(openPR) Vom 9. November bis 21. Dezember steht die RFA Galerie am Checkpoint Charlie ganz im Zeichen der Bilder von Esther Rebel.
Der Galerist Klaus Kauffman lädt die Berliner Society zur Vernissage am Freitag, 9.November um 20 Uhr mit Champagner und Laugengebäck. Die Künstlerin ist anwesend.
Wir erinnern die makellos schönen Frauen, die Rebel 2006 in der Serie ‚Unconditional‘ monumental und malerisch ins Bild setzte; sie waren als ‚Sluts and Dolls‘ gekennzeichnet, indem Rebel ihnen diskreditierende Rollenklischees buchstäblich auf den Leib schrieb.
In den neuen Arbeiten 2007 stehen wieder schöne Menschen, vorwiegend schöne Frauen, im Mittelpunkt, jedoch aus einer gänzlich neuen Perspektive.
Rebel hat bezüglich der formalen Gestaltung eine gewisse Distanz bezogen und zeigt jetzt den Menschen als ganze Person, in einer Umgebung.
Wieder bedient Rebel sich der Technik der Projektion und verwendet Bildmaterial aus High-Fashion Magazinen.
Nur an die Stelle der Model-Faces sind Individuen getreten, Individuen, die wieder in einer selbstverständlichen Art posieren, jedoch jetzt in einem privaten Umfeld, einem erweiterten Raum, der zum Resonanzraum wird, in dem ein Lebensgefühl Ausdruck findet.
Die Beauties, die ihre Schönheit vermarkten, haben Platz gemacht für ein neues Konzept, den Menschen in seiner Existenz, seinem Dasein.
Die existenzialistische Attitüde ist Rebels Botschaft und sie wurzelt in der Musik; Rebel steht in der Tradition von Rock’n Roll, Punk und Indiependent-Rock, was unmittelbar und stärker denn je in ihren Werken zum Ausdruck kommt und ablesbar ist; die Figuren, die sie gestaltet, stehen für ein Lebensgefühl von Nonkonformismus und kritischer Gegenkultur und Rebel unterstützt diese Botschaft sehr direkt, indem sie wieder Schriftparolen in kalligraphischer Manier ins Bild setzt und direkt Bezug nimmt auf die Musik, in der sie lebt: TEENAGE RIOT, SOME GIRLS ARE BIGGER THAN OTHERS, oder WHIPLASH GIRLCHILD IN THE DARK sind direkte Zitate aus Songs von Sonic Youth, The Smiths und Velvet Undergound.
Rebels Bildsprache in der Tradition der Pop-Art ist entsprechend einfach.
In den neuen Bildern hat eine Reduzierung der Farbe stattgefunden, Rebel arbeitet hier mit Ausnahme einiger Akzente gleichsam mit drei Tönen; Rot, Schwarz, Weiß.
Diese Farben werden nur vermischt, wo die Figuren, die im Kontext einer plakativen monumentalen Bildsprache ikonisch bleiben, Körper brauchen, um menschlich, um real zu werden, hier finden wir wunderbar zartrosige oder alabastertonige Hautfarbe, es entsteht dort ein eigener Farbwert in der Synthese der wenigen Grundfarben. Sonst mischt Rebel die drei Farben nur grob ineinander oder in sehr schlichter Weise, so dass ihr Duktus in der Pinselführung sichtbar wird und in der betont flächigen Gestaltung stoffliche Struktur oder Differenziertheit erlangt wird, wo diese als Information notwendig sind; eine Schattierung in der Armbeuge, Lichtflecken in Haarsträhnen, schwarze und weiße Tupfen als Licht-und Schattenflecken auf einer roten Pelzstola.
Rebels Bekenntnis zu dieser Art von ‚plain style‘ funktioniert durch Originalität.
In ihren Bildern, in denen Zeichnung und Malerei zu einer Einheit verschmelzen, herrscht die lebendige Linie, die geschwungene Linie, die einen lyrisch zarten und auch nervösen Klang hat.
In den neuen Arbeiten wird die Linie auch als Strukturelement zur Erzeugung einer Raum-Idee eingesetzt. Der Raum ist nur der Bildraum der weiß belassenen Leinwand, auf der flechtenartige rote und schwarze Linien, vertikal oder horizontal gesetzt, als Raumkoordinaten fungieren, damit die projizierten Bildfiguren, die aus einem anderen Kontext und aus einem fotorealistischen Kontext stammen, in ihren realistischen Merkmalen weiterhin funktionieren.
Rebels Methode ist die Collage. Die Auswahl des aufgegriffenen Bildmaterials, Abbildungen von Menschen, die für ein Foto in Szene gesetzt sind, folgt Stimmungen, und dieser Klang setzt sich fort durch das Aufgreifen von Textzeilen, Fragmenten aus Liedern, die sie während des Arbeitsprozesses hört und spontan ins Bild setzt, das zuvor insoweit geplant wurde, dass eine Attitüde, eine konzeptuelle Idee gereift ist.
Aus den Fotovorlagen extrahiert Rebel eine Struktur, indem sie die ausgewählte Information in eine Zeichnung und ihre persönliche Handschrift überführt, in eine Bildgestalt, die dann in der Projektion auf die Leinwand in das Medium Malerei überführt wird.
Sinn und Ziel der Arbeit ist die Malerei selbst, die Lust an der eigenen Form und der Gestaltung von Farbe.
Gute Malerei ist wie gute Musik, sie funktioniert.
Esther Rebel, (*1978) lebt und arbeitet in Berlin.
Ihre Bilder spiegeln das Lebensgefühl der jungen kreativen Szene in der Kultur-Metropole Berlin. Esther Rebel bildet mit David Vacant und Alex Suicide das Dj-Trio ‚up-tight‘ in der Berliner Clubszene.













