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Wenn Verantwortung wichtiger wird als Parteibücher Warum kommunale Politik neue Wege braucht

01.01.202612:51 UhrPolitik, Recht & Gesellschaft
Bild: Wenn Verantwortung wichtiger wird als Parteibücher Warum kommunale Politik neue Wege braucht
Sandra Weckert Portrait (© Sarah Eick)
Sandra Weckert Portrait (© Sarah Eick)

(openPR) In den vergangenen Wochen und Monaten haben mehrere Entwicklungen in Mecklenburg-Vorpommern für Aufmerksamkeit gesorgt: Austritte (teilweise mit entsprechenden Inszenierungen) und / oder das Ruhenlassen von Parteimitgliedschaften auf kommunaler Ebene – unter anderem in Pasewalk und Kühlungsborn.

Was auf den ersten Blick wie politische Unruhe oder dramatisierender Lärm wirkt, ist bei genauerem Hinsehen etwas anderes: ein strukturelles Signal.

Denn es geht weniger um Parteien – sondern viel mehr um Verantwortung.

Kommunale Realität ist keine Bundespolitik

Kommunalpolitik funktioniert nach komplett anderen Regeln als Landes- oder Bundespolitik. Bürgermeister und Bürgermeisterinnen, Stadtvertreter, Gemeindevertretungen und Verwaltungen stehen täglich vor sehr konkreten Aufgaben: Infrastruktur sichern, Schulen erhalten, Brücken sanieren, Haushalte ausgleichen, Verwaltung handlungsfähig machen oder halten.

Viele bundespolitische Entscheidungen lassen sich auf dieser Ebene nur schwer bis gar nicht erklären oder gar praktisch umsetzen. Und nein - das ist kein Vorwurf, sondern eine beinharte Realität. Wer vor Ort Verantwortung trägt, kann sich dem gar nicht entziehen. Schon Versuche, dies zu tun, ernten Shitstorms in lokaler Presse.

Wenn Innehalten kein Rückzug ist

Dass kommunale Mandatsträger ihre Parteimitgliedschaft ruhen lassen oder die Partei verlassen, bedeutet in diesen Fällen in Wirklichkeit keinen Rückzug aus der Verantwortung. Ganz im Gegenteil: Die Mandate bleiben, die Arbeit geht weiter, denn Entscheidungen müssen getroffen werden. Die meisten Menschen haben genau davor, eine Entscheidung treffen zu müssen mehr Angst als vor ihrem eigenen Begräbnis. Fragt Walter Moers. 

Das Ruhenlassen einer Parteimitgliedschaft ist kein Affekt, kein Protest, kein politischer Angriff. Es ist ein Innehalten, eine Art: „Ich setze mich mal auf mein Meditationskissen und halte die Klappe, um zur Ruhe zu kommen.“ Ein Signal, dass Parteidisziplin und kommunale Handlungsfähigkeit nicht immer - manche sagen „fast nie“ - deckungsgleich sind.

Verantwortung vor Rechthaberei

Kommunale Politik braucht Pragmatismus, Lösungsorientierung, Verlässlichkeit und die Fähigkeit, Entscheidungen auch dann zu treffen, wenn sie unbequem sind. Sie braucht Zusammenarbeit zwischen Ehrenamt, Verwaltung und politischen Gremien – unabhängig von Parteifarben.

Und immer dann, wenn parteipolitische Loyalität wichtiger wird als lösungsorientiertes Handeln, geraten Kommunen ins Stocken oder verlieren sich im Nirvana des Dauerstreits. Nur dort, wo Verantwortung wirklich übernommen wird, können tragfähige Lösungen überhaupt entstehen.

Demokratie lebt von Haltung, nicht von Etiketten

Demokratie bedeutet nicht, jede Entscheidung entlang von Parteigrenzen zu treffen. Sie bedeutet, Verantwortung zu übernehmen, Transparenz herzustellen und Entscheidungen nachvollziehbar zu begründen. Demos = griechisch, das Volk, die Gemeinde, kratos = griechisch, Macht, Stärke oder Herrschaft. Demokratie zusammengenommen also die „Volksherrschaft“. Und Völker sind nun mal ein diverses, sich beständig veränderndes und entwickelndes Etwas.

Gerade auf kommunaler Ebene zeigt sich, wie wertvoll diese Form der Regierung ist. Nicht Lautstärke entscheidet, sondern Verlässlichkeit. Nicht Symbolik, sondern Ergebnisorientierung. Oder, um es mit Winston Churchill zu sagen: „Demokratie ist die schlechteste aller Regierungsformen – abgesehen von allen anderen, die von Zeit zu Zeit ausprobiert worden sind.“

Ein persönlicher Blick

Als Rednerin und Moderatorin spreche ich in Vorträgen und Keynotes seit vielen Jahren über genau diese Spannungsfelder: Verantwortung, Macht, Entscheidungsfähigkeit und den Mut, unbequeme Realitäten auszuhalten und der Frage, wie Führung jenseits von Machtlogiken wirksam wird.

Die aktuellen Entwicklungen in Mecklenburg-Vorpommern sind für mich Ausdruck eines notwendigen Lernprozesses. In meinen Vorträgen geht es nicht um schnelle Antworten, sondern um die Fähigkeit, Komplexität auszuhalten und dennoch handlungsfähig zu bleiben.

Kommunen sind keine Bühnen für parteipolitische Inszenierung, sondern Lebensräume. Wer sie gestalten will, braucht Mut zur Sachlichkeit, zur Zusammenarbeit – und manchmal auch zum bewussten Abstand.

Als Rednerin erlebe ich immer wieder, wie groß der Wunsch nach Orientierung ist – und wie selten Räume entstehen, in denen ehrlich über Grenzen, Verantwortung und Konsequenzen gesprochen wird.

Ausblick

Chancen wohin man auch blickt… Zum Beispiel: Politik wieder stärker von unten denken. Von den Städten und Gemeinden aus. Dort, wo Entscheidungen unmittelbar wirken und Vertrauen täglich neu verdient werden muss.

Nicht gegen Parteien – sondern über ihre Grenzen hinaus.
Nicht gegen Demokratie – sondern mit allen Facetten eines Volkes.
Wir können das lernen – auch, wenn es ein unbequemer und ungewohnter Weg ist jenseits der liebgewonnenen Pfade. „Im Wald, zwei Wege boten sich mir dar und ich nahm den, der weniger begangen war und das veränderte mein Leben.“ Robert Frost

Über die Autorin

Sandra Weckert lebt in Waren (Müritz) und arbeitet als Rednerin, Keynote-Speakerin, Moderatorin und Projektentwicklerin. In ihren Vorträgen und Keynotes zu Führung, Verantwortung, Bildung und gesellschaftlichem Wandel verbindet sie kommunale Praxis mit strategischer Perspektive.

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