(openPR) Donnerstags herrscht großer Betrieb auf dem Schweinehof von Eberhard Hartelt im pfälzischen Göllheim (Donnersbergkreis): Einmal pro Woche verlädt der Bauer 13 schlachtreife Mastschweine auf den Tiertransporter, um sie zum Schlachten ins Fleischversorgungszentrum Mannheim (FVZ) zu bringen. Die Schweinemast von Eberhard Hartelt ist ein mittelständischer Betrieb, hier wird alles von Hand gemacht. Hier spürt man förmlich den Respekt vor dem Lebewesen, das zum Lebensmittel Schweinefleisch wird.
„Wir sind eigentlich eine alternative Produktion und keine sogenannte Rein-Raus-Mast“, betont der Landwirt, der seinen Betrieb vom Vater übernommen hat. Der Bauernhof hat tatsächlich wenig Ähnlichkeit mit einem Fließbandbetrieb : Die Schweine werden auf Stroh gehalten und durften früher auch auf die grüne Wiese.
Das Futter auf dem Hof von Eberhard Hartelt ist rein pflanzlich: Die rund 300 Mastschweine, 150 Ferkel und 40 Sauen werden mit Qualitätsweizen und Getreide aus eigenem Anbau gefüttert. Nur das beigemischte Sojaschrot wird zugekauft. „Die Futtermischung ist eine hochkomplexe Angelegenheit“, erklärt Hartelt. Denn der Futter-Mix stelle die Weichen für die spätere Fleischqualität, erklärt der Landwirt. Nach rund sieben Monaten und einem Gewicht von über 100 Kilogramm sind die Schweine schlachtreif.
In Göllheim ist die Fleischproduktion gläsern – von der Aufzucht der Ferkel bis zum Nahrungsmittel auf dem Teller des Verbrauchers. Hartelt ist auch Kreisvorsitzender des Bauern-und Winzerverbandes Rheinland-Pfalz Süd e. V. Er ärgert sich deshalb über die „schwarzen Schafe“, die mit Fleischskandalen die ganze Branche in Verruf bringen und die Verbraucher verunsichern. Die Göllheimer Schweinemast bietet Höchststandards an Qualität und Frische des Fleisches und unterliegt ständigen Kontrollen. Die Kennzeichnung am Ohr der Tiere dient ebenfalls der Qualitätskontrolle. „Es lässt sich dadurch zurückverfolgen, woher das Fleisch stammt“, so Hartelt. Aufzucht, Pflege und genetische Voraussetzungen spielen eine entscheidende Rolle. „Das Fleisch unserer Schweine ist fest, rosarot und zeichnet ein hohes Wasserhaltevermögen und intramuskuläres Fett aus“, so Hartelt. Fleisch bester Güte also! Dosiert wird das Futter vor allem in den letzten Wochen der Mast – denn: „Heute wollen die Fleischverbraucher kein Fett mehr“, erklärt Hartelt.
Um die Tiere nicht zu sehr zu strapazieren, fährt Hartelt die Mastschweine am Tag vor der Schlachtung bereits ins nur 50 Kilometer entfernte Fleischversorgungszentrum nach Mannheim. „Stresshormone im Vorfeld des Schlachtens können sogar eine sehr gute Fleischqualität kaputtmachen“, erklärt der Bauer. „Wichtig ist, dass Zuchtauswahl, Fütterung, Haltung und Schlachtung deshalb eine Kette bilden“, so Hartelt. Aufregung vor der Schlachtung setzt Hormone und Milchsäure frei. Das Fleisch verliert so viele seiner wertvollen Eigenschaften.
In Mannheim entspricht die Schlachtung den höchsten Tierschutz-Richtlinie: Eine der modernsten Anlagen in Deutschland mit automatischem Viehtrieb und CO-2- Betäubung trägt ihren Teil dazu bei. Das Schmerzempfinden der Tiere wird ausgeschaltet, sie sind vor der Schlachtung locker und gelöst. Von der Ankunft der Tiere bis zur Schlachtung: ein amtlicher Tierarzt ist immer dabei, um zu garantieren, dass Tierschutzstandards und gesetzliche Vorgaben bei der Schlachtung eingehalten werden. Das Fleisch der Tiere wird von den städtischen Amtstierärzten und Fleischkontrolleuren nach den Vorgaben der gesetzlichen Fleischhygiene überprüft, bevor es in den Verkauf geht.
Freitags, kurze Zeit nach der Schlachtung, werden die Schweinehälften von der Ludwigshafener Spezialitäten-Metzgerei Rothenberger im Fleischversorgungszentrum abgeholt und anschließend weiterverarbeitet. In der Woche darauf kommt das Fleisch in den Verkauf. „Den Geschmack und die Zartheit bekommt das Schweinefleisch erst, wenn es ein paar Tage abhängt“, so Ronald Rothenberger, Exklusiv-Abnehmer des Schweinefleisches vom Hartelt-Hof. „Für uns als Metzgerei ist es wichtig, dass das Futter der Tiere keine Zusatzstoffe wie Antibiotika, Wachstumshormone oder dergleichen enthält. Das Futter dieser Schweine ist quasi Müsli“, so Rothenberger, der auch die Aufzucht der Tiere in Göllheim lobt: „Die Standzeit der Schweine im Stall ist um ein Drittel bis ein Viertel länger als gewöhnlich“, so Rothenberger. „Sie bekommen mehr Zeit, um zu wachsen“.
Wer kann nun aber die Qualitätsfleisch-Garantie geben? Qualitätsfleisch-Experte Stefan Kampa, Geschäftsführer des Fleischversorgungszentrums in Mannheim: „Die Qualitätsfleisch-Garantie muss der Metzger geben. Fragen Sie ihn, woher er sein Fleisch bezieht. Kommt es von uns, vom Fleischversorgungszentrum in Mannheim, sind Sie auf der sicheren Seite. Der Grund: Die Schlachttiere kommen aus der Region, aus den angrenzenden Erzeugergebieten Hohenlohe, Kraichgau, Main-Tauber und der unmittelbaren Umgebung der Kurpfalz. Sie haben also sehr kurze Transportwege. Auch die Schlachtung, Zerlegung und Auslieferung verfolgt innerhalb allerkürzester, räumlicher Infrastruktur. Damit wird die sogenannte Kühlkette gewahrt - und das bei täglicher Schlachtfrische.“
Also: Fragen Sie Ihren Metzger!













