(openPR) Die Informationspolitik des Auswärtigen Amts in Berlin über die erschossene deutsche Geisel in Afghanistan hat zu politischem Streit geführt. Außenpolitiker von CDU und FDP kritisierten das Vorgehen von Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD), vorschnell als Todesursache des Entführten Erschöpfung an zugeben. Der Obduktionsbericht ergab, dass der Entführte erschossen worden war.
"Das Auswärtige Amt zeigt eine gewisse Hilflosigkeit gegenüber der wirksamen Informationskampagne der Taliban", sagte Werner Hoyer, FDP-Obmann im Auswärtigen Ausschuss des Bundestags, der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (Samstagsausgabe). Er wundere sich sehr über das Vorgehen des sonst verschwiegenen Auswärtigen Amts, wo er einst selbst Staatsminister war. "Steinmeier ist offenbar in ziemlicher Panik, was die Mandatsverlängerung angeht", sagte Hoyer. In der SPD-Fraktion gehe es "drunter und drüber", die Zustimmung bröckele. "Steinmeier will den Laden aber zusammenhalten."
Auch der CDU-Obmann im Auswärtigen Ausschuss, Eckart von Klaeden, kritisierte Steinmeier: "Die Ankündigung war voreilig", sagte er der F .A.Z . "Ich bin mir sicher, dass das Auswärtige Amt daraus die wichtige Konsequenz zieht, künftig erst bei gesicherter Faktenlage die Öffentlichkeit zu informieren." Von Klaeden widersprach jedoch auch Hoyer. Er glaube nicht, dass Steinmeier das Mandat im Auge gehabt habe, als er sich über die Geiseln äußerte. "Auf diese Weise klarzumachen: Die Taliban sind gar nicht so gefährlich, wie sie tun, wäre zu platt gewesen", sagte von Klaeden.
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