(openPR) Nicht schon wieder ein Standard-Album, mögen sie jetzt vielleicht denken. Aber Halt! Denn was Susi Hyldgaard, die 43-jährige dänische Sängerin und Multiinstrumentalistin, unter einem Standard-Album versteht, unterscheidet sich doch in wesentlichen Dingen von allem, was sonst so zum Thema auf den Schreibtischen der MusikjournalistInnen landet (und das ist gewiss nicht wenig).
Zu den Erkennungsmerkmalen ihrer Musik zählen Intimität und Sinnlichkeit, und natürlich ihr Mut, sich weit weg aller Herkömmlichkeit zu bewegen. Oder wie es der Musikkritiker Ralf Dombrowski pointiert formuliert: "transparente Musik, klare Worte, ausgesuchte Sound-Atmosphären." All diese Attribute verwirklicht sie auf "Magic Words To Steal Your Heart Away" in einzigartiger Weise. "Das Problem war, all den guten RealBook-Interpretationen etwas neues hinzuzufügen", gibt Hyldgaard zu. Dass es ihr aufs Feinste gelingt, verschweigt sie höflich.
Ihre subtile Auseinandersetzung mit den Originalen spiegelt sich in einer unkonventionellen und ideenreichen Umsetzung wider. Paradebeispiel hierfür ist "In The Wee Small Hours" (Frank Sinatra), dessen Playback sich über weite Strecken auf Rückwärts-Loops bezieht. Umrahmt von einzelnen und sorgsam platzierten Klaviernoten, wird hier deutlich, mit welchem kreativen Reichtum Susi Hyldgaard sich ihr ureigenes Klanguniversum zaubert. Das Low-Fi-trashige Drum setzt der unorthodoxen Produktion die Krone auf. Und auch die Sprachfetzen, die gegen Ende über den Song herein purzeln, zeugen von einem Ideenfluss, dessen Quelle schier unversiegbar scheint. Nie, wirklich zu keinem Zeitpunkt, hat man auf "Magic Words To Steal Your Heart Away" den Eindruck, dass auf schon einmal gehörte Ideen Bezug genommen wird. Keine abgehangenen Swing-Grooves werden zitiert, keine abgenudelten Hooklines angeführt, keine allzu oft gehörten Phrasen gedrescht. Ein seltenes Hörerlebnis, das seinesgleichen sucht.
Ob sie sich an Cole Porters "Love For Sale" verlustiert, Van Morrisons "Moondance" durch den Wolf dreht, sich am Henry Mancini-Klassiker "Slow Hot Wind" ergötzt oder Nat King Coles "When I Fall In Love" renoviert, immer kreiert Hyldgaard eine Welt von beeindruckender Pracht und die Songs verhalten sich, als hätten sie nie eine andere Interpretation gekannt, als wären sie endlich am Ziel einer langen Reise. Dazu trägt auch der Gaststar der Produktion, Aldo Romano, bei. Die Zeiten, als der Pariser mit
italienischem Pass zur europäischen Free-Jazz-Avantgarde zählte und mit Bud Powell, Bill Evans, Keith Jarrett, Michel Petrucciani oder Don Cherry die Bühne teilte, sind zwar vorbei, aber längst nicht vergessen. Heute bezeichnet er sich selbst als "singenden Musiker", was sein letztjähriges Album "Chante" in 13 Songs widerspiegelt (ein Höhepunkt darauf ist das Duett mit der wunderbaren Carla Bruni).
Die Künstlerin über ihr neues Album: "A standard album has been on my mind for quite some time. Even when I was just playing piano, I was thinking about it. Interpreting the old songs from the realbook that me and my friends played from one end to another,
practising our Improvisation skills on the right setup of chords. The problem was all the very good recordings from other artists hands, it was difficult to add anything, and it still is ... I think it was a turning point this summer when I was turing Canada. I decided to try it out, playing other peoples songs. Do some arrangements of songs that I somehow had a relation to and see how it felt. And it felt good. I remember a certain couple in Montreal dancing cheek to cheek to "Teach me tonight" and I thought: Wow ... somebody is dancing to a Susi Hyldgaard concert ... very nice."
Label:
Enja Records HW
Werner Aldinger
Frundsbergstr. 15
80634 München
fon 089 - 18 00 63 31
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