(openPR) Es wird immer wieder betont, wie wichtig die ersten Lebenswochen, -monate und -jahre für die psychologische Grundausrüstung eines jeden Menschen sind. (siehe z.B. das kürzliche Interview mit Hirnforscher Gerhard Roth im ‚Spiegel’ Nr. 37). Was da alles schief laufen kann, wenn die überforderten und unvorbereiteten Eltern dem Kind nicht die nötige Aufmerksamkeit schenken, wird spätestens im ersten Schuljahr für die Aussenwelt sprich Lehrer sichtbar (siehe einen anderen Artikel im gleichen Spiegelheft).
Erfreulicherweise gibt es immer mehr junge Ehepaare oder Alleinerziehende, die sich dieser Gefahr bewusst sind und die sich freuen, wenn ihnen eine kleine Hilfe in Form regelmässiger unbürokratischer Besuche angeboten wird. Die geringe Zahl der zur Verfügung stehenden Sozialarbeiterinnen sind mit den besonders schwierigen Fällen mehr als ausgelastet. Deshalb sind in den letzten Jahren ehrenamtliche Familienpaten dazu gekommen, vornehmlich für die leichteren Fälle. Sie kommen nicht als Supernanny in die Familie und lösen Probleme innerhalb von 14 Tagen. Sie kommen über einen längeren Zeitraum und ziemlich regelmässig. Sie versuchen den Eltern nicht nur Tips in der Kindererziehung zu geben sondern ihnen vor allem auch bei sonstigen Alltagsproblemen mit gutem Rat zur Seite zu stehen. Die Tips produzieren nicht immer gleich sichtbaren Erfolg, aber sie tragen dazu bei, Eltern und Kindern etwas mehr Ruhe und Zuversicht zu vermitteln. Auch der kleinste Sieg im Kampf gegen Angst und Unwissenheit der Eltern verbessert die Stimmung zuhause und damit die Zukunftschancen der Kinder.
Die ca. 50 lokalen Vermittlungsstellen für Familienpatenschaften, die es zur Zeit in Deutschland gibt, wurden vor allem von Ortsvereinen der grossen Wohlfahrtsorganisationen in den letzten Jahren ins Leben gerufen. Man findet sie auf der Website www.aktivpatenschaften.de unter der Kategorie ‚Familie’. In den meisten EU-Ländern vergleichbarer Grösse gibt es noch gar nichts auf diesem Gebiet. Dort meint man manchmal, dass alle Familienprobleme nur von Professionellen gelöst werden können. Anders die britische Regierung. Sie unterstützt kräftig eine Privatinitiative, die bereits 300 lokale Vermittlungen für Familienpatenschaften gegründet hat.









