allerdings glaubt, die willkürliche Einnahme möglichst vieler Mikronährstoffe würde besonders gut helfen, kann sich auch irren, denn: Ein gut funktionierendes Immunsystem ist von einer ausgewogen abgestimmten Mikronährstoffversorgung abhängig. Besonders die eigenmächtige Zufuhr von Aminosäuren kann sich nachteilig auf die Gesundheit auswirken.

Wer gezielt sein Immunsystem unterstützen möchte, sollte deshalb sein Blut einer genauen Mikronährstoffanalyse unterziehen.

Aufgrund der Ergebnisse dieser Laboruntersuchung kann beurteilt werden, welche Mikronährstoffe als Nahrungsergänzung sinnvollerweise zugeführt werden sollten und in welchem Umfang.

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