(openPR) Der Ausbildungspakt hat auch in diesem Jahr wieder funktioniert: In dieser Einschätzung waren sich die Vertreter von IHK, Kreishandwerkerschaften und Agentur für Arbeit auf einer gemeinsamen Pressekonferenz einig. Immerhin konnten die Vorjahres-Rekordergebnisse an neuen Ausbildungsplätzen im Jahr 2007 noch übertroffen werden.
IHK: Mit einem Zuwachs von 11 Prozent bei den neu eingetragenen Ausbildungsplätzen liegt die IHK am Mittleren Niederrhein auch in diesem Jahr wieder über dem Bundesdurchschnitt (9 Prozent). Bislang konnten die IHK-Mitarbeiter 681 neue Ausbildungsbetriebe gewinnen, 827 zusätzliche Lehrstellen akquirieren und 367 Angebote für Einstiegsqualifizierungen umsetzen. „Der Zuwachs bei den Ausbildungsplätzen ist in allen Städten und Kreisen des IHK-Bezirks nahezu gleichbleibend stark!“ bemerkte IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Dieter Porschen erfreut. In Krefeld waren 1.191 Ausbildungsverträge zu verzeichnen (2006 waren es 1.084 gewesen), im Kreis Viersen 753 (gegenüber 665 im Vorjahr). „Wir freuen uns auch in diesem Jahr wieder über einen goldenen Herbst und können feststellen, dass die Wirtschaft ihre Zusagen für den Ausbildungspakt gehalten hat.“
Um auch den bis jetzt nicht versorgten Jugendlichen eine Perspektive zu geben, engagiert sich die IHK nach Porschens Worten in gemeinsamen Last-Minute-Aktionen mit den Agenturen und bei der Nachvermittlung im Ausbildungskonsens NRW. Dazu wollen die IHK-Mitarbeiter zusätzliche Plätze für Einstiegsqualifizierungen (EQJ) einwerben. „Bei der Versorgung der noch nicht vermittelten Jugendlichen arbeiten die Akteure in der Region konstruktiv zusammen!“ konstatierte der IHK-Hauptgeschäftsführer.
Kreishandwerkerschaft: Erfreuliche Zahlen hatte auch das Handwerk zu melden. Im Bereich der Niederrheinischen Kreishandwerkerschaft wurden 1.065 Ausbildungsverträge unterzeichnet, das sind 20,5 Prozent mehr als im Vorjahr und mehr als im Handwerkskammerbezirk Düsseldorf (13,5 Prozent). Schwerpunkte stellten Hauptgeschäftsführer Stephan Finger und der Abteilungsleiter Aus- und Weiterbildung, Jens Wenglarz, im Bau- und Ausbaubereich (plus 26,8 Prozent), bei den Metallberufen (plus 19,6 Prozent) und in Nahrungsmittelbranchen (plus 18,7 Prozent) fest. Bei den Mechanikern für Land- und Baumaschinentechnik hat sich die Zahl der Lehrstellen von 49 auf 89 sogar fast verdoppelt. „Wir merken, dass die Konjunktur besser geworden ist, und die Tendenz lässt für die kommenden Jahre hoffen.“
Agentur für Arbeit: Mit insgesamt 3.466 gemeldeten Ausbildungsstellen verzeichnet die Agentur für Arbeit ein Plus von 3,8 Prozent oder 127 Stellen zum Vorjahr. Gleichzeitig hat sich die Lücke zwischen Angebot und Nachfrage auf dem Ausbildungsmarkt deutlich verkleinert. 3.833 Bewerber meldeten sich von Oktober 2006 bis Ende September 2007 bei der Arbeitsagentur. Zum Ende des Berufsberatungsjahres waren mehr als 95 Prozent der Ausbildungsplatzsuchenden versorgt.
„Die gute wirtschaftliche Entwicklung und die Bemühungen aller Paktpartner haben vielen Jugendlichen zu einem Ausbildungsplatz verholfen. Deutlich mehr Betriebe als noch in den Vorjahren sind bereit, in Ausbildung zu investieren. Die Region Krefeld-Kreis Viersen hat ihre Position als Ausbildungshochburg mit einem Plus von fast 4 Prozent bei den Ausbildungsstellen einmal mehr bestätigt“, so Peter Ewert, Leiter der Krefelder Agentur für Arbeit.
Erfreulich: Die Lücke zwischen Angebot und Nachfrage wird kleiner. Ende September gab es in Krefeld und im Kreis Viersen noch 188 Jugendliche ohne Ausbildungsplatz oder Ausbildungsalternative, im Vergleich zum Vorjahr rund ein Drittel weniger. Gleichzeitig waren noch 258 Ausbildungsstellen nicht besetzt, fast 34 Prozent mehr als Ende September 2006.
„Viele Betriebe haben die Notwendigkeit zur Ausbildung erkannt. Nur wer jetzt ausbildet, wird auch in Zukunft über das notwendige Personal verfügen“, bemerkte Ewert. Schon jetzt sei in einzelnen Branchen spürbar, dass Fachkräfte gesucht werden, diese Situation werde sich mit Blick auf die in einigen Jahren deutlich sinkenden Schulabgängerzahlen und eine rückläufige Zahl potentieller Erwerbstätiger noch verschärfen. „Die Ausbildungsbetriebe von heute sind die Gewinner von morgen“, so Ewert.
Im Landesvergleich schneiden Krefeld und der Kreis Viersen gut ab. So kommen im Agenturbezirk auf 100 Bewerber 90 Stellenangebote, während in NRW 100 Bewerbern durchschnittlich nur 68 Stellen gegenüberstanden. Damit belegt der Agenturbezirk Krefeld in der Angebots-Nachfrage-Relation von 33 Agenturen in NRW die sechste Position.
Diese positiven Ergebnisse dürfen aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass auch in diesem Jahr nur durch den konsequenten Einsatz von Ausbildung außerhalb von Betrieben und Lehrgängen allen Bewerbern ein Angebot gemacht werden konnte. Über 1.000 Jugendliche sind aktuell in Ausbildungsalternativen oder werden in den nächsten Wochen eine von der Agentur finanzierte Alternative zur betrieblichen Ausbildung beginnen. Etwa 6,6 Millionen Euro investiert die Agentur für Arbeit Krefeld 2007 in außerbetriebliche Ausbildungen, berufsvorbereitende Maßnahmen und Benachteiligtenförderung.
„Gemeinsam mit der Wirtschaft und allen Paktpartnern dürfen wir deshalb auch in den kommenden Jahren mit unseren Bemühungen, allen ausbildungswilligen und ausbildungsfähigen Jugendlichen eine Ausbildungsmöglichkeit zu bieten, nicht nachlassen“, stellte Ewert fest. „Damit sichern wir auch in Zukunft die Wirtschaftsfähigkeit unserer Region.“








