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Wissensschätze digital vernetzt: Senckenberg wird Teil der Biodiversity Heritage Library

29.04.2026 • 18:06 Uhr • Wissenschaft, Forschung, Bildung
Bild: Wissensschätze digital vernetzt: Senckenberg wird Teil der Biodiversity Heritage Library

(openPR) Ob detailreiche Insektenillustrationen oder frühe Beschreibungen von Pflanzen – historische Literatur bildet bis heute eine zentrale Grundlage der Forschung zur biologischen Vielfalt. Forschende müssen häufig auf Veröffentlichungen aus vergangenen Jahrhunderten zurückgreifen, um Arten korrekt einzuordnen oder neu zu beschreiben. „Mit dem Beitritt zur Biodiversity Heritage Library bringen wir unsere historischen Bibliotheksbestände gezielt in eine internationale Wissensinfrastruktur für Biodiversitätsforschung ein und nutzen dabei unsere bestehenden Erfahrungen in der Digitalisierung und Bereitstellung wissenschaftlicher Literatur. Dadurch werden die Bestände nicht nur sichtbar, sondern im globalen Forschungskontext gezielt und systematisch nutzbar – insbesondere für die taxonomische Forschung, also die wissenschaftliche Beschreibung und Einordnung von Arten“, erklärt Dr. Jana Hoffmann, Leiterin des Informationszentrums Entomologie am Senckenberg Deutschen Entomologischen Institut in Müncheberg und Vertreterin Senckenbergs in der BHL.

Die Biodiversity Heritage Library (www.biodiversitylibrary.org) ist ein internationales Netzwerk von Naturkundemuseen, botanischen Gärten und wissenschaftlichen Bibliotheken. Sie bündelt Literaturbestände aus aller Welt und stellt sie online frei zugänglich zur Verfügung. Mit mehreren hunderttausend Titeln und über 60 Millionen digitalisierten Seiten zählt sie zu den weltweit größten Wissensressourcen zur biologischen Vielfalt. Über klassische Suchfunktionen hinaus ermöglicht die Plattform unter anderem die gezielte Recherche nach wissenschaftlichen Artnamen in historischen Texten, die Verknüpfung von Literaturbeständen über Institutionen hinweg sowie den Zugang zu hochwertigen historischen Illustrationen und offen nutzbaren Daten für Forschung und Wissenschaft. „Mit Senckenberg gewinnt die Biodiversity Heritage Library eine bedeutende Partnerinstitution mit herausragenden und in Teilen einzigartigen Sammlungen“, sagt Colleen Funkhouser, Geschäftsführerin der BHL. „Die Einbindung dieser Bestände in die umfassende Sammlung der BHL stärkt unser gemeinsames Ziel, Biodiversitätswissen weltweit frei zugänglich zu machen und besser zu vernetzen.“

Die Senckenberg-Bibliotheken umfassen umfangreiche und historisch gewachsene Spezialbestände aus Zoologie, Entomologie, Paläontologie und Geowissenschaften. Sie sind an mehreren Forschungsstandorten Senckenbergs angesiedelt – darunter Müncheberg, Dresden, Görlitz und Weimar – und spiegeln die fachliche und standortübergreifende Vielfalt Senckenbergs wider. Viele dieser Sammlungen sind international von hoher wissenschaftlicher Bedeutung, bislang jedoch nur eingeschränkt digital verfügbar. Ihre Digitalisierung wird dazu beitragen, bislang unterrepräsentierte Literatur gezielt in die BHL einzubringen und bestehende digitale Bestände sinnvoll zu ergänzen. „Unsere Bibliotheken enthalten zahlreiche spezialisierte und historisch gewachsene Bestände, die für die internationale Forschung von großer Relevanz sind. Ihre Digitalisierung und Einbindung in die BHL verankert sie dauerhaft in einer globalen Forschungsinfrastruktur und erhöht ihre Sichtbarkeit“, sagt Dr. Lutz Kunzmann, Mitglied des Senckenberg-Direktoriums und dort verantwortlich für die Forschungsinfrastruktur. „Die Mitgliedschaft ist zugleich ein wichtiger Impuls für die strategische Weiterentwicklung Senckenbergs im Bereich Digitalisierung, Vernetzung und internationaler Zusammenarbeit.“

Die Einbindung in die BHL ist Teil einer internationalen Entwicklung, Biodiversitätswissen stärker digital zu vernetzen und frei zugänglich zu machen. Als eine der größten Einrichtungen für Geobiodiversitätsforschung in Deutschland leistet Senckenberg damit einen aktiven Beitrag zur Weiterentwicklung globaler Forschungsinfrastrukturen. Ziel ist es, Literatur, Sammlungsdaten und Forschungsergebnisse weltweit miteinander zu vernetzen und so neue wissenschaftliche Erkenntnisse zu ermöglichen, die gezielt in Schutzkonzepte und weitere Maßnahmen zur Erhaltung der biologischen Vielfalt einfließen können. Auch für die taxonomische Forschung ist dieser Zugang von zentraler Bedeutung: Nur durch den systematischen Vergleich mit historischer Literatur lässt sich zuverlässig feststellen, ob eine Art bereits beschrieben wurde.
„Mit dem Beitritt stärkt Senckenberg nicht nur die eigene internationale Sichtbarkeit, sondern auch die globale BHL-Community“, schließt Hoffmann. „Gleichzeitig wird die Beteiligung deutscher Einrichtungen – darunter das Museum für Naturkunde Berlin sowie die Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg – weiter ausgebaut. Die Kooperation trägt dazu bei, Biodiversitätswissen langfristig zu sichern, international zugänglich zu machen und für zukünftige Generationen zu erhalten.“

wissenschaftliche Ansprechpartner:
Dr. Jana Hoffmann
Senckenberg Deutsches Entomologisches Institut Müncheberg
Tel. 033432 73698 3754
E-Mail

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