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Schutz vor Trockenheit und Hochwasser

30.07.2026 • 09:09 Uhr • Energie & Umwelt

(openPR) Naturpark Soonwald-Nahe: DBU fördert Schwammregion

Osnabrück. Die Folgen des Klimawandels werden zu einer großen Herausforderung für Menschen, Tiere und Pflanzen. Dazu gehört Extremwetter – vor allem Starkregen und anhaltende Hitze. Effektiven Schutz gegen diese Klimawandelfolgen etabliert die Hochschule Geisenheim im Naturpark Soonwald-Nahe (Rheinland-Pfalz): Dieser soll künftig als Schwammregion große Mengen Wasser aufnehmen und es in trockenen Zeiten länger in der Landschaft halten. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) fördert das Projekt mit rund 175.000 Euro.

Leitfaden für den Aufbau einer Schwammregion

Um Deutschlands Widerstandskraft gegen die Folgen des Klimawandels zu erhöhen, gilt es laut DBU-Generalsekretär Alexander Bonde, die Menschen vor Ort von notwendigen Maßnahmen zu überzeugen. „Denn manchmal sind Anpassungen erforderlich, damit Natur gegen Klimaveränderungen robust wird“, so Bonde. Das sichere die Lebensgrundlage von Kommunen und ermögliche den langfristigen Erhalt mittelständischer Forst- und Landwirtschaft. Was die Schwammstadt im urbanen Raum zum Schutz gegen Extremwetter leistet, sollen in ländlichen Gebieten Schwammregionen übernehmen. Ein solches Vorhaben wird derzeit von einem Team der Hochschule Geisenheim um Projektmanagerin Jenny Eckes und unter Leitung von Dr. Jörn Schultheiß und Prof. Dr. Eckhard Jedicke im Naturpark Soonwald-Nahe umgesetzt. Eckes: „Ein Leitfaden listet erfolgreiche Beispiele für Wasserrückhalt auf. Außerdem helfen wir Betrieben aus Forst- und Landwirtschaft bei der Realisierung neuer Maßnahmen.“ Das Ziel: Wälder und Felder sollen bei Starkregen möglichst viel Wasser aufnehmen und bei Trockenheit kontrolliert wieder in die Landschaft abgeben.

Drainagen im Wald verplomben, um Wasserabfluss zu reduzieren

Eckes zufolge besitzt die Region Soonwald-Nahe aufgrund jahrhundertelanger menschlicher Eingriffe derzeit nur geringes Potenzial, um Wasser in der Landschaft zu halten – unter anderem wegen Entwässerungsgräben an Feldern und im Wald – was die Region anfällig macht bei Extremwetter mit Trockenheit bei starker Hitze oder Überschwemmungen bei Regen. Gleichwohl: „Unser Ziel ist ein Miteinander von Landnutzung und Umwelt, auch wenn wir vergangene Eingriffe nicht rückgängig machen können“, sagt Eckes. Eine Option aus ihrer Sicht: Gräben im Wald an mehreren Stellen verplomben, „um das Wasser wieder in den Wald zu leiten und den Wasserabfluss zu reduzieren“. Kleine Wasserrückhaltebecken, bodenschonende Bewirtschaftung und das Pflanzen von Gehölzen zum Erosionsschutz im Ackerland seien ebenfalls wichtige Maßnahmen. Eckes: „Wir arbeiten auch mit dem Bergwaldprojekt e.V. zusammen – etwa beim Bau von Holzkästen im Wald zum Schutz vor Geröll und Schlamm.“

Wenn Menschen gemeinsam anpacken

Eckes zufolge sind Kommunen, Land- und Forstwirtschaft auf eine enge Zusammenarbeit angewiesen, um sich gegenseitig vor Extremwetterfolgen zu schützen. „Wenn zum Beispiel Wälder weniger Wasser aufnehmen können, droht bei Starkregen eine Überflutung nahliegender Äcker. Pflanzen werden zerstört, fruchtbare Erde geht verloren“, so Eckes. Und: Ohne Versickerung des Hochwassers in Wald und Feld laufen laut Eckes naheliegende Kommunen Gefahr, von Überschwemmungen heimgesucht zu werden. Bei extremer Trockenheit drohen ähnliche Risiken: Ausgetrocknete Wälder und Felder bedeuten fehlende Bewässerung für Forst- und Landwirtschaft. Und ein sinkender Grundwasserspiegel gefährdet die Versorgung der Kommunen mit Trinkwasser. Nach Eckes Worten kommt ein gesellschaftlicher Effekt hinzu: Wenn Menschen gemeinsam anpacken, um die Landschaft vor Ort klimaresilienter zu machen, „stärkt das die ganze Region“. Eckes: „Eine umweltverträgliche Schwammregion kommt allen Menschen vor Ort zugute. Städte sind geschützter vor Überschwemmungen. Lokale Landwirtschaft gewährleistet sichere Lebensmittelversorgung und Wälder und Wiesen können Wasser besser speichern.“

Etablierung eines langanhaltenden Netzwerks

Laut DBU-Referentin Dr. Sina Volz hat das Projekt im Naturpark Soonwald-Nahe Vorbildcharakter. „Die im Leitfaden gesammelten Maßnahmen lassen sich mit regionalen Anpassungen gut auf andere deutsche und europäische Gebiete übertragen.“ Das Projekt im Naturpark Soonwald-Nahe versteht die DBU als Startschuss: „Das während der Projektlaufzeit entstehende Netzwerk soll noch lange nach Ende der Förderung aktiv sein und Menschen beim langfristigen Aufbau der Schwammregion helfen“, so Volz. Aktuell vermittelt auch die neue Ausstellung Mission Aqua in der Deutschen Bundesstiftung Umwelt wichtige Ansätze, um Wasser in der Landschaft zu halten – darunter Schwammstadt und Schwammregion. Jung und Alt können interaktiv und spielerisch alles Wissenswerte über die Zukunft der lebenswichtigen Ressource Wasser lernen. Mehr Informationen unter www.missionaqua.org.

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