(openPR) Reflexionen von Coach Kirsten Andrä anlässlich der Woche der seelischen Gesundheit
Resilienz, zu Deutsch seelisch-geistige Widerstandskraft, ist ein Trendbegriff in Psychologie und Arbeitswelt. Dies ist Segen und Fluch zugleich. Einerseits bedeutet dieses Augenmerk auf die psychische Stabilität der Menschen einen wesentlichen Fortschritt im Vergleich zur rein materialistischen Ausrichtung vieler Betriebe in früheren Jahren: Es finden Gespräche und Seminar-Angebote für Persönlichkeitsentwicklung, Stressmanagement und Stressprophylaxe statt, die vielen Menschen helfen, die Herausforderungen in Beruf und Privatleben besser zu bewältigen.
Andererseits wird der Begriff oft als Feigenblatt für strukturelle Missstände missbraucht: Mitarbeiter/innen sollen einfach „resilienter“ werden und dann eine seit Jahrzehnten zunehmende Arbeitsverdichtung, Arbeitsplatzunsicherheit und Beschleunigung mit einem Dauerlächeln und stets kerngesund abfedern.
Hier gilt es also, sensibel zu sein für Etikettenschwindel und sich auf die eigentliche Bedeutung von Resilienz zu besinnen: Die trainierbare Fähigkeit des Menschen, unvermeidbare Wechselfälle des Lebens heil zu bestehen, zeitlich begrenzte Herausforderungen zu meistern und den Realitäten des Lebens ins Auge zu sehen. Gleichzeitig gilt es, sich der individuellen und kollektiven Bedürfnisse und berechtigten Interessen gewahr zu sein und nach Kräften für sie einzutreten. Auch dieses „für etwas Gehen“, im Gegensatz zum passiven Erdulden, ist Ausdruck von Resilienz. Am Arbeitsplatz ist dies klassisch in Gewerkschaften, Betriebs- und Personalräten verortet, die für alle offen stehen.
Coach Kirsten Susanne Andrä sieht hier vor allem eine Aufgabe für Führungskräfte: „Sie haben viele Möglichkeiten, die Resilienz Ihrer Teammitglieder zu stärken: Zeigen Sie echte, persönliche Wertschätzung, beispielsweise indem Sie Ihrem Gegenüber in die Augen schauen und mit Namen begrüßen. Etablieren Sie eine positive Fehlerkultur, indem Sie Verantwortung für Ihre Fehler übernehmen und sagen, was Sie daraus gelernt haben. Fördern Sie den Team-Zusammenhalt, die Selbstwirksamkeit und das Selbstbewusstsein Ihrer Leute. Zum Beispiel, indem Sie gemeinsame Erfolge feiern, Vorschläge aufgreifen und mit jedem Mitarbeiter ein Stärkenprofil erstellen. Wichtig dabei ist, authentisch zu sein. Manipulation ist Gift für jede Organisation - und für die Resilienz!“
Die Stressmanagement-Expertin aus Freiburg im Breisgau ergänzt: „Menschen, die sich gesehen fühlen und respektiert wissen, die keine Angst haben müssen, nach dem ersten Fehler die Arbeitsstelle zu verlieren, die sich vernetzen, beteiligen und ihre Talente einbringen können, erleben Verbundenheit, Zugehörigkeit und Sinn - alles zentrale Resilienz-Faktoren“.
Impulse und Wege zur Umsetzung entstehen beispielsweise im Austausch mit Kollegen, durch ein Coaching, eine Supervision, eine Klausur oder einen Strategie-Tag. Eine Vertiefung dieses Themas finden Sie auch auf www.andrae-coaching.de/aktuelles
Das Aktionsbündnis Seelische Gesundheit veranstaltet in diesem Jahr die Woche der Seelischen Gesundheit noch bis zum 20. Oktober unter dem Motto: „Reden hebt die Stimmung – Seelisch gesund in unserer Gesellschaft”. Andrä Coaching unterstützt die Ziele dieses Aktionsbündnisses seit der Firmengründung im Jahr 2006.












