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Interreg-Projekt KREATIV LAB Digital Soundscapes

08.11.202120:17 UhrWissenschaft, Forschung, Bildung
Bild: Interreg-Projekt KREATIV LAB Digital Soundscapes
Bildbeschreibung 1, von links nach rechts: Michael Klamp – TH Lübeck, Uffe Junker – Lehrer aus Dänem (© Copyright Eutin GmbH)
Bildbeschreibung 1, von links nach rechts: Michael Klamp – TH Lübeck, Uffe Junker – Lehrer aus Dänem (© Copyright Eutin GmbH)

(openPR) Schnupper-Workshops mit 70 Schüler*innen und 10 Tutor*innen aus Deutschland und Dänemark

Deutsche und dänische Schüler*innen, Lehrer*innen und Tutor*innen treffen sich: Bürgermeister Carsten Behnk eröffnete die Projektkonferenz vor vielen geladenen Gästen aus Politik, Kultur, Wissenschaft und Wirtschaft im Hotel Gut Immenhof, dem neuen touristischen Leuchtturm der Holsteinischen Schweiz. Das Interreg-Projekt sorgt dafür, den Musikunterricht mit digitalen Instrumenten an deutschen und dänischen Schulen zu beleben und damit neue Begeisterung für klassische und aktuelle elektronische Musik bei Schüler*innen zu wecken. Es ist ein Projekt, an dem die Eutin GmbH, die Technische Hochschule in Lübeck, die Stiftung Neue Musik-Impulse und die Kommune Guldborgsund zusammenarbeiten.

Die Schüler*innen kamen aus Eutin (Kirchenchor), Oldenburg (Wagrienschule), Malente (Schule an den Auewiesen) und der Gemeinde Guldborgsund, Dänemark. Sie alle haben in der vergangenen Woche an einem dreitägigen Schnupper-Musik-Camp zusammen mit deutschen und dänischen Tutor*innen teilgenommen und die Inhalte des Projekts kennengelernt. Fast eineinhalb Jahre habe man auf einen Austausch dieser Art gewartet, der aufgrund der Corona-Pandemie ausgebremst wurde, erklärt Geschäftsführer der Stiftung Neue Musik-Impulse, Hans-Wilhelm Hagen. Im Melkhus des Hotel Gut Immenhof konnten die Teilnehmer*innen des Schnupperworkshops dann während einer Projektkonferenzihre in kürzester Zeit erstellten Werke zusammen mit den Tutor*innen auf großer Bühne präsentieren.

Die Software Ableton, mit der die Beats und Sounds erstellt wurden und mit der professionell Musik produziert wird, ist sehr intuitiv und ermöglicht es innerhalb kurzer Zeit, einzigartige Ergebnisse zu kreieren. In Gruppen zusammenarbeitend ist die musikalische Projektarbeit sehr kommunikativ und daher für einen Austausch auf kultureller Basis ideal geeignet. „Das Projekt KREATIV LAB Digital Soundscapes ist deshalb so bemerkenswert, da es gerade in diesen Zeiten jungen Menschen ermöglicht hat, zusammenzukommen, digital und real, und zusammen Musik zu machen.“, freut sich auch Bürgermeister Carsten Behnk, der die Konferenz eröffnete.

Die Projektkonferenz endete mit einem Ausblick auf das kommende Projektjahr, in dem Rassismus und Natur, unter anderem unterlegt mit musikalischen Klängen des dänischen Komponisten Carl Nielsen, als gesellschaftliche Themen in das Projekt einfließen. Im Frühjahr wird es das erste Mal ein Musik-Camp in Dänemark geben – im August schließt das Projektjahr mit einem finalen Musik-Camp sowie einer abschließenden Projektkonferenz in Eutin.

Über das Projekt | KREATIV LAB Digital Soundscapes Die in rasantem Tempo wachsende Technik und Medienkompetenz der Schüler*innen im Alltag steht der Problematik der vergleichsweise langsam gelingenden Integration von Technologien im Musikunterricht in europäischen Schulen entgegen. Vor diesem Hintergrund wird der Einsatz von digitalen Instrumenten in den Schulen als Chance angesehen, Begeisterung für die Musik bei jungen Menschen im Unterricht zu wecken. Ein Leuchtturmprojekt der Stiftung Neue Musik-Impulse:  Mit kreativen Ideen will die Initiative den Musikunterricht an Schulen beleben und setzt dabei auf digitale Mittel. Prof. Dr. Gerhard Sammer, Vorstandsmitglied der European Association for Music in Schools, berichtet in einem Artikel über Musikunterricht in Europa, dass zudem Stundenkürzungen drohen, obwohl Curricula und Positionspapiere der Europäischen Länder die hohe Bedeutsamkeit des Faches Musik herausstreichen. Mangelnde finanzielle Ressourcen, fehlendes methodisches sowie technisches Knowhow und Fehleranfälligkeit seien die Ursachen für eine mangelnde Integration von Technologien im Musikunterricht. In Anbetracht dessen ist die Diskussion über einen sinnhaften Einsatz von Musiktechnologien in vollem Gange.                                                                    Die Förderung von Kreativität durch Musik und die Nutzung der Digitalisierung, Performance und kulturelle Zusammenarbeit, gilt als Priorität dieses geförderten Projektes. Das Ziel ist, junge Menschen für das Crossover von klassischer und elektronischer Musik zu begeistern: Wie entstehen Kompositionen? Welche Instrumente können verwendet werden? Wie kann ein klassisches Stück heute die gleiche Wirkung erzielen wie zu seiner Zeit? Letztendlich geht es darum, die klassische Musik mit einem einzigartigen, musikalischen Brückenschlag über die traditionelle, auf Konventionen basierende klassische Musikwelt in die moderne Gegenwart zu überführen.

In dem Projekt werden Schüler*innen eingeladen eigene Talente zu entdecken und musikalische Ausdrucksmöglichkeiten aktiv auszuloten. Spannend wird die Verbindung der Soundscapes-Symphonien mit Ensemblemusik. Die in das Projekt eingebundenen Teilnehmenden sowie Musikstudierende präsentieren die von den Schüler*innen geschaffenen Werke live. Diese Phase soll dazu beitragen, die teilnehmenden Schüler*innen für das Lernen eines Instrumentes bzw. der vertiefenden Auseinandersetzung mit Musik im Rahmen von Musikproduktionsangeboten an einer Schule oder Musikschule zu begeistern.

Im Rahmen dieses Projektes wird dazu aufgerufen, künstlerische Antworten für die großen Fragen unserer Zeit zu entwickeln. Dabei spielen auch die jugendpolitischen Themen Klima und Rassismus eine Rolle. Die Recherche nach Audiotexten zu Menschen bewegenden Themen dürfen und sollen sogar in die Musikstücke mit einfließen.

Teams von zwei bis vier Personen konzeptionieren und komponieren ihre Musik kollaborativ und binden dabei ihre persönlichen Beobachtungen aktueller, für sie relevanter Zeitereignisse in Form prägnanter Slogans in ihre Kompositionen ein, z.B. als Hip-Hop-Text und Samples (Naturgeräusche).

Am Ende des Projektes steht eine physische Installation, in der seine Benutzer*innen mit Musik neue Klangwelten erschaffen. Aufregend ist, die roh aufgenommenen Klänge und Geräusche in einem symphonischen Stück wiederzufinden, also was die Schüler*innen unter Anleitung von Tutor*innen und Technikkompetenz schließlich aus ihren Aufnahmen kreiert haben.

Ausgehend von klassischer Musik liefert Kultur neue Impulse für die Region, stärkt das überregional bekannte klassische Kulturangebot und bietet weitere Entwicklungspotentiale. Es baut Generationsbrücken zwischen Kulturschaffenden und dem Kulturpublikum und integriert nach den Prinzipen gewollter kultureller Vielfalt alle beteiligten Schüler*innen sowie Künstler*innen. Die Musiker*innen werden Gastgeber*innen und Brückenschläger sowie Teaching Artists, die über die innovative Auseinandersetzung mit der Verwendung von Musik und einer hohen Integration unterschiedlicher Menschen, Techniken und Umfelder neue Bindekräfte erzeugen und Horizonte sowohl für Teilnehmer*innen als auch Teilgeber*innen erschließen. So kann eine neue Qualität gesellschaftlicher Bindekraft erwachsen.

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