openPR Recherche & Suche
Presseinformation

AMIDES erkennt neue Varianten von Cyberattacken

02.12.202410:29 UhrWissenschaft, Forschung, Bildung

(openPR) Die Bedrohung durch Cyberattacken und Industriespionage hat sich im Jahr 2024 weiter verschärft: Nach Angaben einer Studie des Digitalverbands Bitkom sind acht von zehn Unternehmen in Deutschland bereits Opfer von Datendiebstahl und ähnlichen Angriffen geworden. Der durch Netzwerkeinbrüche entstandene Schaden geht in die Milliarden. Das Problem: Die Angriffsarten und -methoden ändern sich ständig oder werden von den Angreifern geringfügig abgewandelt. Daher werden der Diebstahl und die Manipulation von Daten oftmals erst bemerkt, wenn es zu spät ist.

Open-Source-System erkennt Signatur-Umgehungen durch adaptive Missbrauchserkennung

Bislang basiert die Detektion von Cyberangriffen in Organisationen überwiegend auf Signaturen bzw. Detektionsregeln, die von Sicherheitsexperten auf Basis bereits bekannter Angriffe erstellt wurden. Diese Signaturen sind das Herzstück eines SIEM-Systems. Forschende des Fraunhofer FKIE in Bonn haben jedoch aufgedeckt, dass Angreifende viele solcher Signaturen leicht umgehen können. Zwar lassen sich alternativ auch Detektionsmethoden aus dem Bereich der Anomalie-Erkennung einsetzen, um Angriffe trotz umgangener Signaturen aufzuspüren. Daraus resultieren jedoch häufig viele Fehlalarme, die aufgrund der hohen Anzahl gar nicht alle untersucht werden können. Um dieses Problem zu lösen, haben die Forschenden des Fraunhofer FKIE als praxistauglichen Mittelweg ein System entwickelt, das mithilfe von Machine Learning Angriffe erkennt, die existierenden Signaturen ähnlich sind: Mit AMIDES, kurz für Adaptive Misuse Detection System, führen die Expertinnen und Experten ein Konzept zur adaptiven Missbrauchserkennung ein, das überwachtes Maschinelles Lernen nutzt, um potenzielle Regelumgehungen zu erkennen und gleichzeitig darauf optimiert ist, Fehlalarme auf ein Minimum zu reduzieren. Die frei verfügbare Open-Source-Software (siehe Link unten) adressiert vor allem größere Organisationen, die bereits über ein zentrales Sicherheitsmonitoring verfügen und dieses verbessern möchten.

»Signaturen sind zwar das wichtigste Mittel, um Cyberangriffe in Unternehmensnetzwerken zu erkennen, sie sind aber kein Allheilmittel«, sagt Rafael Uetz, Wissenschaftler am Fraunhofer FKIE und Leiter der Forschungsgruppe »Intrusion Detection and Analysis«. »Bösartige Tätigkeiten können häufig unerkannt durchgeführt werden, indem der Angriff leicht modifiziert wird. Angreifende versuchen, der Erkennung durch verschiedene Verschleierungstechniken zu entgehen, etwa durch das Einfügen von Dummy-Zeichen in Befehlszeilen. Der Angreifer schreibt den Befehl so, dass die Signatur ihn nicht findet«, erläutert der Forscher das Vorgehen der Cyberkriminellen. An diesem Punkt setzt AMIDES an: Die Software führt eine Merkmalsextraktion auf Daten sicherheitsrelevanter Ereignisse durch, zum Beispiel auf der Befehlszeile neu gestarteter Programme. Mithilfe von Machine Learning werden dann Befehlszeilen erkannt, die denen ähneln, auf die die Detektionsregeln anschlagen, die aber nicht genau diese Signaturen treffen. In diesem Fall würde AMIDES einen Alarm auslösen. Der Ansatz wird als adaptive Missbrauchserkennung bezeichnet, da er sich an die Zielumgebung anpasst, indem er auf ihr Normalverhalten trainiert wird, um potenzielle Angriffe von harmlosen Ereignissen richtig zu unterscheiden.

Adaptive Missbrauchserkennung ermöglicht Regelzuordnungen

Neben der Möglichkeit, bei potenziellen Umgehungen Warnungen auszulösen, bietet der neue Ansatz auch eine Funktionalität, die die Forschenden als Regelzuordnung bezeichnen. Wenn eine herkömmliche Detektionsregel zur Missbrauchserkennung ausgelöst wird, kann ein Analyst diese Regel einfach anzeigen, um herauszufinden, was passiert ist, da Regeln normalerweise einen aussagekräftigen Titel und eine Beschreibung neben den Signaturen enthalten. Vielen auf Maschinellem Lernen basierenden Systemen fehlt dieser Vorteil jedoch, und sie lösen nur eine Warnung ohne weiteren Kontext aus. Da die adaptive Missbrauchserkennung aus SIEM-Detektionsregeln lernt, sind während des Trainings Informationen darüber verfügbar, welche Merkmale in welchen Regeln enthalten sind, sodass AMIDES abschätzen kann, welche Regeln wahrscheinlich umgangen wurden.

Im Rahmen eines umfangreichen Tests mit Echtdaten einer deutschen Behörde konnte AMIDES bereits evaluiert werden. Uetz: »Diese Tests haben gezeigt, dass unsere Lösung das Potenzial hat, die Erkennung von Netzwerkeinbrüchen signifikant zu verbessern.« Mit seiner Standardempfindlichkeit erkannte AMIDES erfolgreich 70 Prozent der Umgehungsversuche ohne Fehlalarme. In puncto Geschwindigkeit zeigten die Messungen, dass das System schnell genug für den Livebetrieb auch in sehr großen Unternehmensnetzen ist.

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 1273045
 445

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „AMIDES erkennt neue Varianten von Cyberattacken “ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von idw - Informationsdienst Wissenschaft

Bild: VR, Robotik und Eye-Tracking: Innovations-Labor der DHBW VS bietet KI-Kompetenz und technologische Innovationskraft Bild: VR, Robotik und Eye-Tracking: Innovations-Labor der DHBW VS bietet KI-Kompetenz und technologische Innovationskraft
VR, Robotik und Eye-Tracking: Innovations-Labor der DHBW VS bietet KI-Kompetenz und technologische Innovationskraft
Das Innovations-Labor (Innolab) der DHBW Villingen-Schwenningen ist die zentrale Anlaufstelle für innovative Technologien und moderne Methodenkompetenz. Verantwortlich ist das Education Support Center (ESC), das als Dienstleister für Lehrende, Studierende und perspektivisch auch für Duale Partner agiert. Mit Technologien wie Virtual-Reality-Brillen, Robotik-Systemen und Eye-Tracking-Geräten schafft das ESC eine Infrastruktur, die Lehre, Forschung und Transfer gleichermaßen stärkt. „Studierende und Dozierende können die Leistungen des ESC in …
BreGoS² – Nachhaltigkeitsverbund der Bremischen Hochschulen geht in die nächste Runde
BreGoS² – Nachhaltigkeitsverbund der Bremischen Hochschulen geht in die nächste Runde
In der zweiten Förderphase soll unter dem Titel BreGoS² aus einem zeitlich befristeten Forschungsprojekt Schritt für Schritt eine tragfähige Struktur für mehr Nachhaltigkeit im Hochschulalltag werden. Beteiligt sind die Hochschule Bremen, die Hochschule Bremerhaven und die Universität Bremen. Gemeinsam vertiefen sie ihre Zusammenarbeit, um Lösungen zu entwickeln, die den Hochschulbetrieb langfristig nachhaltiger machen und zugleich Vorbild für andere Einrichtungen sein können. In der ersten Projektphase haben die beteiligten Hochschulen geze…

Das könnte Sie auch interessieren:

Bild: SWIFT Customer Security ProgrammeBild: SWIFT Customer Security Programme
SWIFT Customer Security Programme
Das SWIFT Customer Security Programme (kurz: CSP) wurde ins Leben gerufen um die lokale SWIFT-Infrastruktur gegen Cyberattacken zu sichern. SWIFT hat die lokale Umgebung beim Kunden als wichtigsten Angriffspunkt für Cyber-Attacken ausgemacht. Das CSP soll eine einheitliche, hohe Sicherheit bei allen SWIFT-Nutzern gewährleisten. Das SWIFT Customer Security …
Bild: Schutz vor Cybersicherheitsrisiken und WebseitenwartungBild: Schutz vor Cybersicherheitsrisiken und Webseitenwartung
Schutz vor Cybersicherheitsrisiken und Webseitenwartung
… Geschäftsführer von Nabenhauer Consulting, äußerte sich zu diesem Thema: 'Wir unterstützen unsere Kunden dabei, die Online-Sicherheit zur Priorität zu machen. Das Gratis Webinar "Cyberattacken" von Nabenhauer Consulting wartet auf die Teilnehmer mit einer idealen Kombination von nützlichen Wissen: wie sie sich optimal, preisgünstig und auf Dauer gegen …
Cyberattacken durch Ransomware können keine Schäden mehr anrichten
Cyberattacken durch Ransomware können keine Schäden mehr anrichten
Cyberattacken durch Ransomware können keine Schäden mehr anrichtenDie Software tetraguard.untouchable verhindert durch einen innovativen Denkansatz Angriffe und schützt Unternehmen und InstitutionenEuskirchen,  18.11.2021Die Gefahr durch Cyberattacken, der sich Unternehmen und Institutionen täglich ausgesetzt sehen, nimmt rasant zu. Allein in den letzten …
Cyberattacken und IT-Sicherheit 2025 - die Expertenbefragung zu den Zukunftstrends
Cyberattacken und IT-Sicherheit 2025 - die Expertenbefragung zu den Zukunftstrends
… und welche Gefahren sehen Experten in den kommenden Jahren auf uns zukommen? Die aktuelle Expertenbefragung, initiiert von RadarServices, gibt Aufschluss. Die Anzahl der Cyberattacken wird laut Expertenschätzungen um 300% pro Jahr steigen (Durchschnitt aller Antworten) 72% der Experten warnen: Unternehmen sind aus heutiger Sicht nicht ausreichend auf …
"Keine Angst vor Cyberangriffen!" - Online-Seminar mit Carsten Marmulla am 28.02.2023
"Keine Angst vor Cyberangriffen!" - Online-Seminar mit Carsten Marmulla am 28.02.2023
Essen, 10. Februar 2023: In Unternehmen fehlt es häufig an Zeit und Expertise, um sich ausreichend vor Cyberattacken zu schützen. Die Beratungsboutique für Cybersicherheit carmasec hat deshalb eine Seminar-Reihe entwickelt, die Entscheider:innen und Geschäftsführer:innen mit Fachwissen und einfach umzusetzenden Maßnahmen unterstützt.Das erste Seminar …
Global Risks Report: Sorge um Cyber-Risiken ist berechtigt
Global Risks Report: Sorge um Cyber-Risiken ist berechtigt
… Ängsten. Im Mittelpunkt stehen die befürchteten Auswirkungen globaler Risiken auf die wirtschaftliche Geschäftstätigkeit in einem jeweiligen Land: Für die deutsche Wirtschaft bereiten Cyberattacken mit 41,1 Prozent am meisten Sorge. Dies bedeutet, dass fast die Hälfte der befragten deutschen Führungskräfte Cyberattacken zu ihren Top5 gefürchtetsten globalen …
Bild: Cybersicherheit und Wartung der Webseite gegen kriminelle EnergieBild: Cybersicherheit und Wartung der Webseite gegen kriminelle Energie
Cybersicherheit und Wartung der Webseite gegen kriminelle Energie
… Nabenhauer Consulting unterstützt dabei mit individuellen und effektiven Lösungen. Unternehmen sind ständig damit konfrontiert, ihre Umsätze zu erhöhen und gleichzeitig ihre Webseite vor Cyberattacken zu schützen. Dabei handelt es sich um eine wachsende kriminelle Energie, die Geschäftsmechanismen belastet und oft Anlass zu finanzieller Unsicherheit und …
Bild: HACKERS INSIDEBild: HACKERS INSIDE
HACKERS INSIDE
München, 03.11.2021: Durch Cyberattacken entstand der deutschen Wirtschaft 2020/21 ein Gesamtschaden von 223 Milliarden Euro. Damit gibt es ein neues Rekordhoch, denn die Schäden haben sich im Vergleich zu den Vorjahren mehr als verdoppelt. Die Angriffe sind so vielfältig wie grausam, ob Produktionsstätten lahmgelegt werden, Krankenhäuser gestört oder …
RadarServices erhält Deloitte-Award als eines der 100 am schnellsten wachsenden Tech-Unternehmen in EMEA
RadarServices erhält Deloitte-Award als eines der 100 am schnellsten wachsenden Tech-Unternehmen in EMEA
… kritischen Infrastrukturen, Behörden und öffentlichen Institutionen zu den Kunden. Im Mittelpunkt der angebotenen Technologie und der Managed Security Services steht die zeitnahe Erkennung von Cyberattacken und IT-Sicherheitsrisiken. „Unternehmen brauchen im Schnitt 4 Monate, um Cyberattacken auf Ihre IT zu erkennen. Unser Anspruch ist es, Angriffe auf die …
Bild: Whitepaper zum CARTA-Ansatz: Cyberattacken mittels "Machine Learning" präventiv abwehrenBild: Whitepaper zum CARTA-Ansatz: Cyberattacken mittels "Machine Learning" präventiv abwehren
Whitepaper zum CARTA-Ansatz: Cyberattacken mittels "Machine Learning" präventiv abwehren
… erkennen und zu vermeiden. Dafür wird mit Hilfe einer kontinuierlichen Analyse von Datentransaktionen nach Abweichungen von „Whitelists“ gesucht. Die steigende Zahl von Cyberattacken erfordert die Anwendung effektiverer und schlagkräftigerer Methoden zur Sicherung mittelständischer IT-Systeme. Ein Ansatz hierzu ist das von Gartner 2017 entwickelte CARTA. …
Sie lesen gerade: AMIDES erkennt neue Varianten von Cyberattacken