(openPR) Peter Linneman analysiert drei unserer östlichen Nachbarn für das globale Netzwerk von NAI apollo
Frankfurt, 06.09.2007 - Dr. Peter Linneman, der renommierte Stratege und Chefvolkswirt des internationale Netzwerk von NAI apollo, analysiert die wirtschaftliche Lage und die politische Situation der Ost-Standorte Tschechien, Ungarn und Polen, die am 1. Mai zusammen mit Estland, Lettland, Litauen, Malta, Slowakei, Slowenien und Zypern der Europäischen Union beigetreten sind.
Wie auch viele andere Länder in Zentral und Osteuropa wachsen diese schneller als ihre westlichen EU-Nachbarn und bieten neben billigen Arbeitskräften teilweise Steuervorteile und Incentives sowie höhere Renditen. Dabei - so der amerikanische Stratege - haben sie entweder bereits das kommunistische System hinter sich gelassen oder sind gerade dabei, dieses zu überwinden.
Standort Tschechien
Ein großer Teil des wirtschaftlichen Aufschwungs in der Tschechischen Republik ist auf die durchgreifende Privatisierung und den aufstrebenden Dienstleistungsbereich zurückzuführen. Noch 1998 hatte die Regierung fast alle Wirtschaftsgüter unter Kontrolle; im Jahr 2005 waren es nur noch knapp 10%.
Außerdem versucht die Regierung auch durch niedrigere Unternehmenssteuern nationale Unternehmen für den Standort Tschechien zu interessieren. Von 35% in 1999 wurden die Steuern bereits auf 24% in 2006 gesenkt und eine weitere Absenkung auf 18% ist zugesichert.
Durch diese Entwicklungen und die relativ niedrigen Arbeitskosten haben seit der EU-Osterweiterung viele internationale Unternehmen Niederlassungen in Tschechien eröffnet und halten somit die ausländische Direktinvestitionen auf einem starken Level.
Ein ernstzunehmendes Hindernis stellen jedoch noch immer die umfassenden Baurichtlinien dar, die in ihrer Komplexität von ausländischen Firmen nur schwer zu durchschauen sind und zwischen den einzelnen Regionen variieren.
Standort Polen
Polen hat sich gerade das stärkste wirtschaftliche Wachstums der nahen Vergangenheit vorgelegt. Das Bruttosozialprodukt lag Ende 2006 bei 6% - nach 3,5% in 2005.
Trotz dieser positiven Entwicklung sieht Dr. Linneman ein großes Risiko in der derzeitigen Regierungssituation. Zwar laufen auch weiterhin Reformen hin zur freien Marktwirtschaft, in der Umsetzung wenden sich jedoch die Parteivorsitzenden immer mehr von den demokratischen Richtlinien ab und handeln mehr und mehr autokratisch.
Eine gute Ausbildung der Arbeitskräfte zusammen mit noch relativ niedrigen Arbeitskosten und der Größe des Marktes lassen weiterhin ausländische Direktinvestitionen ins Land fließen. Allerdings werden gerade Länder wie die Slowakei für ausländische Unternehmen immer interessanter, da die dortigen Arbeitskosten die von Polen noch unterbieten.
Polen hat mit einer großen Abwanderung von qualifizierten Arbeitskräften zu kämpfen. Seit dem Beitritt zur EU in 2004 sollen bis zu zwei Millionen Bürger in die EU-Staaten ausgewandert sein. Der Chefvolkswirt betont, dass die Regierung einige Verbesserungen voranbringen muss, um weiterhin die Erfolge der letzten Jahre aufrecht erhalten zu können. Dazu gehören beispielsweise eine Senkung der hohen Unternehmenssteuern, eine Erleichterung der Bürokratie und der Ausbau der unterentwickelten Infrastruktur.
Standort Ungarn
Steigende Steuern und reduzierte Staatsausgaben hemmen die Wirtschaft in Ungarn und lassen das reale Bruttosozialprodukt in 2007 auf geschätzte 3,5% absinken (3,9% in 2006). Dieses Ergebnis liegt jedoch immer noch über dem Wachstum von Frankreich und Deutschland.
Ungarn kämpft trotz viel versprechenden physischen Kapitals und günstigen Arbeitskräften immer noch mit dem Erbe des kommunistischen Systems. Die festgefahrene Regierung lässt bislang keine richtigen Veränderungen zu und hemmt damit besonders die Langzeit-Investitionen.
Linneman hofft, dass die Maßnahmen der aktuellen Regierung Ungarn voran bringen werden und die Wirtschaft die nötigen Änderungen und Entwicklungen durchlaufen kann, um bald ihr volles Potenzial zu entfalten. Die Investitionen von bedeutenden US-Unternehmen wie beispielsweise JP Morgan und Citigroup veranschaulichen bereits das wachsende Vertrauen in eine solche positive Veränderung.
Der vollständige Artikel von Prof. Dr. Linneman „Emerging Market Spotlight: Central Europe“ steht auf der NAI apollo-Website im Research Bereich (http://www.nai-apollo.de/Default.aspx?tabid=1068) als kostenfreier Download zur Verfügung.
Pressekontakt:
Norika Gölz
LinusContent AG
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Kontakt NAI apollo:
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