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MV zwischen Sparzwang, Angst und AfD – warum Führung neu gelernt werden muss

29.12.202513:37 UhrPolitik, Recht & Gesellschaft
Bild: MV zwischen Sparzwang, Angst und AfD – warum Führung neu gelernt werden muss
Sandra Weckert Portrait (© Sandra Weckert)
Sandra Weckert Portrait (© Sandra Weckert)

(openPR) Zum Jahresende häufen sich die großen Fragen und das nicht nur in Familien, sondern auch in Politik und Verwaltung.

Das Land Mecklenburg-Vorpommern steht vor erheblichen finanziellen Herausforderungen.
11,3 Milliarden Euro Schulden, Einsparvorgaben für die Verwaltung, Diskussionen über Stellenabbau, Fördermittel, Prioritäten.

Gleichzeitig wächst die politische Polarisierung – und mit ihr der Eindruck vieler Menschen, dass Entscheidungen verschleppt, Konflikte verwaltet und Verantwortung vermieden werden. Die daraus resultierenden Gefühle sind meistens eine Mischung aus Angst, Wut und Ohnmacht.

Des Pudels Kern ist jedoch ein anderer, denn wir haben kein reines Finanzproblem, sondern ein Führungs- und Ausbildungsthema.

Sparen ist notwendig – ausreichend ist es nicht.

Natürlich müssen Haushalte konsolidiert werden, braucht es effiziente Verwaltung, moderne Prozesse und Digitalisierung. Gleichzeitig entsteht der Eindruck, dass Politik und Verwaltung vielerorts zögern – nicht aus Unwissen, sondern aus Angst (ja, auch Beamte und Politiker sind vor diesem Gefühl keineswegs gefeit :).

Angst vor Fehlern, vor juristischen Konsequenzen, Angst vor öffentlicher Kritik, Angst vor Wählerverlust… es gibt fast nichts, wovor man keine Angst haben kann.

„Angst ist die mächtigste Waffe, die Sie genutzt haben.“ Sherlock Holmes zu Lord Blackwood.

Sie ist zwar menschlich und gleichzeitig wirklich wahnsinnig teuer.

Wenn Entscheidungen nicht getroffen werden, entstehen Stillstand, Frust, Wut und Ohnmacht. Und genau dort beginnen populistische Kräfte zu wachsen – nicht, weil sie bessere Lösungen hätten, sondern weil sie einfache Schuldige anbieten. (Alter Trick… :) )

Verwaltung zwischen Rechtssicherheit und Handlungsfähigkeit

In Gesprächen mit Verwaltungsmitarbeitenden höre ich immer wieder dasselbe:
“Rechtssicherheit geht vor Schnelligkeit.”
“Prüfung vor Entscheidung.”
“Absicherung vor Verantwortung.”

Auch das ist nachvollziehbar, doch Schnelligkeit und Effizienz sind nicht dasselbe, genauso wenig wie Verantwortung und Macht. Es ist ein System entstanden, das zwar korrekt arbeitet, aber kaum noch gestaltend wirkt. Wir alle - wir haben dieses System erschaffen und tun dies täglich neu.

In diesem System werden Konflikte nicht gelöst, sondern vertagt, werden Projekte nicht entschieden, sondern abgesichert und werden Debatten nicht geführt, sondern verwaltet. Und der Grund dafür ist simpel: Dieses System wirkt nicht gestaltend, weil das System es nicht kann. Das System wohlgemerkt - nicht die Menschen in ihm.

So ist das Ergebnis ein Kreislauf aus Verzögerung, Misstrauen und wachsender Unzufriedenheit.

AfD-Erfolge sind ein Symptom – kein Ursprung

Wenn politische Beobachter einen möglichen „Erdrutschsieg“ der AfD prognostizieren, lohnt sich ein genauer Blick. Denn radikale Parteien profitieren nicht primär von eigenen Inhalten, sondern von der Wahrnehmung, dass demokratische Systeme handlungsunfähig sind.

Menschen wenden sich ab, wenn sie den Eindruck haben, dass niemand Verantwortung übernimmt. Nicht aus Ideologie, sondern aus Enttäuschung.

Wer auch immer – egal welcher Parteifarbe - die AfD schwächen will, muss deshalb nicht lauter werden – sondern wirksamer.

Führung ist eine erlernbare Kompetenz

In meiner Arbeit als Leadership-Expertin beschäftige ich mich seit vielen Jahren mit genau diesen Themen:

Wie treffen Menschen Entscheidungen unter Druck?
Wie gehen Organisationen mit Konflikten um?
Wie bleibt man handlungsfähig, ohne autoritär zu werden?

Die zentrale Erkenntnis lautet:

Führung ist kein Amt und kein Titel. Führung ist eine Kompetenz. Und sie ist erlernbar – fragt Sun Tzu :).

Dazu gehören:

  • Konflikte auszuhalten, statt sie zu vermeiden – z. B. mit gewaltfreier Kommunikation.
  • Verantwortung zu übernehmen, auch wenn Entscheidungen unpopulär sind – z. B. durch systemisches Konsensieren und Transparenz.
  • Macht zu reflektieren, statt sie unbewusst wirken zu lassen – z. B. durch Supervision oder Coaching
  • Prozesse zu moderieren, statt Fronten zu verschärfen – z. B. durch externe Moderation

Prävention beginnt früh

Genau deshalb setzen Bildungsprojekte wie „48 Könige“ nicht bei Symptomen an, sondern bei Strukturen, bei Infra- Prozess- und Personalstrukturen, um präzise zu sein.
Kinder und Jugendliche lernen dort nicht nur Musik, sondern:

  • wie Systeme funktionieren
  • wie Verantwortung verteilt wird
  • wie Konflikte benannt werden können, ohne zu eskalieren
  • wie Zusammenarbeit ohne Abwertung möglich ist und dies anhand sehr vieler, superpragmatischer Werkzeuge, die sie sofort anwenden können – und was vielleicht noch wichtiger ist – anwenden wollen.

Diese Kompetenzen fehlen später in Politik, Verwaltung und Gesellschaft nicht zufällig – sie fehlen, weil sie nie systematisch vermittelt wurden (ein Schelm, wer dabei Böses denkt.)

Jahresende als Einladung

Das Jahresende ist traditionell eine Zeit der Bilanz.
Vielleicht ist es auch eine Einladung, den Blick zu weiten.

Nicht nur zu fragen:
Wo können wir sparen?

Sondern auch:
Wo verlieren wir Geld, weil wir Konflikte nicht lösen?
Wo zahlen wir politisch drauf, weil Führung vermieden wird?
Wo fehlt Ausbildung in Verantwortung, Entscheidung und Streitkultur?

Die Zukunft von Mecklenburg-Vorpommern entscheidet sich nicht allein in Haushaltsplänen.
Sie entscheidet sich in der Fähigkeit, Führung neu zu denken – ruhig, kompetent und verantwortungsvoll.

Vielleicht liegt ja genau darin das größte ungenutzte Spar- und Zukunftspotenzial. Kommt gut ins neue Jahr!

Über die Autorin

Sandra Weckert lebt in Waren (Müritz) und arbeitet als Leadership-Expertin, Speakerin und Projektentwicklerin.


In ihren Vorträgen und Bildungsprojekten beschäftigt sie sich mit Führung, Konfliktkompetenz, Machtstrukturen und demokratischer Verantwortung. Mit Initiativen wie „48 Könige“ schafft sie Erfahrungsräume, in denen junge Menschen Verantwortung, Respekt und Zusammenarbeit praktisch erlernen.

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