(openPR) Auch im vierzigsten Jahr seines Bestehens fliegt Friedensdorf International wieder einen Angola-Hilfseinsatz. Neue kleine Patienten werden zur Behandlung nach Deutschland geholt, gesunde Kinder zurück in ihre Heimat geflogen – denn dort warten ihre Familien auf sie.
Die kleine Paulina freut sich auf Zuhause: Am 5. November um 21.45 hebt das Friedensdorf-Charterflugzeug der LTU vom Rollfeld des Düsseldorfer Flughafens ab, das sie zusammen mit rund 60 weiteren angolanischen Kindern zurück in ihre Heimat bringt (Flug LT 9710). Sie alle haben durchschnittlich sechs Monate in Deutschland verbracht – zunächst zur Behandlung ihrer Verletzungen und Krankheiten in Krankenhäusern bundesweit, anschließend zur Rehabilitation im Friedensdorf in Oberhausen. Am 8. November um sechs Uhr morgens wird das Flugzeug mit voraussichtlich über 70 neuen kleinen Patienten nach Düsseldorf zurückkehren (Flug LT 9711). Die Kinder leiden meist unter Minenverletzungen, Knochenentzündungen und Brandwunden und haben in ihrer Heimat keine Chance auf Heilung – oft nicht einmal auf Überleben.
Vor sechs Monaten musste sich auch die dreijährige Paulina von ihrer Familie aus einem Dorf nahe der angolanischen Hauptstadt Luanda trennen, denn ihre lebensbedrohliche Knochenentzündung im linken Unterschenkel konnte in ihrem Heimatland nicht behandelt werden. Heute ist ihre Verletzung geheilt, sie hat keine Schmerzen mehr und kann wieder gut laufen. Jetzt freut sie sich riesig auf die Heimreise und kann es kaum erwarten, ihre Eltern und Geschwister wieder in die Arme zu schließen. Sie hofft, dass die ganze Familie zum Flughafen in Luanda kommen wird, um sie abzuholen. „Der Moment, in dem die Kinder erfahren, dass sie nach Hause dürfen, berührt mich nach all den Jahren immer noch jedes Mal aufs Neue“, erzählt der Leiter des Friedensdorfes, Ronald Gegenfurtner. „Die Namen werden im Speisesaal verlesen und die Kinder springen auf und jubeln, wenn sie ihren eigenen Namen hören. Andere, die noch nicht zurück dürfen, weinen dann.“ Die Kinder sollen sich im Friedensdorf wohlfühlen; eine starke emotionale Bindung an das Dorf oder gar einzelne Mitarbeiter ist jedoch nicht der Sinn der Sache: „In unserem speziellen Fall ist Integration ausdrücklich unerwünscht“, stellt Gegenfurtner klar. „Eine der Voraussetzungen unserer Arbeit ist die garantierte Rückkehr der Kinder in ihre Heimatländer – ihre Eltern vertrauen uns schließlich. Wenn die Kinder also nicht ab und zu Heimweh hätten, hätten wir etwas falsch gemacht. Daher bringen wir unsere kleinen Patienten auch nicht in Pflegefamilien unter. Stattdessen bleiben sie bei uns unter ihresgleichen, sprechen ihre Sprache und singen zusammen Lieder, die sie alle kennen.“ Nach ihrer Rehabilitation fliegen die Kinder geheilt und gestärkt zurück in ihre Heimat. Die Freude unter den Kindern an diesem Tag ist groß – und das Ritual immer dasselbe, auch wenn es nie abgesprochen oder gar gefordert wird: „Egal, aus welchem Land die Kinder kommen: Kaum sitzen sie im Bus, der sie zum Flughafen bringt, fangen sie an zu singen. Immer.“
Seit der Gründung im Jahr 1967 kümmert sich Friedensdorf International um kranke und verletzte Kinder aus Kriegs- und Krisengebieten. Viermal im Jahr fliegt die Organisation große Hilfseinsätze und betreut stets durchschnittlich 300 Kinder aus 15 Nationen gleichzeitig in Deutschland. Die medizinische Versorgung, Verpflegung und Unterbringung von rund 1.000 Kindern pro Jahr wird fast ausschließlich aus Spenden und Mitgliedsbeiträgen finanziert. Obwohl direkte Geldspenden immer benötigt werden, gibt es auch andere Wege, sich für das Friedensdorf einzusetzen: Die größten Unterstützer sind die über 300 Krankenhäuser und Ärzte, die die kleinen Patienten kostenlos behandeln, sowie der Flughafen Düsseldorf, der keine Start- und Landegebühren verlangt.
Kontakt:
Friedensdorf International
Wolfgang Mertens
Lanterstr. 21
46539 Dinslaken
Fon: 02064-4974 131
Fax: 02064 4974 999
Mail:
www.friedensdorf.de
Imagefilm Friedensdorf unter www.durian-pr.de
Im Sinne der Kinder bitten wir um kurze Anmeldung, wenn Sie Interesse an einem Vor-Ort-Termin im Friedensdorf haben.










