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Infora-Studie: Fast jedes vierte IT-Projekt ein Flop

04.07.200714:46 UhrIT, New Media & Software

(openPR) Köln, 04.07.2007 - Die IT-Projekte der letzten zwei Jahre haben nur in jedem fünften Unternehmen nahezu vollständig zu den erwarteten Ergebnissen geführt. Durchschnittlich lag die Erfolgsquote nur bei 77 Prozent. Zu diesen Ergebnissen kommt eine Erhebung des Beratungshauses Infora GmbH unter über 300 Firmen mit mehr als 100 Mio. Euro Umsatz. Als hauptsächliche Gründe für die Schwierigkeiten führen die Unternehmen vor allem verändert Anforderungen während der Projektrealisierung sowie Schwächen im Projektmanagement an.



Der Studie zufolge haben lediglich 19 Prozent der Unternehmen zuletzt über 90 Prozent ihrer IT-Projekte vollständig mit den gewünschten Ergebnissen abgeschlossen. Bei weiteren 42 Prozent wurden die Ziele immerhin bei 75 bis 90 Prozent der Maßnahmen erreicht. Alle anderen befragten Firmen registrierten in den letzten beiden Jahren eine noch geringere Erfolgsquote, in fast jedem zwanzigsten Fall lag sie sogar unter 50 Prozent. Im Mittelwert ergibt sich daraus, dass mehr als jedes vierte IT-Vorhaben die Anforderungen nicht erfüllt hat. „Hochgerechnet auf das gesamte Projektvolumen in Deutschland verbirgt sich dahinter ein wirtschaftlicher Schaden für die Unternehmen in Milliardenhöhe“; beschreibt die Infora-Beraterin und Geschäftsstellenleiterin Anja Zimmermann die Konsequenzen.

Als Ursachen für die unzureichenden Projektergebnisse führen die Verantwortlichen an erster Stelle an, dass sich die Ziele durch neue Anforderungen im Verlauf der Maßnahmen verändert haben. Dies wird von zwei Drittel der IT-Manager beklagt. Aber auch eine unzureichende Projektsteuerung und Projektcontrolling trage eine wesentliche Mitschuld, urteilen in der Infora-Studie drei von fünf der Befragten selbstkritisch. Dagegen spielen Restriktionen bei den Budgets eine vergleichsweise geringe Rolle (43 Prozent). Auch unzureichende Ressourcen oder Mängel bei den fachlichen Kompetenzen der Mitarbeiter - sie werden von etwa jedem zweiten Unternehmen als mitverantwortlich genannt - spielen in der Ursachenbegründung deutlich seltener als die Schwierigkeiten im Projektmanagement eine Rolle.
Für Anja Zimmermann ist angesichts dieser Ergebnisse eine Qualitätsoffensive in diesem Feld erforderlich. „Das Projektmanagement stellt das Herz-Kreislaufsystem der IT-Vorhaben dar, entsprechend groß ist seine erfolgskritische Bedeutung“, urteilt sie. Dies sei zwar durchaus keine neue Einschätzung, in der Praxis aber würden häufig noch nicht die erforderlichen Konsequenzen gezogen. „Eine großes IT-fachliches Know-how bedeutet nicht zwangsläufig, dass auch die erforderlichen Fähigkeiten für die Ausrichtung, Steuerung und Kontrolle von Projekten vorhanden sind, weil dies ein anderes Profil mit großem Planungs- und Koordinationstalent verlangt.“

Trotzdem würde in der Praxis Mitarbeitern häufig vornehmlich wegen ihrer fachlichen Spezialisierung auch das Management von Projekten übertragen. „Sie müssen in diesen Aufgaben zumindest professionell unterstützt werden“, sieht Frau Zimmermann Handlungsbedarf angesichts der hohen Misserfolgsrate bei den IT-Maßnahmen.

Ergebnisse

Die Grafiken der Erhebung können unter folgender Adresse angefordert werden:
E-Mail

In welchem Umfang haben die IT-Projekte der letzten zwei Jahre vollständig die gewünschten Ergebnisse erzielt?
- über 90%: 19%
- zwischen 75% und 90%: 42%
- zwischen 50% und 75%: 35%
- weniger als die Hälfte: 4%
- Mittelwert der nicht erfolgreichen Projekte: 23%
(n = 303 Unternehmen über 100 Mio. € Umsatz; Quelle: Infora GmbH)

Welche Hauptschwierigkeiten waren verantwortlich dafür, dass die Erfolgsziele nicht erreicht wurden?
- begrenzte Ressourcen: 51%
- fachliche Mängel: 47%
- Budget-Restriktionen: 43%
- unzureichende Projektplanung/-steuerung: 60%
- veränderte Anforderungen im Projektverlauf: 62%
- unzureichendes Projektcontrolling: 58%
- Anderes: 32%
(Mehrfachnennungen möglich)

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