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Tsunami-Spenden lassen sich nicht mehr wiederholen

04.09.200714:03 UhrVereine & Verbände

(openPR) Spendenbilanz 2006
Frankfurt, den 4. September 2007 - Die „Tsunami“-Katastrophe von Weihnachten 2004 löste in Deutschland in der ersten Jahreshälfte 2005 eine riesige Spendenwelle aus. Die Spendenbilanzen von 2005 sahen bei allen beteiligten Hilfsorganisationen glänzend aus. Die Spontanspender dauerhaft zu binden und die Spendenbereitschaft auf andere Katastrophenereignisse zu übertragen, ist jedoch nicht gelungen. Zu diesem Schluss kommt der Deutsche Fundraising Verband nach Auswertung der Jahresberichte zahlreicher deutscher Hilfsorganisationen für das Jahr 2006.



Die Berichte zeigen, dass es bei fast allen größeren Hilfsorganisationen, die für die Opfer der Tsunami-Katastrophe gesammelt haben, erhebliche Spendenrückgänge gegenüber 2005 gab. Sie reichten von minus zwölf Prozent beim Hermann-Gmeiner-Fonds Deutschland e. V. in München bis zu 82 Prozent bei der Diakonie Katastrophenhilfe in Stuttgart. Auch Caritas international in Freiburg und der Bundesverband des Deutschen Roten Kreuzes in Berlin verzeichneten mit Rückgängen von 78 bzw. 76 Prozent starke Einbußen.

Rüdiger Sornek, Vorsitzender des Deutschen Fundraising Verbands, kommentiert die „Spendenbilanz 2006“: „Durch die Spendenkampagnen für die Opfer des Seebebens in Südostasien ist offenbar eine Überforderung der Spendenbereitschaft in Deutschland eingetreten. Während Hilfsorganisationen bis heute immer noch nicht alle zweckgebunden gespendeten Mittel für die „Tsunami“-Opfer einsetzen konnten, sind die Spenden für nachfolgende Katastrophen meist weit hinter dem Finanzbedarf der Hilfsorganisationen zurück geblieben.“

2006 habe es erneut zahlreiche Naturkatastrophen großen Ausmaßes gegeben, auch in den Ländern, die 2004 vom „Tsunami“ betroffen waren. Für diese „schnell vergessenen Katastrophen“ seien vergleichsweise wenig Spenden geflossen, etwa für die Hungersnot in Kenia, Erdbeben in Pakistan und Indonesien, Erdrutsche auf den Philippinen, Hochwasser in Rumänien, die Cholera-Epidemie in Angola, Überschwemmungen in Thailand und Ostafrika, Taifune in Südostasien. Noch geringer ausgefallen seien Spenden für die Opfer kriegsbedingter Katastrophen, etwa im Irak, Sudan, in Afghanistan, auf Sri Lanka und im Kongo.

Dass 2005 ein Ausnahmejahr war, zeigt sich beim Vergleich zwischen den Spendeneinnahmen von 2006 und 2004. Hier zeichnet sich bei den großen Organisationen eine kontinuierliche Entwicklung ab.

Sornek kündigte an, dass sich der Verband bei Fortbildungsveranstaltungen und bei seinem Fundraising-Kongress im April nächsten Jahres des Themas der nachhaltigen Bindung von Spendern für die Katastrophenhilfe in besonderer Weise annehmen werde. Es sei viel Aufklärungsarbeit erforderlich, um den Menschen in Deutschland begreiflich zu machen, dass Katastrophenhilfe auch ein Beitrag zum Weltfrieden sei und von gemeinnützigen Hilfsorganisationen nach wie vor die kostengünstigste, nachhaltigste, weltanschaulich und politisch neutralste Unterstützung in Katastrophenfällen ausgehe.

Die „Spendenbilanz“ des Deutschen Fundraising Verbands hält in einer Zeitreihe seit 1995 die Entwicklung der freiwilligen Zuwendungen an etwa fünfzig gemeinnützige Organisationen in Deutschland fest, darunter jeweils der zehn Hilfsorganisationen mit den höchsten Spendeneinnahmen. Solche Zuwendungen sind im Wesentlichen Spenden und Erbschaften, nicht jedoch Einnahmen aus Geldauflagen von Gerichten oder Bezahlungen von Leistungen und Produkten. Die Auswahl der Organisationen ist nicht repräsentativ. Die Zahlen dienen als Orientierungshilfe für interessierte Fachleute und lassen Tendenzen erkennen.

Die Organisationen mit dem höchsten Spenden- und Erbschaftsaufkommen waren 2006:

Hermann-Gmeiner-Fonds Deutschland e.V., München, 120,2 Mio. Euro
SOS Kinderdorf e.V., München, geschätzt auf 110 bis 120 Mio. Euro. Genaue Zahlen für 2006 und die Vorjahre sind noch nicht veröffentlicht.
Deutsches Komitee für Unicef e.V., Köln, 90,0 Mio.
Johanniter-Unfallhilfe e.V., Berlin, 83,1 Mio.
World Vision Deutschland e.V., Friedrichsdorf (Taunus), 72,2 Mio.
Deutsche Krebshilfe e.V., Bonn, 70,1 Mio.
Päpstliches Missionswerk der Kinder e.V., Aachen, 62,9 Mio.
Internationales Katholisches Missionswerk missio e.V., Aachen und München, 55,9 Mio.
Bischöfliches Hilfswerk Misereor e.V., Aachen, 54,7 Mio.
Brot für die Welt, Stuttgart, 52,6 Mio.
Kindernothilfe e.V., Duisburg, 52,5 Mio.
Bischöfliche Aktion Adveniat e.V., Essen, 50,3 Mio.
Christoffel Blindenmission e.V., Bensheim, 45,4 Mio.
Deutsches Rotes Kreuz e.V., Bundesverband, Berlin, 41,5 Mio.

Beträchtlich zugenommen haben bei vielen Organisationen die Einnahmen aus Erbschaften. Die höchsten Einnahmen auf diesem Sektor erzielten die Deutsche Krebshilfe mit 38,9 und der Hermann-Gmeiner-Fonds mit 33,0 Mio. Euro.

Die „Spendenbilanz 2004-2006“ ist veröffentlicht unter www.fundraisingverband.de

Interviews zum Thema gibt:
Rüdiger Sornek, Telefon 0228-62986-15, Mail: E-Mail

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