(openPR) Jugendliche Sexualstraftäter werden immer häufiger. Sie sind für etwa 50 Prozent der Übergriffe auf Kinder und für ca. 30 Prozent des Missbrauchs von Frauen verantwortlich. Den Hintergrund der Gewalttätigkeit bilden meist unglückliche oder fehlende Beziehungen zu den eigenen Eltern, berichtet Ingrid Wolff-Dietz in ihrer aktuellen Monografie "Jugendliche Sexualstraftäter".
Die Psychologin warnt allerdings davor, sich anhand weniger Faktoren schnell ein Bild zur Entstehung der sexuellen Delinquenz zu machen und den Patienten durch ein vorgefertigtes Therapieprogramm laufen zu lassen - d.h. die Symptome zu beseitigen.
"Auf der einen Seite sollen die hinter der sexuellen Delinquenz liegenden Konflikte verstanden und bearbeitet werden. Auf der anderen Seite sind konkrete Strategien und Kompetenzen zu lernen, um eine Kontrolle (neu) auftretender devianter Impulse zu ermöglichen."
Jugendliche Sexualstraftäter wachsen häufig in Familien auf, "die sich durch Aggression, Missbrauch und Vernachlässigung auszeichnen." Daher hält es die Autorin für wichtig, "die Familie stets in die Behandlung einzubeziehen."
Die Erfolgschancen einer multimodalen Therapie beurteilt Ingrid Wolff-Dietz positiv, da die Zyklen, Mechanismen und Muster bei Jugendlichen noch weniger fixiert sind. "Durch eine frühe Intervention könnte die Anzahl der Straftaten in diesem Bereich im Optimalfall um die Hälfte reduziert werden."
Die Psychotherapeutin arbeitet in der Psychiatrisch-Psychotherapeutischen Klinik Völklingen (Saarland); Kontakt: ![]()
Ingrid Wolff-Dietz: Jugendliche Sexualstraftäter
Pabst, ISBN 978-3-89967-352-4, 240 Seiten









