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„Wir sind Exzellenzuniversität“

02.10.2026 • 16:31 Uhr • Wissenschaft, Forschung, Bildung

(openPR) Mit großer Freude ist an der Friedrich-Schiller-Universität Jena die heute bekanntgegebene Entscheidung der Exzellenzkommission aufgenommen worden: Die Universität Jena erhält den Status einer Exzellenzuniversität. Mit ihren beiden Exzellenzclustern „Balance of the Microverse“ und „Imaginamics. Practices and Dynamics of Social Imagining“ hatte sie sich für die Förderlinie Exzellenzuniversitäten qualifiziert. Nun war sie auch mit ihrem Antrag „Light. Life. Liberty. – Connecting People and Ideas“ erfolgreich.

Der Status wird im Wettbewerb der Exzellenzstrategie von Bund und Ländern vergeben, die universitäre Spitzenforschung fördert. Über die Förderung als Exzellenzuniversität entscheidet auf Grundlage wissenschaftlicher Begutachtungen die Exzellenzkommission, der 39 Fachleute sowie die Wissenschaftsministerinnen und -minister von Bund und Ländern angehören.

Mit großer Spannung war die Entscheidung in Jena erwartet worden. Universitätspräsident Prof. Dr. Andreas Marx verfolgte die Bekanntgabe gemeinsam mit Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt, zahlreichen Universitätsangehörigen sowie Partnerinnen, Partnern und Wegbegleitern in den Rosensälen der Universität. Als die Entscheidung für Jena bekanntgegeben wurde, war die Freude im Saal groß.

„Wir sind Exzellenzuniversität – und darüber freue ich mich sehr. Diese Entscheidung ist eine große Anerkennung für die Entwicklung unserer Universität und für die Menschen, die diesen Weg gemeinsam möglich gemacht haben. Sie alle können stolz darauf sein, was sie in den vergangenen Jahrzehnten erreicht haben“, sagte Universitätspräsident Prof. Dr. Andreas Marx unmittelbar nach der Bekanntgabe.

Marx dankte allen, die zu diesem Erfolg beigetragen haben: „Sehr viele Menschen haben diesen Erfolg gemeinsam möglich gemacht. Mein Dank gilt allen Angehörigen der Universität, die mit ihrem Engagement daran mitgewirkt haben. Ebenso danke ich unseren Partnern in den außeruniversitären Forschungseinrichtungen, dem Universitätsklinikum, der Wirtschaft, der Stadt Jena und dem Land Thüringen. Unsere enge Zusammenarbeit macht den Wissenschaftsstandort Jena besonders. Sie ist eine unserer großen Stärken – und auf ihr wollen wir als Exzellenzuniversität weiter aufbauen.“

Vernetzung als Grundlage wissenschaftlicher Exzellenz

Mit ihrem Antrag „Light. Life. Liberty. – Connecting People and Ideas“ knüpft die Universität an ihre drei Profillinien LIGHT, LIFE und LIBERTY und an die besondere Kooperationskultur des Wissenschaftsstandorts Jena an. Im Mittelpunkt steht die Idee, vorhandene wissenschaftliche Stärken noch stärker miteinander zu verbinden und neue Zusammenarbeit über Fächer- und Institutionsgrenzen hinweg zu ermöglichen.

„Wissenschaftliche Exzellenz entsteht für uns durch Fokus, Vernetzung und die Fähigkeit, Menschen mit herausragenden Ideen und unterschiedlichen Perspektiven zusammenzubringen“, sagt Marx. „Als Exzellenzuniversität wollen wir genau dafür noch bessere Bedingungen schaffen.“

Die Universität will mit der Förderung ihre Spitzenforschung weiter stärken, herausragende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gewinnen und fördern sowie neue Freiräume für inter- und transdisziplinäre Forschung schaffen. Zugleich sollen Forschung und Lehre noch enger miteinander verbunden und der Austausch mit Wirtschaft und Gesellschaft ausgebaut werden. Eine wichtige Rolle spielt dabei das eng vernetzte Jenaer Wissenschaftsökosystem.

Bedeutung für Thüringen

Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt, der die Bekanntgabe in den Rosensälen gemeinsam mit der Universität verfolgte, würdigte die Entscheidung:

„Heute ist ein großer Tag für Jena und für ganz Thüringen, denn die Friedrich-Schiller-Universität ist Exzellenzuniversität. Mein herzlicher Glückwunsch und mein Dank gelten den Forscherinnen und Forschern, den Studierenden und der Universitätsleitung, die über Jahre darauf hingearbeitet haben. ‚Light. Life. Liberty.‘ steht für exzellente Forschung, kluge Köpfe und die Freiheit, Neues zu denken. Der Titel bringt zusätzliches Geld und internationale Sichtbarkeit und macht Jena für Talente aus aller Welt noch attraktiver. Davon profitiert das ganze Land, jeder Betrieb, der Fachkräfte sucht, und jede Region, die junge Menschen halten will. Thüringen gehört jetzt zur Spitze der deutschen Wissenschaft. Damit macht der gesamte Freistaat einen riesigen Schritt nach vorn.“

Zwei Exzellenzcluster als Grundlage

Die wissenschaftliche Grundlage für die Bewerbung als Exzellenzuniversität bilden die beiden Exzellenzcluster „Balance of the Microverse“ und „Imaginamics. Practices and Dynamics of Social Imagining“. Gemeinsam stehen sie für die fachliche Breite und die interdisziplinäre Stärke der Universität Jena.

Im Exzellenzcluster „Balance of the Microverse“ erforschen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, wie mikrobielle Gemeinschaften miteinander und mit ihrer Umwelt interagieren und wodurch ihr Gleichgewicht beeinflusst wird. Die Erkenntnisse sind unter anderem für Gesundheit, Umwelt und Klima von Bedeutung.

Der Exzellenzcluster „Imaginamics“ untersucht, wie Gesellschaften gemeinsame Vorstellungen, Narrative und Zukunftsentwürfe hervorbringen und wie diese sich verändern. Dabei geht es auch darum, welche Rolle solche Vorstellungen für gesellschaftlichen Wandel, Konflikte und Zusammenhalt spielen.

Was der Status als Exzellenzuniversität ermöglicht

Mit dem Status als Exzellenzuniversität erhält die Friedrich-Schiller-Universität zusätzliche Möglichkeiten, ihre strategische Entwicklung voranzutreiben. Im Zentrum stehen die Förderung herausragender Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, neue Formen interdisziplinärer Zusammenarbeit, eine stärkere Verbindung von Forschung und Lehre, gemeinsame Forschungsinfrastrukturen sowie der Ausbau regionaler und internationaler Netzwerke. Ziel ist es, die Universität als Ganzes weiterzuentwickeln und bessere Bedingungen dafür zu schaffen, dass neue wissenschaftliche Ideen und Verbindungen entstehen können.

Stimmen zum Erfolg

Zu den ersten Gratulanten gehörte der Vorsitzende des Universitätsrats, Prof. Dr. Wolfgang Marquardt. Er würdigte den Erfolg als Ergebnis der gemeinsamen Entwicklung der Universität:

„Die heutige Entscheidung der Auswahlkommission ist das verdiente Ergebnis eines jahrelangen Marathons und eines grandiosen Endspurts. Großen Dank all jenen, die sich aktiv und mit beeindruckendem Engagement den Herausforderungen des Wettbewerbs gestellt haben, herzlichen Glückwunsch allen Mitgliedern der Universität!“

Thüringens Wissenschaftsminister Christian Tischner hatte die Bekanntgabe der Entscheidung in Bonn verfolgt. Auf dem Weg nach Jena gratulierte er der Universität zu ihrem Erfolg:

„Für Jena und den ganzen Freistaat ist das ein herausragender Erfolg. Hinter der Exzellenz-Entscheidung stehen Forscherinnen und Forscher, die über Jahre an Konzepten, Anträgen und Experimenten gearbeitet haben, ohne zu wissen, ob es am Ende reicht. Ihnen gilt mein Dank, genauso wie den Lehrenden und Studierenden, die sich jeden Tag engagieren, um die Friedrich-Schiller-Universität Jena zu dem exzellenten Ort zu machen, der nun ausgezeichnet wurde. Exzellenz ist nicht einfach nur ein Titel. Sie ist ein Arbeitsauftrag für die nächsten sieben Jahre, für die Universität und für uns als Land.“

Über die Exzellenzstrategie

Mit der Exzellenzstrategie fördern Bund und Länder wissenschaftliche Spitzenleistungen an deutschen Universitäten. Sie umfasst die beiden Förderlinien Exzellenzcluster und Exzellenzuniversitäten. Voraussetzung für die Bewerbung einer einzelnen Universität als Exzellenzuniversität sind mindestens zwei Exzellenzcluster.

Zehn bereits geförderte Exzellenzstandorte wurden 2026 bereits erfolgreich evaluiert und werden weitergefördert. In der aktuellen Wettbewerbsrunde konnten bis zu fünf weitere Universitäten oder Universitätsverbünde neu in die Förderung aufgenommen werden. Mit der heutigen Entscheidung werden ab 2027 insgesamt 15 Exzellenzuniversitäten beziehungsweise Exzellenzverbünde in Deutschland gefördert.

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