(openPR) München, 31.01.2023
Die von vielen Patienten geschätzte Osteopathie bietet unterschiedliche Ansätze zur Behandlung von Long-/Post-COVID und ME/CFS und kann deshalb dazu beitragen, Symptome dieser Erkrankungen deutlich zu lindern. So die Ergebnisse eines Fachkongresses, der vom 27. bis 28. Januar in München stattgefunden hat. Nun wollen Osteopathen ein interdisziplinäres Versorgungsnetzwerk für Betroffene aufbauen.
Zu ihrem interdisziplinären Kongress in der Osteopathie hatte die osteopathische Forschungsinitiative RIO gemeinsam mit Ko-Veranstalter Lomerio Experten aus der Schulmedizin und der Osteopathie als Dozenten eingeladen. Letztere stellten osteopathische Behandlungsansätze und Techniken den über 200 Teilnehmern vor Ort und online vor.
Hierzu zählten die Regulierung der neurovegetativen-immunologischen Homöostase, Techniken im Bereich des Pericards, ein Behandlungskonzept der Arterien, die systemische Regulation und Anwendung der sog. Perrin-Techniken zur Behandlung von ME/CFS, die kraniale Drainage sowie die Lymphdrainage mit osteopathischem Ansatz.
Dass Osteopathie bei Long-COVID wirksam sein kann, verwundert Long-COVID-Expertin und Buchautorin Dr. med. Claudia Ellert nicht, die als Dozentin am Kongress teilgenommen hat:
“In meinen Augen kann die osteopathische Praxis ein Ort sein, an dem Betroffene auf offene Ohren, Verständnis und genügend Zeit treffen, um verstanden zu werden. Die sehr häufig bei Long COVID bestehenden Formen der Dysautonomie sind in der somatischen Medizin weitestgehend unbekannt. Wenn man die ihr zugrundeliegenden Mechanismen versteht, fällt die Zuordnung von Symptomen oft leichter. Die Symptomkonstellationen verlieren ihr ‘Diffuses’ und bieten Ansatzpunkt für symptomatische Therapien.”
Dazu der Initiator des Kongresses und dessen Leiter, Osteopath Andreas Risch aus Berlin:
”Long-/Post-COVID und ME/CFS sind sehr komplexe Erkrankungen, die eine interdisziplinäre Herangehensweise erfordern. Als patientenzentrierte Form der Heilkunde kann die Osteopathie hierbei von großem Nutzen sein, weil sie unterschiedliche Behandlungsansätze beinhaltet und über einen umfangreichen Werkzeugkasten an manuelle Techniken verfügt. Mit den auf den Kongress gezeigten Behandlungsansätzen und Techniken können wir Long-/Post-COVID und ME/CF-Patienten tatsächlich helfen. Deshalb wollen wir nun den nächsten Schritt gehen und ein interdisziplinäres Versorgungsnetzwerk aufbauen, das Betroffene zu Rate ziehen können, um sich behandeln zu lassen.“
Erste Gespräche mit den am Kongress beteiligten Ärzten haben in München bereits stattgefunden.
Die veranstaltende Forschungsinitiative RIO widmet sich seit ihrer Gründung vor zwei Jahren dem Thema Long-/Post COVID und befasst sich mit den Möglichkeiten osteopathischer Interventionen für Long-/Post COVID und ME/CFS. Der Ko-Veranstalter Lomerio ist eine osteopathische Fortbildungsplattform und Online-Veranstalter.
Osteopathie ist eine eigenständige, patientenzentrierte Form der Heilkunde, die ausschließlich manuell ausgeübt wird und vorwiegend dem Aufspüren und Behandeln von Funktionsstörungen dient. Rechtlich als Heilkunde definiert, müssen die sie ausübenden Osteopathen Ärzte oder Heilpraktiker sein. Die Ausbildung in Osteopathie ist privat reglementiert und sollte gemäß den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation WHO für Gesundheitsfachberufe mindestens 1.000 Zeitstunden (ca. 1.350 Unterrichtseinheiten) umfassen. Gegenwärtig wird Osteopathie von 88 gesetzlichen Krankenkassen als Zusatzleistung bezuschusst.
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