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Jäger wollen nicht mehr Rehe schießen

15.01.200713:35 UhrEnergie & Umwelt

(openPR) UNTERLEINLEITER - Viele fränkische Jäger schütteln den Kopf, wenn sie an den Abschussplan denken: Es ist ihnen unmöglich, so viele Rehe zu schießen, wie die Jagdbehörden es von ihnen verlangen. Einige Jagdreviere haben aus diesem Grund nun sogar beantragt, dass die Schonfrist für Rehwild aufgehoben wird. Davon hält man in der Hegegemeinschaft Leinleitertal Jura Süd allerdings nichts.



"Wenn wir Rehwild bejagen, dann nur, um ein natürliches Gleichgewicht von Wild und Wald zu gewährleisten. Aber wir werden keine Tiere schießen, um unsinnige bürokratische Forderungen zu erfüllen", sagt Klaus Philipp, Leiter der Hegegemeinschaft Leinleitertal Jura Süd. Er lehnt es ab, die Schusszeiten für das Rehwild zu verlängern. Denn die Schonzeiten sind aus Gründen des Tierschutzes gesetzlich geregelt und können nur in schwerwiegenden Fällen, wie beispielsweise einer Seuchengefahr, aufgehoben werden.

Von Gesetzesbeschluss untermauert

Philipp bezieht sich dabei auf einen Beschluss des Bayerischen Verwaltungsgerichts. Der besagt, dass "allein die Nichterfüllung des Abschussplanes nicht die Maßnahme der Schonzeitaufhebung rechtfertigt" (Bay.VerwGe Ansbach vom 30.04.1988). Weiter heißt es, dass auch Wildschäden an Naturverjüngungsflächen allein als Grund nicht ausreichen, um die Schonzeit aufzuheben.

Die Hegegemeinschaft fordert dagegen, dass das Problem an der Wurzel angepackt werden muss und dass das Gutachten, auf dem der Abschussplan basiert und das sich ausschließlich auf den Rehwildbestand konzentriert, abgeschafft wird. Denn bereits seit einigen Jahren finden die Jäger die Abschusszahlen, die ihnen die Jagdbehörden vorgeben, zu hoch. Diese Zahlen resultieren aus einem Gutachten, dass das Amt für Landwirtschaft und Forsten erstellt, und das den Verbiss in den einzelnen Hegegemeinschaften beleuchten will. Und dieses Gutachten bildet für die Jagdbehörden eine wichtige Entscheidungsgrundlage, wenn sie die Abschusspläne erstellen. Die Rechnung auf staatlicher Seite ist dabei simpel: Je weniger Rehwild, desto weniger Schaden durch Verbiss an jungen Bäumen - und der Wald wächst.

Junger Wald: Eine halbe Million Jungbäume

Der Wald wächst jedoch auch in Philipps Revier bei Heiligenstadt - und das, obwohl er die Abschusszahlen bei weitem nicht erfüllen kann und will. Er kennt viele Stellen im Revier, in denen sich der Wald ganz natürlich verjüngt und kein Verbiss herrscht. "Auf einer solchen Fläche habe ich allein auf einem Quadratmeter 50 Jungbuchen gezählt. Hochgerechnet sind das rund eine halbe Million Jungbäume auf einem Hektar", sagt Philipp.

Und hier liegt laut Philipps Meinung auch die Krux des Ganzen: Das Gutachten beleuchtet nur die vom Rehwild verbissenen Pflanzen - und das auf einer begrenzten Fläche in Prozenten. Die gesunden Jungbäume, die vorhandene Vegetation, lässt es außer Acht, obwohl diese großen Aufschluss über die tatsächliche Situation des Walds geben. Auch werden äußere Umstände, wie beispielsweise ein Borkenkäferbefall oder der lange und für das Wild mühsame Winter im letzten Jahr, nicht berücksichtigt. So entstehe ein schiefes Bild, das den wahren Zustand des Walds nicht wiedergebe, meint Philipp.

Kein erhöhter Verbiss

Die meisten Jäger der Hegegemeinschaft sind in der Woche oft viele Stunden in ihren Revieren und kennen den Wald und den Wildbestand dort sehr gut. Keiner klagt über erhöhten Verbiss. Im Gegenteil: Die Jäger rund um das Leinleitertal wollen mit ihrer ablehnenden Haltung gegenüber dem Gutachten das Wild bewahren. Eine Verlängerung der Jagdzeiten kommt für sie nicht in Frage: "Der derzeitige Bestand an Rehwild in unseren Revieren verhindert auf keinen Fall eine natürliche Verjüngung des Waldes", sagt Philipp. Die Hegegemeinschaft will sich auch weiterhin für eine Abschaffung des Gutachtens stark machen.

Pressekontakt:

Elisabeth Pöhlmann, Dipl.-Germ.
Ebrardstraße 116
D-91054 Erlangen

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