openPR Recherche & Suche
Presseinformation

Gentransfer über Artgrenzen hinweg

17.10.202511:37 UhrWissenschaft, Forschung, Bildung
Bild: Gentransfer über Artgrenzen hinweg

(openPR) Die Gefiederfarbe von Vögeln kann sich durch Genmutationen verändern. Das Auftreten solchen Mutationen ist jedoch vom Zufall abhängig und zeitlich kaum vorherzusagen. Über einen schnelleren Weg zum Gentransfer berichtet jetzt ein internationales Forschungsteam im Magazin „Science“. Die Gruppe beschreibt den Gentransfer über Artgrenzen hinweg, bei dem eine Art von Steinschmätzern die vorherrschende Färbung ihres Gefieders an eine andere Art von Steinschmätzern weitergab. Diese zeitlich deutlich schnellere Veränderung durch Gentransfer wird in der Studie „A mosaic of modular variation at a single gene underpins convergent plumage coloration“ in der gerade erschienenen Ausgabe von „Science“ beschrieben. Erstautor Dave Lutgen und Studienleiter Reto Burri von der Vogelwarte Sempach (Schweiz) haben ihre Studie in der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Holger Schielzeth vom Institut für Biodiversität, Ökologie und Evolution der Friedrich-Schiller-Universität Jena im Rahmen eines von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) unterstützten Projekts begonnen und in der Schweiz vollendet. Beteiligt waren zahlreiche weitere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus mehreren Ländern.

Austausch eines Farbgens über Artgrenzen hinweg

In ihrer Studie beschreiben die Forscherinnen und Forscher, dass Balkansteinschmätzer (Oenanthe melanoleuca) durch die Veränderung eines einzelnen Farbgens die Farbe von Rücken und Kehle änderten. Die ursprünglich schwarzen Rücken der Vögel sind nun weiß und die ursprünglich schwarzen Kehlen wahlweise weiß oder schwarz gefärbt. Über die Verpaarung von Balkansteinschmätzern mit den nahe verwandten Maurensteinschmätzern (Oenanthe hispanica) wurde die neue Farbe von Kehle und Rücken weitergegeben; die Maurensteinschmätzer übernahmen die neue Weißfärbung. „Die Hybriden aus beiden Arten fungierten gewissermaßen wie ein Genbote“, sagt Prof. Dr. Holger Schielzeth. Hybride, also Kreuzungen von Vögeln beider Arten, kommen gelegentlich vor, dennoch bleiben die Arten verschieden, sagt Schielzeth. Die Vorteile der neuen weißen Rückenfarbe sind bisher nicht geklärt. Die Färbung der Kehle hingegen konnten die Forschenden hingegen durch Analysen von Stickstoffisotopen mit Unterschieden in der Nahrung in Verbindung bringen.

Genetische Vielfalt hilft bei der Anpassung an veränderte Umwelt

Reto Burri, Leiter der Studie, nennt eine große genetische Vielfalt als Vorteil für Arten, sich an verändernde Umweltbedingungen anzupassen. Eine solche – im evolutionären Maßstab rasante Veränderung – bringt der Klimawandel mit sich. Reto Burri: „Arten, die über eine große Bandbreite an Erbanlagen verfügen, haben bessere Chancen, sich an eine rasch verändernde Umwelt anzupassen.“ Die Studie zeige, dass Arten jede verfügbare genetische Vielfalt nutzen, um sich an die verändernde Umwelt anzupassen. Das gelte sowohl innerhalb der eigenen Art als auch über Artgrenzen hinweg.

wissenschaftliche Ansprechpartner:
Prof. Dr. Holger Schielzeth
Institut für Biodiversität, Ökologie und Evolution der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Dornburger Straße 159, 07743 Jena
Telefon: 03641 / 949410
E-Mail: E-Mail

Originalpublikation:
Dave Lutgen et al. A mosaic of modular variation at a single gene underpins convergent plumage coloration.Science390,eado8005(2025).DOI:10.1126/science.ado8005

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 1294276
 429

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „Gentransfer über Artgrenzen hinweg “ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von idw - Informationsdienst Wissenschaft

Langzeitarbeitslose: Jobcenter-Mitarbeitende sind  kompetent – aber Arbeitsmarkt-Chancen bleiben gering
Langzeitarbeitslose: Jobcenter-Mitarbeitende sind kompetent – aber Arbeitsmarkt-Chancen bleiben gering
Gütersloh, 17. März 2026. Die Bertelsmann Stiftung hat Langzeitarbeitslose gebeten, die Betreuung in den Jobcentern zu bewerten. Befragt wurden mehr als 1.000 Personen im Alter von 25 bis 50 Jahren, die aktuell arbeitslos sind und seit mindestens einem Jahr Bürgergeld beziehen. Die Rückmeldungen fallen in vielen Punkten positiv aus: Mehr als zwei Drittel der Befragten sind mit der Arbeit ihres Jobcenters zufrieden, knapp drei Viertel halten die Mitarbeitenden für kompetent. Zwei Drittel geben an, dass im Beratungsgespräch auch Weiterbildungsa…
Wissen Sie auch so wenig über Pilze?
Wissen Sie auch so wenig über Pilze?
Im Rahmen der Studie aus der Biologie-Didaktik wurde das Wissen über einheimische Pilzarten in einer repräsentativen Stichprobe von 747 Personen in Deutschland untersucht. Sie zeigte erhebliche Wissenslücken in Bezug auf Pilzarten, die vermutlich zur anhaltenden Vernachlässigung der Organismengruppe der Pilze in Forschung, Naturschutz und Bildung beiträgt. Das könnte negative Folgen für die Erreichung globaler Biodiversitätsziele haben. Im Durchschnitt konnten die Teilnehmenden nur 16,7 % der gezeigten heimischen Pilzarten korrekt identifizi…

Das könnte Sie auch interessieren:

Bild: Städte verändern tierisches SozialverhaltenBild: Städte verändern tierisches Sozialverhalten
Städte verändern tierisches Sozialverhalten
… Urbanisierung auf das Sozialverhalten von Tieren. Die Studie ist die erste systematische Zusammenfassung dazu, wie urbane Lebensräume soziale Systeme über Artgrenzen hinweg beeinflussen.Städtisches Leben verändert Beziehungen Soziales Verhalten umfasst alle Interaktionen zwischen Individuen, zum Beispiel Kooperation oder Konkurrenz. In Städten wirken …
Bild: Taxon-OMICS – Mit wie vielen Arten teilen wir uns die Welt?Bild: Taxon-OMICS – Mit wie vielen Arten teilen wir uns die Welt?
Taxon-OMICS – Mit wie vielen Arten teilen wir uns die Welt?
… den letzten zehn Jahren hat sich dieses taxonomische Ordnen grundlegend verändert, da in zunehmendem Maße molekulargenetische Daten verwendet werden können, um Artgrenzen objektiver auszuloten, unklassifizierte Individuen bekannten Arten zuzuordnen und neue Arten zu entdecken. Das neue Schwerpunktprogramm Taxon-OMICS, das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft …
Bild: Neue Forschungsgruppe am Max-Planck-Institut für Evolutionsbiologie nimmt ihre Arbeit aufBild: Neue Forschungsgruppe am Max-Planck-Institut für Evolutionsbiologie nimmt ihre Arbeit auf
Neue Forschungsgruppe am Max-Planck-Institut für Evolutionsbiologie nimmt ihre Arbeit auf
… Anpassungspotenzial von Populationen. Besonders spannend ist die Frage nach der Wiederholbarkeit evolutionärer Anpassungen – sowohl innerhalb einer Art als auch über Artgrenzen hinweg. Die Identifizierung der zugrunde liegenden genetischen Loci wird nicht nur unser Verständnis evolutionärer Prozesse erweitern, sondern könnte auch praktische Anwendungen …
Doping: Entwicklung eines Nachweisverfahrens für Gen-Doping
Doping: Entwicklung eines Nachweisverfahrens für Gen-Doping
… entweder ins menschliche Genom einzubauen oder im Zellplasma einzulagern. Das resultierende Genprodukt ist mit der natürlichen Substanz identisch und kann bei Verwendung neuster Gentransfer-Technologie sogar gezielt bei Bedarf und nur in bestimmten Zellen des Körpers produziert werden. Deshalb lässt sich mit den bisherigen Methoden Gen-Doping nicht …
Naturland fordert CMS-Verbot für den Öko-Anbau
Naturland fordert CMS-Verbot für den Öko-Anbau
… Blumenkohl und Brokkoli, stammen bereits von CMS-Hybriden. Während Naturland das CMS-Saatgut in seinen Richtlinien verbietet, regelt die EU-Öko-Verordnung diesen Passus nicht.Artgrenzen überschritten Bei einigen Pflanzenarten wie Möhren, Zwiebeln, Sonnenblumen und japanischem Rettich gibt es – natürlich vorkommend – einzelne Pflanzen ohne befruchtungsfähigen …
Bild: Gentransfer-Arzneimittel - Aktueller Stand der präklinischen und klinischen EntwicklungBild: Gentransfer-Arzneimittel - Aktueller Stand der präklinischen und klinischen Entwicklung
Gentransfer-Arzneimittel - Aktueller Stand der präklinischen und klinischen Entwicklung
… folgende Themen ausführlich behandeln: -Die Voraussetzungen für die Erstanwendung am Menschen -Prinzipien des klinischen Prüfplans -GMP-gerechte Herstellung von Gentransfer-Arzneimitteln Das Intensivseminar findet am 14.12.2007 in Frankfurt statt. Weitere Informationen zum Seminar und zum Veranstalter finden Sie unter:http://www.forum-institut.de/veranstaltung.asp?SemNr=0712271
Bild:   ERC Starting Grant für CAU-Pilzgenetiker Michael HabigBild:   ERC Starting Grant für CAU-Pilzgenetiker Michael Habig
ERC Starting Grant für CAU-Pilzgenetiker Michael Habig
… Pflanzenschutzstrategien künftig noch wichtiger werden“, betont CAU-Vizepräsident für Forschung, Professor Eckhard Quandt.Horizontaler Chromosomentransfer: ein kaum erforschtes PhänomenUnter horizontalem Gentransfer (HGT) verstehen Forschende die Weitergabe genetischer Informationen nicht von Eltern an Nachkommen, sondern zwischen bereits existierenden Organismen. …
Bild: Evolution ohne Sex: Wie Milben seit Millionen Jahren überlebenBild: Evolution ohne Sex: Wie Milben seit Millionen Jahren überleben
Evolution ohne Sex: Wie Milben seit Millionen Jahren überleben
… wie stark aktiv sind. Diese Unterschiede ermöglichen eine schnelle Reaktion auf Umweltveränderungen und verleihen einen selektiven Vorteil. Hinzu kommt noch Horizontaler Gentransfer (HGT). Gemeint ist damit die Weitergabe bzw. Aufnahme genetischen Materials außerhalb der sexuellen Fortpflanzungswege. “Horizontaler Gentransfer, bei dem Gene sogar von …
Bild: Einladung: Ausstellung »Horses – PferdeAugenBlicke« bis 5. Dezember in der Flo Peters Galerie HamburgBild: Einladung: Ausstellung »Horses – PferdeAugenBlicke« bis 5. Dezember in der Flo Peters Galerie Hamburg
Einladung: Ausstellung »Horses – PferdeAugenBlicke« bis 5. Dezember in der Flo Peters Galerie Hamburg
… Welt schrieb: „Die Fotografen setzen die Arbeit der Tiermaler fort. Sie ergründen das Wesen der Tiere, legen ihre Schönheit frei, führen den uralten Dialog über die Artgrenzen hinweg weiter. Ruth Marcus gehört zu den Großen dieses Fachs.“     Für ihr 2014 erschienenes Buch „PferdeAugenBlicke“ hat Ruth Marcus die Tiere zunächst vor neutralem Hintergrund, …
Bild: Biogasrestmasse: Gesundheitsgefahren für Mensch und Tier?Bild: Biogasrestmasse: Gesundheitsgefahren für Mensch und Tier?
Biogasrestmasse: Gesundheitsgefahren für Mensch und Tier?
… Bedenken, dass Krankheitserreger durch die Biogasherstellung und der anschließenden Ausbringung der Biogasrestmasse auf Äcker und Wiesen verbreitet werden können. Auch ein Gentransfer, also ein Austausch von Informationen der Bakterien untereinander, während des Gärprozesses ist nicht auszuschließen. Zu den veröffentlichten Ergebnissen der Botulismus-Studie …
Sie lesen gerade: Gentransfer über Artgrenzen hinweg