openPR Recherche & Suche
Presseinformation

Pflanzenschutzmittel: Diskussion über Höchstmengen

08.02.200709:52 UhrGesundheit & Medizin
Bild: Pflanzenschutzmittel: Diskussion über Höchstmengen

(openPR) Bereits vor einem Jahr fanden Messungen von Pflanzenschutzmittelrückständen in einigen Obst- und Gemüsearten Aufmerksamkeit in den Medien und verunsicherten den Verbraucher. www.allum.de hatte dazu Stellung genommen.



Nun hat die Umweltorganisation Greenpeace ihren Bericht über Veränderungen in den zulässigen Höchstmengen für Pflanzenschutzmittel in Lebensmitteln vorgelegt. Fazit des Berichts: In Deutschland würden von Jahr zu Jahr die zulässigen Höchstwerte behördlicherseits eher angehoben als abgesenkt. Zwischen 2004 und 2006 seien die Faktoren für eine Anhebung der Höchstwerte stärker gestiegen als die für eine Absenkung. Mit anderen Worten: der Verbraucher- und Gesundheitsschutz würde gelockert werden.

Sinkt nun die Qualität unserer bisher als hochwertig angesehenen Lebensmittel? Müssen wir gesundheitliche Folgen befürchten?

Die Antwort lautet: Nein!

Höchstmengen für Rückstände in Lebensmitteln einerseits und gesundheitsbezogene Grenzwerte (ADI- und ARfD-Werte, s.u.) andererseits dürfen nicht gleichgesetzt werden, da sie sich auf unterschiedliche Sachverhalte beziehen.

Rückstandshöchstmengen

Rückstandshöchstmengen orientieren sich am Minimierungsprinzip: die eingesetzte Menge an Pflanzenschutzmitteln soll so niedrig gewählt werden, dass die gewünschte Wirkung noch erzielt wird und gleichzeitig die Rückstandsmenge niemals höher als gesundheitlich vertretbar ist. In erster Linie spiegelt eine Überschreitung der Rückstandshöchstmengen eine Verletzung der Regeln für „Gute Landwirtschaftliche Praxis“ wider. Sie ist jedoch nicht zwingend mit einer Beeinträchtigung der Gesundheit gleichzusetzen.

Rückstandshöchstmengen werden in der Rückstandshöchstmengenverordnung (RHmV) gesetzlich geregelt.

Gesundheitsbezogene Grenzwerte: ADI- und ARfD-Wert

Zur Beurteilung möglicher gesundheitlicher Wirkungen stehen bei langzeitiger Aufnahme die „Duldbare tägliche Aufnahmemenge“, ADI = acceptable Daily Intake) und bei kurzzeitiger Aufnahme die „Akute Referenzdosis“ (ARfD) zur Verfügung.

ADI: Die Weltgesundheitsorganisation und die Welternährungsorganisation definieren den ADI-Wert als diejenige Substanzmenge, die ein Verbraucher täglich lebenslang aufnehmen kann, ohne ein Risiko für die Gesundheit befürchten zu müssen. Für jedes zugelassene Pflanzenschutzmittel wird ein ADI-Wert festgelegt.

ARfD: Für die Bewertung bestimmter Stoffe mit hoher akuter Toxizität ist die Akute Referenzdosis besser geeignet als der ADI-Wert. Sie ist definiert als die Substanzmenge, die ein Verbraucher mit einer Mahlzeit bzw. mit der Nahrung innerhalb eines Tages ohne gesundheitliches Risiko aufnehmen kann (BfR 2006). ARfD-Werte werden nur für solche Pflanzenschutzmittel festgelegt, bei denen auch eine einmalige (ausreichend hohe) Aufnahme negative Folgen für die Gesundheit haben kann.

Die jeweils gültigen ADI- und ARfD-Werte werden laufend dem wissenschaftlichen Erkenntnisstand angepasst. Eine aktuelle Aufstellung findet sich in der Mitteilung des BfR vom 04. Januar 2006.

Falls in einem Lebensmittel Rückstande oberhalb der Höchstmenge festgestellt wurden, wird geprüft, ob auch einer der beiden gesundheitsbezogenen Grenzwerte überschritten ist.

Eine geringfügige kurzzeitige Überschreitung des auf lebenslange Aufnahme hin berechneten ADI-Wertes ist weniger kritisch als die des ARfD-Wertes.

Fazit:

Die festgelegten Rückstandshöchstmengen für Pflanzenschutzmittel in Lebensmitteln und die jeweiligen gesundheitsbezogenen Grenzwerte unterscheiden sich ganz erheblich in ihrer Aussagekraft. Die Aktualisierung von zulässigen Rückstandshöchstmengen hat nicht zwangsläufig eine Verschlechterung der hohen Qualität unserer Lebensmittel zur Folge. Der Verbraucher sollte sich nicht verunsichern lassen. Letztlich muss er aber, wie bereits früher betont, bereit sein, den landwirtschaftlichen Produzenten für qualitativ hochwertige Lebensmittel auch einen entsprechenden Preis zu zahlen.

Kinderumwelt gGmbH

Westerbreite 7
D - 49 084 Osnabrück

Tel.: +49-5419778900
Fax: +49-541-9778905
Email: E-Mail

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 119291
 3073

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „Pflanzenschutzmittel: Diskussion über Höchstmengen“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von Kinderumwelt gGmbH

Polychlorierte Biphenyle in Schulen
Polychlorierte Biphenyle in Schulen
Unter dem Titel "Gift im Klassenzimmer" berichtet die ZDF-Sendung FRONTAL heute über polychlorierte Biphenyle (PCB) in Schulen. Aktuell wurden erhöhte PCB-Meßwerte in der Innenraumluft der Marburger Pestalozzi-Förderschule gefunden. Die vielseitig nutzbaren chemischen Eigenschaften der polychlorierten Biphenyle sind seit mehr als 70 Jahren bekannt. Allerdings reichern sich PCB in der Umwelt und in der Nahrungskette aufgrund ihrer Stabilität und guten Fettlöslichkeit an. Ihre Verwendung wurde daraufhin eingeschränkt und seit 1989 grundsätzli…
Bild: Pestizide und Parkinson?Bild: Pestizide und Parkinson?
Pestizide und Parkinson?
Gibt es einen Zusammenhang zwischen (chronischer) Pestizidexposition und Parkinson? Die Parkinsonsche Krankheit (Morbus Parkinson, früher nicht ganz korrekt Schüttellähmung genannt) ist eine langsam fortschreitende degenerative Erkrankung des Zentralen Nervensystems. Hauptsymptome sind Rigor (Muskelstarre), Ruhe-Tremor (Muskelzittern im Ruhezustand) und Hypokinese (Bewegungsarmut). Die Parkinsonsche Krankheit ist die vierthäufigste neurodegenerative Erkrankung im höheren Lebensalter. 1817 erstmals beschrieben, ist sie keineswegs eine "neue …

Das könnte Sie auch interessieren:

Arbeitsgemeinschaft Glyphosat: Risikobewertung des Herbizids Glyphosat veröffentlicht
Arbeitsgemeinschaft Glyphosat: Risikobewertung des Herbizids Glyphosat veröffentlicht
… eine EU-weite Zulassung und befindet sich derzeit im turnusmäßigen Wiederzulassungsverfahren. Der vorläufige Bewertungsbericht ist ein wichtiger Schritt bei der Wiederzulassung von Pflanzenschutzmittel-Wirkstoffen in der EU. Die vorliegende Risikobewertung zeigt erneut, dass Glyphosat kein unzumutbares Risiko für die Gesundheit von Mensch und Tier sowie …
Bundesverwaltungsgericht - Selbstbedienungsverbot für Pflanzenschutzmittel
Bundesverwaltungsgericht - Selbstbedienungsverbot für Pflanzenschutzmittel
Das Verbot, Pflanzenschutzmittel durch Automaten oder durch andere Formen der Selbstbedienung in den Verkehr zu bringen (§ 22 Abs. 1 Satz 1 Pflanzenschutzgesetz) schränkt die Berufsausübungsfreiheit der Verkäufer solcher Mittel in verfassungsrechtlich zulässiger Weise ein. Dies hat das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig heute entschieden. Die Klage …
OPC-Urteil sorgt für Wirbel
OPC-Urteil sorgt für Wirbel
… Landwirtschaft, und Dr. Axel Preuß, Leiter des Chemischen Landes- und Staatlichen Veterinäruntersuchungsamtes. Weitere Themen der Konferenz sind Kennzeichnung, Werbung und Höchstmengen von NEM sowie europäische Vorschriften und länderspezifische Regelungen für die Herstellung, Vermarktung und den NEM-Vertrieb. Das vollständige Programm der Konferenz: …
Bild: Wachstum für Pflanzen und Wirtschaft: Ceresana analysiert globalen Pflanzenschutzmittel-MarktBild: Wachstum für Pflanzen und Wirtschaft: Ceresana analysiert globalen Pflanzenschutzmittel-Markt
Wachstum für Pflanzen und Wirtschaft: Ceresana analysiert globalen Pflanzenschutzmittel-Markt
Pflanzenschutzmittel bewahren Pflanzen vor schädlichen Einflüssen, wie etwa Unkräutern, Krankheitserregern oder Insekten. Die starke Dynamik bei Pflanzenschutzmitteln war Anlass für die weltweit umfassendste Marktanalyse dazu, deren Ergebnis nun vorliegt. So prognostiziert das Marktforschungsinstitut Ceresana Research für den globalen Markt für Pflanzenschutzmittel …
NieKE-Themenforum: "Ökonomie - Tierschutz - Lebensmittelsicherheit" 13. Juni 2012 in Verden
NieKE-Themenforum: "Ökonomie - Tierschutz - Lebensmittelsicherheit" 13. Juni 2012 in Verden
… Lebensmittelskandal bedeutet auch zugleich eine Beeinträchtigung der menschlichen Gesundheit. Bereits das Vorhandensein unerwünschter Stoffe in Lebensmitteln, die weit unter den vorgeschriebenen Höchstmengen liegen, führt nicht selten zur Verunsicherung und Beunruhigung der Verbraucher. Wo eigentlich kein Risiko besteht, erfolgt in der Bevölkerung eine …
Höchstmengen für Vitamine und Mineralstoffe in Nahrungsergänzungsmitteln
Höchstmengen für Vitamine und Mineralstoffe in Nahrungsergänzungsmitteln
BfR-Höchstmengenempfehlungen für Vitamine und Mineralstoffe in Nahrungsergänzungsmitteln aktualisiert --- In Deutschland greifen etwa 25 bis 30 Prozent der Erwachsenen regelmäßig zu Nahrungsergänzungsmitteln (NEM). Neben Vitaminen und Mineralstoffen enthalten die Produkte teilweise auch andere Stoffe mit physiologischer Wirkung wie Aminosäuren, Fettsäuren, …
Naturland fordert schärfere EU-Pestizid-Grenzwerte
Naturland fordert schärfere EU-Pestizid-Grenzwerte
… einzuführen. Noch sinnvoller wären 100 Prozent Öko-Landbau in ganz Europa. Dann würden sich die Pestizid-Grenzwerte von selbst erledigen, da keine chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmittel mehr zum Einsatz kämen. Eine EU-weite Vereinheitlichung der Pestizid-Grenzwerte war aus Naturland Sicht längst überfällig. Allerdings müssen von der EU besonders …
Pflanzenschutzmittel beeinträchtigen Bodenleben und Biodiversität  erheblich
Pflanzenschutzmittel beeinträchtigen Bodenleben und Biodiversität erheblich
… Kohlenstoffspeicherung, Erosionsschutz und Wasserregulierung aufrechtzuerhalten. Eine internationale Studie liefert nun erstmals umfassende quantitative Belege für die Verbreitung und Auswirkungen von Pflanzenschutzmittel in der Landwirtschaft in Europa. Das Ergebnis: 70 Prozent der europäischen Böden sind mit Pflanzenschutzmittel kontaminiert. «Dies wirkt sich …
Besser kein Obst und Gemüse mehr essen, weil uns Pestizide krank und impotent machen?
Besser kein Obst und Gemüse mehr essen, weil uns Pestizide krank und impotent machen?
… sich die Rückstände also in einem Bereich bewegen, der sicher ist für den Verbraucher." Für alle von Greenpeace gefundenen Stoffe gibt es solche sicheren Höchstmengen. Diese Höchstmengen liegen mindestens das Hundertfache unterhalb eines Wertes, bei dem erste Wirkungen auf die Gesundheit eintreten könnten. Spinnen die Verbraucherschützer? Macht uns die …
Sie lesen gerade: Pflanzenschutzmittel: Diskussion über Höchstmengen