(openPR) Weihnachten stirbt einen leisen Tod. Dort, wo es nicht bereits durch Winterferien, Jahresendfeste mit Flügelwesen und Konsumrausch ersetzt wurde, krankt das Fest der Geburt des Jesus von Nazareth an der gesellschaftlichen Unfähigkeit, zu warten.
Während eine Geburt neun Monate Vorbereitung und Wachstum im Stillen braucht, erstickt das Christgeburts-Fest an kollektiver Ungeduld: Orangen im Sommer, Lebkuchen im September, Festbeleuchtung und Kerzen mit den ersten dunkleren Oktobertagen, “Frohe Weihnacht” an Türen und Fenstern im November und “Weihnachtsmärkte” schon vor dem ersten Advent sorgen für eine beiläufige Gleichgültigkeit, eine Übersättigung schon vor dem Festmahl. Wer kennt und singt noch Adventslieder? Wer feiert die Adventssonntage? Weihnachtslieder und Weihnachtsfeiern haben längst diese Zeit des Wartens und der Vorfreude verdrängt.
Wer an den Weihnachtsfeiertagen ein Weihnachtskonzert live zu hören bekommt, kann sich glücklich schätzen, denn die allermeisten Chöre legen ihr “Weihnachtskonzert” in den Advent. Auch die leckeren Nürnberger Lebkuchen mit Schokolade sind an den Tagen kurz vor Weihnachten ausverkauft oder schmecken an Heiligabend schon leicht pappig, weil sie im Sommer produziert wurden.
Ohne gelebten Advent erlischt der Weihnachtsstern
Egal, könnte man nun sagen, denn der Sinn von Weihnachten besteht ja weder in Kulturgenuss noch in kulinarischen Leckerbissen.
“Klar, aber diese Ungeduld, das Überspringen der einstigen Fastenzeit vor den Feiertagen, die Dauerbeschallung mit “Stille Nacht”, dem früheren Höhepunkt der Christmette am späten Abend des 24. Dezember, bringt eine Leere mit sich, die der Weihnachtsfreude gründlicher den Garaus macht als alle Probleme des Lebens. Der Weihnachtsstern, der den Weisen und Sinnsuchern einst den Weg gewiesen hat, erlischt quasi”, bedauert Coach Kirsten S. Andrä aus Freiburg.
Selbst Menschen, die sich nach einem authentischen Weihnachtsfest sehnen, die dessen Herzstück, Jesus Christus, bewusst suchen und feiern möchten, werden nicht selten von dieser Leere ergriffen und niedergedrückt. Manche von ihnen versuchen Jahr für Jahr, gegen den Strom zu schwimmen - und gehen immer wieder unter im Sog der süßlichen Songs in den Geschäften und den Fluten von Werbung. Wer es sich leisten kann, flieht auf den stillen Wochenmarkt für den Lebensmitteleinkauf - oder gleich in den sonnigen Süden.
Advent: Rückeroberung einer Atempause
Die Lösung könnte sein, sich in diesem Jahr bewusst den Advent zurück zu erobern: Wir gehen beispielsweise mit Geräuschunterdrückungs-Kopfhörer einkaufen, verzichten auf Zuckerzeug in den Tagen oder Wochen vor Weihnachten, backen wieder einmal selbst die aromatischsten Lebkuchen für die Feiertage, zünden bewusst jeden Sonntag eine Kerze mehr an, lassen die vorgezogenen Weihnachtsfeiern sausen und verbringen stattdessen ein paar Stunden im Wald oder zu Hause in Stille. Wir ersparen uns die Jagd nach Weihnachtsgeschenken ganz oder beschränken uns auf ein kleines, vielleicht sogar liebevoll selbst hergestelltes, Geschenk pro Familienmitglied. Wir besuchen ein Adventskonzert, wenn Titel und Programm genau dies ankündigen. Das Weihnachtsoratorium gibt es ja zum Glück auf CD - für Heiligabend.













