(openPR) Im Mittelpunkt dieses schmalen Buches steht die Begegnung mit Günter Grass im November 1992 in Mölln, am Tage nach dem rassistischen Brandanschlag und darüber hinaus. Im Mittelpunkt stehen nicht prominente Namen, sondern allein die Frage, wie Haltung, Sprache und Einmischung in einer Zeit der Sprachlosigkeit möglich werden.
Die Nouvelle verbindet persönliche Erfahrung mit Zeitgeschichte und ist bewusst schmal gehalten. Sie versteht sich als literarisches Erinnerungsstück und als Einladung zur Auseinandersetzung mit Zivilcourage, Verantwortung und öffentlichen Raum.
Und unsere Zeit scheint sich wieder auf Irrwegen zu befinden, sieht man die Zustimmungswerte rechtsextremer Parteien. Einmischung wird wieder einmal aktuell. Rassismus allerorts wird wieder hoffähig.
In Harro Zimmermanns grandioser Günter Grass Biografie findet sich nichts zu Mölln und den furchtbarenBrandanschlägen, mit Toten und Verletzten und einer bewegenden Zeit, wie Mölln den Weg eines miteinander gegangen ist. Und Grass zeigte in Mölln öffentlich Haltung und gab sich ein und widmete Mölln in einer Sonette in seinem Buch „Novemberland“. Die AFD wächst, es fehlt noch mehr Haltung dagegen. In ganz Europa scheint ein Rechtsruck in greifbarer Nähe, in den USA regiert ein Präsident, der mit Demokratie nicht viel anzufangen weiß. D. S. Romey erinnerte sich zurück und er stellte fest, es hat sich nur wenig verändert. Damals gab es noch die DVU. Sein Büchlein ist ein Aufruf um hinzusehen, hinzuhören und Wachsamkeit. Jeden gottverdammtenTag und Haltung zeigen, bevor das Ruder nicht mehr herumgerissen werden kann. Schriftsteller wie Günter Grass fehlen mehr denn je. Einmischen. Politik allein scheint überfordert.
Der große Trommler D.S. Romey











