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Loitz hat gewählt – aber was bedeutet das wirklich?

07.07.202509:11 UhrPolitik, Recht & Gesellschaft
Bild: Loitz hat gewählt – aber was bedeutet das wirklich?
Zwischen Verwaltung und Aufbruch - was bleibt, wenn die Scheune offen steht? (© DREIFISCH)
Zwischen Verwaltung und Aufbruch - was bleibt, wenn die Scheune offen steht? (© DREIFISCH)

(openPR) Am Sonntag, dem 6. Juli 2025, hat die Stadt Loitz ihre bisherige Bürgermeisterin Christin Witt mit knapp 70 Prozent der Stimmen wiedergewählt – ein klares Ergebnis und ein demokratischer Auftrag. Doch dieser Wahltag wirft auch viele Fragen auf – vielleicht mehr, als er beantwortet.

Diese Wahl war mehr als die Entscheidung zwischen zwei Namen. Sie stand für zwei grundverschiedene Wege: alles beim Alten lassen – oder Verantwortung neu denken. Die Gegenkandidatur von Tilo Janzen war deshalb kein Nebenaspekt, sondern ein wesentlicher Beitrag zur demokratischen Wahl. Auch Mario Kerle (AfD) sprach sich öffentlich für Janzen aus und gab eine klare Wahlempfehlung. Denn: Eine Wahl braucht echte Kandidaten – und eine echte Auswahl.

Was bedeutet es eigentlich, Bürgermeisterin in Loitz zu sein? Es heißt: die Stadtverwaltung führen, in Eilfällen entscheiden, Beschlüsse der Stadtvertretung umsetzen, Personal leiten – und für rund 4.200 Bürger ansprechbar bleiben. Eine Bürgermeisterin unterschreibt nicht nur. Sie hört zu, erklärt, handelt. Es geht nicht um Papier – sondern um Rückgrat und Verantwortung im Alltag.

Im Wahlkampf rückten drei Projekte besonders in den Fokus: der Neubau der Feuerwehr, eine neue Schule für Kinder mit besonderem Förderbedarf und ein Mehrgenerationenhaus mit Gesundheitszentrum. Diese Vorhaben sind wichtig – aber nicht neu. Sie wurden unter früheren Bürgermeistern angestoßen, von Fachleuten vorbereitet und von Kreis und Land beschlossen sowie finanziert. Wer sich heute daran misst, führt weiter, was andere begonnen haben. Das ist respektabel – ersetzt aber keine eigene Idee. Es erinnert auch an andere Vorhaben in Loitz, bei denen frühere Ansätze kaum Wirkung zeigten – oft wegen fehlender Klarheit, Mut oder Energie. Welche Impulse entstehen wirklich im Rathaus – und was bleibt reine Verwaltung?

Was, wenn es keinen Gegenkandidaten gegeben hätte? Ohne jemanden wie Tilo Janzen wäre die Wahl zur reinen Formsache verkommen – ein schlichtes Ja oder Nein. Möglicherweise hätten sich dann radikale Kräfte in Szene gesetzt. Die AfD verzichtete bewusst auf eine eigene Kandidatur, bekannte sich aber offen zu inhaltlicher Nähe zur CDU. Schon die bloße Existenz einer ernst gemeinten Alternative war ein Zeichen demokratischer Reife – kein Selbstzweck, sondern ein Beitrag zur Stabilität.

Jetzt ist gewählt – aber damit beginnt erst die eigentliche Frage: Wer übernimmt Verantwortung – und wer führt die Geschichte weiter, die andere begonnen haben? Es genügt nicht, auf die Bürgermeisterin zu zeigen. Auch Verwaltung, Stadtvertretung, Ausschüsse und Bürgerschaft tragen Verantwortung für das, was nun aus diesem Ergebnis wird. „Weiter wie bisher“ ist kein Konzept. Wenn engagierte Mitarbeitende die Verwaltung verlassen, weil sie nichts bewirken können, dann muss sich etwas ändern. Es geht dabei nicht nur um einzelne Stellen – sondern um die Qualität der Mitarbeitenden insgesamt und um den Umgang mit ihnen.

In jeder Verwaltung gibt es ganz unterschiedliche Antriebe: A-Mitarbeitende, die mitdenken, gestalten und Verantwortung übernehmen. Sie sind selten – aber entscheidend für echte Veränderung. B-Mitarbeitende sichern den Betrieb, sind verlässlich – aber oft nicht impulsgebend. Und dann gibt es C-Mitarbeitende, die Aufgaben vermeiden, Dienst nach Vorschrift machen und Veränderung blockieren. Wenn die A-Mitarbeitenden gehen, weil sie ständig gebremst oder übergangen werden, gerät das ganze System in Schieflage. Denn ohne motivierte Köpfe an den entscheidenden Stellen wird aus der Verwaltung Stillstand. Wer gestalten will, muss erkennen: Die besten Leute zu halten ist kein Luxus – es ist die Grundlage jeder Zukunft.

Es gibt eine alte Regel: Nach 100 Tagen schaut man genauer hin. Das bedeutet nicht, alles laufen zu lassen – sondern aufmerksam zu beobachten, Erwartungen realistisch zu halten und offen anzusprechen, wenn etwas nicht funktioniert. Wird wirklich geführt – oder bloß verwaltet? Wird offen gesprochen – oder nur beschwichtigt? Wird Verantwortung übernommen – oder einfach weitergereicht?

Danke an alle, die wählen gegangen sind. Und besonders an jene, die sich nicht von Gewohnheit leiten ließen, sondern Rückgrat gezeigt haben. Danke auch an alle, die Fragen gestellt haben – nicht, um zu stören, sondern um mitzudenken. Ich bleibe dran. Nicht aus Trotz, sondern weil mir Loitz am Herzen liegt.

Ein Wahlergebnis ist kein Schlusspunkt. Es ist ein wichtiger Meilenstein – wenn wir alle gemeinsam Verantwortung übernehmen:

für Loitz,
für unsere Zukunft,
für alle, die nicht nur verwalten, sondern gestalten wollen.

Heimat im Herzen.

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