(openPR) Samarkand, 25. August 2007 - Rede des Präsidenten Islam Karimov auf der Festveranstaltung anlässlich des 2750-jährigen Jubiläums der Stadt Samarkand
Verehrte Landsleute, liebe Freunde, verehrte Gäste, meine Damen und Herren, wir sind heute anlässlich eines bedeutsamen Datums auf dem herrlichen, gesegneten Registan-Platz zusammengekommen, der Zeuge vieler historischer Ereignisse ist – des 2750-jährigen Jubiläums der Stadt Samarkand, einer der ältesten und einzigartigen Städte der Welt.
Ich darf Sie alle, vor allem die Bürger Samarkands, das ganze usbekische Volk, all jene aus nah und fern, die diese prachtvolle Stadt besucht und lieben gelernt haben, die in ihren Herzen eine leuchtende Spur hinterlassen hat, kurz gesagt, alle wahren Freunde und Bewunderer von Samarkand herzlich zu diesem bedeutenden Festtag beglückwünschen. Mit Freude begrüße ich unsere ausländischen Gäste – die Botschafter anderer Länder, die an diesem Feiertag unter der Schirmherrschaft der angesehenen internationalen Organisation UNESCO anwesend sind, entbiete ihnen meine Hochachtung und überbringe ihnen die besten Wünsche im eigenen Namen und im Namen unseres ganzen Volkes.
Liebe Freunde, spricht man das Wort »Samarkand« aus, so hat man eine wunderschöne große Stadt vor Augen, die jeden Menschen für immer verzaubern kann, denn schon nach dem ersten Besuch träumt man davon, immer wieder dorthin zurückzukehren. Sagt man Samarkand, so stellt man sich einen faszinierenden Ort vor, dessen klarer Himmel, dessen wie Smaragde leuchtenden Sterne, wohlriechende Luft, fruchtbare Erde, blauen Kuppeln und unverwüstlichen antiken Denkmäler höchste Bewunderung hervorrufen. Sagt man Samarkand, so erinnert man sich an historische und kulturelle Entdeckungen in Afrasiab sowie an neue, seltene und einzigartige archäologische Funde in Koktepe und Sartepe.
Diese Stadt muss die Aufmerksamkeit jedes gebildeten Menschen, vor allem aber der globalen Wissenschaftsgemeinschaft wecken – als eine der Wiegen der Zivilisation, in der von alters her Handels- und Kulturverbindungen nicht nur in unserer Region gepflegt wurden, sondern auch mit China im Osten, mit Indien im Süden sowie mit Ägypten und Rom im Westen. Noch heute sind viele von der Tatsache fasziniert, dass in dieser Gegend bereits in der Vorzeit Handwerk, Ackerbau und Bewässerungskultur betrieben wurden, dass es eine Vielzahl von Herbergen für Karawanen sowie Dampfbäder und Heilstätten gab und dass hier hoch entwickelte Ingenieurbauten errichtet wurden, beispielsweise Systeme, die Wasser über Keramikrohre in die Stadt leiteten.
Großer Stolz ergreift uns auch darüber, dass an diesem Ort das Fundament für unser nationales Staatswesen gelegt worden ist, dass an dieser Stelle so bedeutsame Staaten und hoch entwickelte Zivilisationen wie Sogdiana und Maracanda entstanden sind.
Es gibt nicht viele Städte auf der Welt mit einem so unschätzbar reichen Erbe. Von anderen Städten gleichen Alters unterscheidet sich Samarkand in erster Linie dadurch, dass es über viele Jahrhunderte hinweg gelang, die einzigartigen historischen Denkmäler – Ausdrucksform einer Hochzivilisation – zu erhalten. In der Tat enthält jedes Stückchen Land in Samarkand eine bewundernswerte Legende. Jede Straße, jeder Platz und jede Allee verfügen über ein unverwechselbar schönes Antlitz. Jeder Stein in den Mauern der altehrwürdigen, ewig jungen Stadt verkörpert die schöpferische Begabung und Meisterschaft unseres Volkes – seine ewigen Werte. In diesem Sinne kann ohne Übertreibung gesagt werden, dass die Geschichte Samarkands die hervorragenden, ruhmvollen und tapferen Seiten der Geschichte unserer Heimat aufzeigt.
Viele Beispiele belegen, dass dieser bedeutenden Stadt von der Geschichte die ehrenvolle Mission übertragen wurde, ein Bindeglied zwischen Ost und West zu sein, eine wichtige Kreuzung der Großen Seidenstraße, an der sich die Zivilisationen berührten und gegenseitig bereicherten. Angesichts der enormen Zeitspanne, die der Blick zurück auf die historischen Wurzeln eröffnet, kann Samarkand zu Recht auf eine Stufe mit antiken Zivilisationen wie Rom, Athen, Babylon und Theben gestellt werden. Doch nur Samarkand und Rom steht der glanzvolle Titel einer »Ewigen Stadt« zu. Dass der Ausdruck »Rom im Okzident, Samarkand im Orient« in der ganzen Welt verbreitet ist, unterstreicht erneut die hohe Bedeutung.
Liebe Landsleute, uns allen ist bekannt, dass berühmte Städte nie ein leichtes Schicksal hatten. Blickt man auf die fast 3000 Jahre zurückreichende Geschichte der Stadt Samarkand, stellt man fest, dass das Schicksal auch an ihr nicht vorbeigegangen ist und dass viele schwere Prüfungen und Erschütterungen durchzustehen waren. Diese Stadt hat in verschiedenen geschichtlichen Perioden der Vorzeit tapfer gegen Eroberer mit Weltherrschaftsansprüchen wie Dareios, Alexander der Große oder Dschingis Khan gekämpft. Sie hat Tragödien überstanden, Prüfungen bestanden und konnte sich ihr einmaliges Antlitz erhalten.
In Erinnerung an diese Ereignisse nennen wir mit besonderer Wertschätzung den Namen unseres hervorragenden Vorfahren Amir Timur, der die Region von mongolischen Eroberern befreite und Samarkand zur Hauptstadt seines Großreiches machte. Natürlich hätte er sich auch irgendeine andere Stadt als Hauptstadt aussuchen können. Doch in seiner großen Liebe und Verehrung für Samarkand tat der Herrscher alles, um es in ein bedeutendes Zentren der Weltzivilisation zu verwandeln und zu einer der schönsten Städte zu machen. Über 35 Jahre lang hat Amir Timur unermüdlich die Arbeiten zur Auferstehung Samarkands aus den nach Dschingis Khans Einfall hinterlassenen Ruinen geleitet. Mit Weisheit, Entschlossenheit und Zielstrebigkeit entwickelte der Herrscher Samarkand zu einer Stadt, die sich den Ehrentitel »Edles Antlitz der Erde« wahrlich verdient hat.
Für uns alle ist das Werk Amir Timurs als Beschützer von Wissenschaft, Handwerk, Kultur, Kunst und Religion heute nachahmenswert. Die Geschichte belegt, dass die von ihm eingerichtete, seinerzeit einzigartige, umfangreiche Bibliothek und das geistige Erbe, das in dieser Schatztruhe des Wissens verwahrt wurde, nicht nur Samarkand, sondern ganz Transoxanien Ruhm brachten. Davon zeugen auch die vom Herrscher errichteten historischen Denkmäler, die auch nach mehr als sechs Jahrhunderten noch stehen – echte Wunder der orientalischen Baukunst. Natürlich waren für den Bau dieser wunderschönen Gebäude nicht nur begabte Meister und Bauarbeiter, sondern auch Kenntnisse und Erfahrungen von Wissenschaftlern und Spezialisten erforderlich, die grundlegende Wissenschaften wie Mathematik, Geometrie, Geodäsie, Seismologie und Chemie beherrschten. Seine hohe Wertschätzung von Wissen und Wissenschaft sowie die Einsicht in deren Notwendigkeit ließ Amir Timur berühmte Gelehrte, Theologen, Rechtsgelehrte, Baumeister und Ingenieure aus verschiedensten Weltregionen in seine Hauptstadt holen. Das bestätigen die Namen hunderter Gelehrter, die in Samarkand arbeiteten und wirkten, wie Balchi, Damaschki, Bagdadi, Marwazi, Taftazoni, Dshurshani, Dshazari oder Schomi.
Als würdiger Fortführer des Anliegens seines bedeutenden Vorfahrens errichtete Mirzo Ulugbek in Samarkand ein Observatorium und schuf ausgereifte astronomische Tabellen, die die Koordinaten von mehr als tausend Sternen enthalten und selbst noch heutige Anforderungen erfüllen. Die Gründlichkeit des Denkens, das intellektuelle Genie von Ulugbek faszinierte im Lauf der Jahrhunderte nicht nur den Osten, sondern auch den Westen. Dazu ein Beispiel: In einer Illustration des »Sternenatlas« des berühmten europäischen Astronomen Jan Hevelius wird neben so hervorragenden Gelehrten wie Kopernikus und Ptolemäus auch Ulugbek dargestellt – ein Beweis für die Hochachtung dieser bedeutenden Persönlichkeit.
All dies bestätigt den gewaltigen Beitrag von Amir Timur und der Dynastie der Timuriden zu einer einmaligen Entwicklung, die wir heute als »mittelalterliche östliche Renaissance« bezeichnen. Samarkand spielte zweifellos auch für die Prägung berühmter Denker, Poeten und Theologen eine entscheidende Rolle wie Imam Bukhari, Imam Moturudi, Kazizade Rumi, Ali Kuschtschi, Chodsha Ahrar Vali, Abdurachman Dshami, Alisher Nawoi, Abullais Samarkandi und Dawlatschoh Samarkandi, die für die Entwicklung der islamischen Kultur und Philosophie besondere Bedeutung haben.
Verehrte Landsleute, für uns alle ist es eine Freude, dass dieser Feiertag mit einem weiteren wichtigen Ereignis einhergeht: In Samarkand wird das internationale Musikfestival »Scharq Taronalari – Melodien des Orients« eröffnet, eine harmonische Fortsetzung der heutigen Feierlichkeiten. Dieses Festival, das den Geist des Orients verkörpert und der Erhaltung und Entwicklung der klassischen Musik dient, findet nun schon im zehnten Jahr statt, nicht zufällig in Samarkand, auf dem Registan-Platz, dem Herzstück der Stadt. Wie die Geschichte zeigt, ist Samarkand von alters her eine Wiege von Kultur und Kunst. Das zeigt beispielsweise eine aus Knochen gefertigte 3300 Jahre alte Rohrpfeife, die im Rahmen archäologischer Grabungen in der Siedlung Muminobod gefunden wurde.
Der bekannte Historiker Scharafiddin Ali Jazdi schreibt in seinem »Buch der Siege« über die von Amir Timur veranstalteten Musikabende: »Die mit guter Stimme ausgestatteten Sänger sangen Lieder und rezitierten lyrische Gedichte. Mancher bewies sein Talent in türkischer, mancher in mongolischer, mancher in chinesischer, mancher in persischer, mancher in arabischer Sprache.« Bedenken Sie, liebe Freunde, welch Harmonie und Wohlklang dem Geist und den Ideen des heutigen Festivals »Scharq Taronalari« und jenen Kulturtraditionen innewohnen, die vor mehr als sechs Jahrhunderten gerade in Samarkand ihren Anfang nahmen. Ich bin sicher, Sie teilen meine Meinung, dass die Teilnahme von über 300 teuren Gästen aus mehr als 50 Ländern der Erde dem Festival besondere Atmosphäre und Stimmung verleihen.
Bekanntlich ist es in jedem Winkel der Erde, bei allen Völkern üblich, einen Menschen, der die Türschwelle überschreitet, als überaus geachteten Gast mit einem Musikinstrument zu empfangen. Gestatten Sie mir bei dieser Gelegenheit, im eigenen Namen und im Namen unseres Volkes alle Teilnehmer des Festivals »Scharq Taronalari« herzlich zu begrüßen und ihnen zu sagen: Herzlich willkommen im wunderschönen Usbekistan, am Ort der altehrwürdigen, einzigartigen Stadt Samarkand. Ich wünsche Ihnen gutes Gelingen und schöpferischen Erfolg.
Liebe Freunde, ich hatte das Glück, in vielen Ländern der Welt zu weilen, viele bedeutende und große Städte zu sehen. Aber bei einem Vergleich muss ich offen sagen: Unter ihnen sind wenige so glückliche Städte wie Samarkand. Man kann endlos über das besondere Kolorit, die glänzende Schönheit dieser Stadt sprechen. Aber vor allem ist festzustellen, dass das heutige Samarkand sein Werden dem leidgeprüften, tapferen, stolzen, arbeitsamen und weisen Volk zu verdanken hat. Samarkand hat im Lauf vieler Jahrhunderte jeden Menschen mit reinem Herzen und lichten Gedanken in seine Obhut genommen und freigiebig mit Brot und Salz beschenkt.
Einen Gedanken möchte ich noch ergänzen. Nicht nur die einzigartigen Baudenkmäler und die herrliche Natur ziehen tausende und abertausende Menschen aus aller Welt nach Samarkand. Ich glaube, dies ist vor allem auch den Menschen zu verdanken, die hier leben, ihrem Wohlwollen, ihrer Gastfreundschaft, den unvergleichlichen Gewändern, der wohlklingenden Sprache, dem speziellen Samarkander Dialekt, der die Schönheit vieler Sprachen in sich vereint – mit einem Wort: der Treue der Einwohner von Samarkand zu ihren nationalen Traditionen und Werten.
Sie alle wissen um die in den Jahren der Unabhängigkeit geleistete umfangreiche Arbeit zur bestmöglichen Gestaltung der Stadt Samarkand, zur Wiederherstellung ihres historischen Antlitzes und zur Steigerung ihres Wirtschaftspotenzials. Die neuen Hauptstraßen, Plätze und Alleen, Schulen, Lyzeen und Colleges, die Hochschulen, Stadien, medizinischen Einrichtungen und Hotels, mit denen die Lebensqualität für die Einwohner und Gäste der Stadt verbessert wurde, haben Samarkand noch schöner und bezaubernder gemacht. Besondere Aufmerksamkeit verdient die Entwicklung des modernen Städtebaus, der für die Stadt typisch ist und altehrwürdige Traditionen und moderne Architektur harmonisch miteinander verbindet.
Anders ausgedrückt: Im Zentrum der Weltanschauung und der geistigen Haltung der Einwohner von Samarkand stehen achtungsvolle und sorgsame Beziehung zur Vergangenheit, fester Glaube und Streben in die Zukunft. Zweifellos ist ein Volk, das über solche hervorragenden Eigenschaften verfügt, Ehre und Achtung wert. Ich bin überzeugt, meine Lieben, Sie werden einer solchen Ehre und Achtung nicht nur in Usbekistan, sondern in der ganzen Welt stets würdig sein.
Liebe Landsleute, in diesen freudigen Augenblicken danken wir dem Allmächtigen vor allem für diese leuchtenden Tage; dafür, dass er uns diesen erhabenen Wohnort Samarkand gegeben hat; dafür, dass er unser Volk, unser Land vor allen möglichen Übeln und Missgeschicken beschützt. Ich beglückwünsche Sie nochmals zum ruhmreichen Feiertag an diesem gesegneten Ort – meiner Heimatstadt. Ich verneige mich tief vor den hochherzigen und gütigen Menschen von Samarkand, vor unserem ganzen Volk.
Ein immerwährendes Leben für unser Volk, das für die Nachwelt solch bedeutende Städte errichtet und erhalten hat! Immerwährendes Glück für unser Volk! Ewiges Leben für das alt ehrwürdige Samarkand, den Stolz unseres Landes! Ewiges Leben für unser Usbekistan!













