(openPR) Im Rahmen des dritten hauseigenen Ideenwettbewerbs „Computer Graphics 2007“ hatte das Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung (IGD) Rostock Wissenschaftler aus Mecklenburg-Vorpommern zu neuen Erfindungen angespornt. Die besten Geschäfts- und Forschungsideen wurden nun in der Rostocker Südtstadt mit Preisgeldern von insgesamt 25.000,- Euro belohnt.
„In der Idee leben heißt, das Unmögliche behandeln, als wenn es möglich wäre.“, lautete das Motto von Deutschlands Chefdichter und -denker Johann Wolfgang von Goethe. Ähnlich dachten auch die Teilnehmer des vom Fraunhofer IGD Rostock ausgerufenen Ideenwettbewerbs „Computer Graphics 2007“. So waren bei der Wettbewerbsjury insgesamt 13 zukunftsweisende Beiträge von Wissenschaftlern des Fraunhofer IGD, des Zentrums für Graphische Datenverarbeitung (ZGDV), e.V. und der Universität Rostock eingegangen. Gefragt waren innovative Konzepte, die sich für künftige Produkte, Verfahren sowie Dienstleistungen eignen und in Mecklenburg-Vorpommern umgesetzt werden können.
Am 17. Oktober 2007 zeichnete die unabhängige Expertenjury die drei besten Ideenkonzepte aus:
1. Platz
Als beste Idee wurde „GameAssesses – Spielen mit Erfolg“ von Holger Diener, Fraunhofer IGD Rostock, mit 12.000,- Euro ausgezeichnet. Diener überzeugte die Jury mit einem gründungsnahen Konzept für den Vertrieb von Werkzeugen und Hardwarebausteinen, mit denen die Erfolgschancen von Computerspielen auf Basis von Emotionserkennung vorab getestet werden können. Die während des Spiels aufgezeichneten Gefühlsregungen der Spieler lassen Rückschlüsse auf das Marktpotenzial eines neuen Computerspiels zu. So lässt sich die durchschnittliche Erfolgsquote von etwa 10% in der Spieleentwicklung ausbauen.
2. Platz
Den zweiten Platz belegten André Hoffmeyer und Gerald Bieber vom Fraunhofer IGD Rostock. Ihre Idee für ein neuartiges Abrechnungssystem in Parkhäusern bzw. Parksystemen wurde mit 8000,- Euro gewürdigt. Das Forscherteam macht durch optische Zugangscodes (ParkCode) Schluss mit zerkratzten Autotüren oder dem unbequemen Hinauslehnen an der Kartensäule. Die entwickelte Parkkarte ist einfach zu handhaben und kann selbst aus großer Entfernung gelesen werden. Der Fahrer muss mit seinem Auto nicht mehr dicht gedrängt an die Lesesäule heranfahren. Beim Ausfahren hält er stattdessen nur bequem die Parkkarte hoch.
Die Abrechnung erfolgt bequem über das Internet, da die ParkCodes als E-Mail oder aufs Handy verschickt werden können.
3. Platz
Mit 5000,- Euro belohnten die Gutachter die Idee des Forscherteams um Claudia Herzig, Fraunhofer IGD Rostock. Mit „PATs“ (PhysicalActivityPoinTs) soll in Zukunft die Bewegung von Kindern und Jugendlichen im heutigen Computeralltag gefördert werden. Sport wird dabei zum integralen Bestandteil von Computerspielen, indem mit einem einfachen Bewegungssensor Punkte gesammelt werden müssen, um bestimmte Spielziele zu erreichen. Der Clou: Der Computer bietet eine große Auswahl an genau auf den jeweiligen Spieler zugeschnittenen Sportmöglichkeiten, so dass für jeden etwas dabei ist. Die gesammelten Bewegungsdaten werden nach der Rückkehr auf den Computer übertragen und in PATs umgerechnet, mit denen dann die nötigen Waren oder Fähigkeiten gekauft werden können, um das Spiel erfolgreich fortzusetzen.
„Der Wettbewerb bietet den Teilnehmern eine hervorragende Möglichkeit, die in ihren Köpfen schlummernden Ideen auszuarbeiten und sie einer eingehenden Prüfung durch etablierte Wirtschaftsvertreter zu unterziehen.“ so Prof. Bodo Urban, Leiter des Fraunhofer IGD Rostock. „Die Kandidaten erhalten auf diesem Wege wertvolle Tipps, wie sie ihre Geschäftskonzepte weiterentwickeln bzw. ausbauen können.“
Unterstützt wurde der diesjährige Ideenwettbewerb vom Kultusministerium Mecklenburg-Vorpommern. Die Jury setzte sich aus Vertretern der Wirtschaft und Forschung sowie Kapitalgebern und der INI-GraphicsNet Stiftung zusammen. Die Jurymitglieder Günther Möhlig von der K.O.M.S.-Consulting GmbH und Frank Büttner vom Forschungsverbund Mecklenburg-Vorpommern (FMV), e.V., zeigten sich vor allem von dem hohen Niveau der eingereichten Konzepte beeindruckt. Wolfgang Kniejski, Juryvorsitzender und Geschäftsführer der INI-GraphicsNet Stiftung aus Darmstadt, beschrieb den diesjährigen Ideenwettbewerb des Fraunhofer IGD insgesamt als „Spiegelbild für den brodelnden Erfindungsreichtum in Mecklenburg-Vorpommern.“
Das INI-GraphicsNet ist das weltweit führende Netzwerk auf dem Gebiet der Computergraphik, dem unter anderem das Fraunhofer IGD, das ZGDV und die Fakultät für Elektrotechnik und Informatik der Universität Rostock angehören. Ziel der Stiftung ist es, Forschungsergebnisse marktfähig umzusetzen und Ausgründungen, so genannte Spin Offs, zu etablieren.
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