(openPR) Heilpraktiker werden ist nicht schwer – diese irrige Meinung herrscht in der Öffentlichkeit vor. Wie sieht die Realität aber tatsächlich aus? Welche Qualifikationen braucht man, um Heilpraktiker zu werden und mit einer eigenen Praxis Erfolg zu haben?
Thomas Patzelt, erster Vorsitzender der Union Deutscher Heilpraktiker LV BW, beantwortet 7 kritische Fragen zur Heilpraktikerausbildung.
Die Medien vermitteln oft den Eindruck, dass es ganz einfach ist, Heilpraktiker zu werden. Stimmt das?
Dieses Märchen hält sich wahrscheinlich deshalb so hartnäckig, weil die Ausbildung nicht gesetzlich geregelt ist. Ein angehender HP kann sich das notwendige Wissen auf verschiedenen Wegen aneignen, z.B. indem er eine Schule besucht oder einen Fernlehrgang bucht. Der entscheidende Punkt für die Zulassung ist aber die Überprüfung beim Gesundheitsamt. Diese Prüfung ist unter den Studenten zu Recht gefürchtet, denn dabei wird einem wirklich nichts geschenkt.
Was ist an der amtsärztlichen Überprüfung denn so schwierig?
Die Prüfung stellt sehr hohe Anforderungen an die Kandidaten. Sie besteht aus einem zentralisierten schriftlichen Teil und einem mündlichen Examen in Form eines Rigorosums von 45 Minuten. Dabei muss der Prüfling nachweisen, dass er die Materie verstanden und nicht nur auswendig gelernt hat, unter anderem, indem er zu einem Fall befragt wird. Die Durchfallquote liegt bei 60-70 Prozent – das bedeutet eine echte Selektion.
Beurteilen Sie die hohe Durchfallquote also eher positiv?
Wir brauchen als Nachwuchs für unseren Beruf Menschen, die seriös und professionell arbeiten wollen. Dazu gehört zunächst einmal, dass man sich ein fundiertes Wissen aneignet. Nur wer zeigt, dass er ein solides medizinisches Grundwissen hat und weiß, was er als Heilpraktiker darf und was nicht, besteht diese Überprüfung. Das ist ganz in unserem Sinne, denn schwarze Schafe, die irgendwie drauf los wursteln und damit eine Gefahr für die Patienten sind und unseren Berufsstand in Misskredit bringen, können wir nicht brauchen.
Warum raten Sie Interessenten, sich gut zu überlegen, ob sie die Ausbildung wirklich machen wollen?
Es gibt Anbieter von Heilpraktikerausbildungen, die suggerieren, dass man nur die Prüfung bestehen muss und dann sofort als Heilpraktiker Erfolg hat. Die Realität sieht aber ganz anders aus. Bei der Prüfung erbringt der Kandidat ja im Wesentlichen zunächst „nur“ den Nachweiß, dass er keinen Schaden an den Patienten anrichtet. Wenn der Schüler die Zulassung hat, geht die Ausbildung mit Fachfortbildungen in den naturheilkundlichen Verfahren, auf die man sich spezialisieren möchte, in die zweite Runde.
Es dauert also nach der Prüfung noch einige Zeit, bis man eine eigene Praxis aufmachen kann?
Für Neueinsteiger, die noch nicht im therapeutischen Bereich gearbeitet haben, auf jeden Fall. Wie gesagt: Als frischgebackener Heilpraktiker muss man noch sehr viel lernen und möglichst auch ein Praktikum machen, bis man Patienten professionell behandeln kann. Das erfordert eine große Portion Idealismus und Durchhaltevermögen.
Wie lange braucht ein Heilpraktiker, bis er von seiner Praxis leben kann?
Das kommt ganz darauf an, wie schnell sich der Einzelne einen Namen macht. In der Regel dauert es mindestens fünf Jahre, bis sich herumgesprochen hat, dass ein Heilpraktiker gut ist und etwas kann - denn anders als beim Arzt bezahlen viele unserer Patienten die Behandlung aus der eigenen Tasche. Wir raten unseren Kandidaten deshalb immer, ihren Job so lange zu behalten, bis sie von ihrer Praxistätigkeit ihren Lebensunterhalt bestreiten können.
Welche Philosophie steht hinter der Ausbildung der Verbandsfachschule Hein-Deeg des Landesverbands Union Deutscher Heilpraktiker Baden-Württemberg e.V ?
Als Verbandsfachschule reicht es uns nicht, die Leute einfach nur für die Prüfung fit zu machen. Es geht uns vielmehr darum, den Nachwuchs in unserem Beruf fachlich optimal auszubilden, damit wir weiterhin Heilpraktiker haben, die professionell arbeiten und den Patienten wirklich helfen können. Unsere Kurse sind so konzipiert, dass die Inhalte systematisch aufeinander aufbauen, was das Verständnis der medizinischen Zusammenhänge erleichtert. Das bedeutet, dass man nicht beliebig zu jeder Zeit einsteigen kann, sondern die Ausbildung ganz klassisch durchlaufen muss. Außerdem legen wir großen Wert auf die praktische Ausbildung, wie z.B. die klassischen Untersuchungstechniken.
Stuttgart, 5.10.2007
Infos und zur Verbandsfachschule Hein-Deeg die Starttermine der Ausbildung finden Interessenten unter www.udh-bw.de
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