(openPR) In einer Rede zum Jahrestag des so genannten Auschwitz- Erlasses hat der Vors. des Bundesrates der JENISCHEN in Deutschland, Timo A. Wagner bei einer Gedenkveranstaltung anlässlich des 64. Jahrestages des Auschwitz-Erlasses auf dem Gelände der KZ-Gedenkstätte Neckarelz mit einer Kranzniederlegung der 23.000 Opfer der NS-Deportationen von sog. "Zigeunern" aus elf Ländern Europas ins Konzentrationslager Auschwitz gedacht. Am 16. Dezember 1942 hatte SS-Führer Heinrich Himmler den so Erlass über die Deportation der europäischen "Zigeuner", darunter auch viele JENISCHE, in das auf polnischem Gebiet liegende Vernichtungslager unterzeichnet. In der Folge verschleppte die SS 23.000 Sinti, Roma & Jenische aus elf europäischen Ländern, darunter über 10.000 aus Deutschland.
In Auschwitz-Birkenau kamen sie zunächst in das so genannte Zigeunerlager, wo die meisten an den Folgen der katastrophalen Haftbedingungen oder den qualvollen Experimenten des Lagerarztes Josef Mengele starben. Die genaue Zahl der meist als "Zigeuner-Mischlinge & Asoziale" ermordeten JENISCHEN lässt sich nicht genau definieren, der J/B/i/D e.V. vermutet insgesamt über 250 000 Opfer unter seiner Minderheit, die im Gegensatz zu den zuerst als "Reinrassig" deklarierten Sinti & Roma bereits seit 1933/34 (wie die Juden auch) dem Terror der NAZI`s ausgesetzt waren.
Wagner bedauerte in seiner Ansprache auch, dass das im Berliner Tiergarten geplante Mahnmal für die als "Zigeuner"ermordeten des Dritten Reiches bisher nicht realisiert sei, er schloss aber ein einseitig den Sinti & Roma gewidmetes Mahnmal kategorisch aus und bestärkte die Absicht des JENISCHEN Bundesverbandes notfalls Verfasssungsbeschwerde gegen ein solches einzulegen. Der deutsche Nachfolgestaat trage die Verantwortung gegenüber allen Opfern der NS-Gräueltaten, die noch immer andauernde Verleugnung der vielen tausenden von JENISCHEN Holocaustopfern sei eine Schande für das angeblich "rechtstaatliche" Deutschland des 21. Jahrhundert`s und sei so nicht mehr länger hinzunehmen.
Wagner prangerte in seiner Ansprache auch wiederholt das mangelhafte Durchgreifen der deutschen Behörden bei rechtsextremen Straftaten an, bis heute würden solche nur als "Vergehen" und nicht als "Verbrechen geahndet. Dieser unhaltbare Zustand müsste endlich geändert und das deutsche Strafrecht entsprechend geändert werden. Auf über 300 Strafanzeigen seines Bundesverbandes im Jahr 2006 seien lediglich 45 Urteile gefällt worden die auch tatsächlich empfindliche Strafen für die Täter zur Folge gehabt hätten, bei allen anderen blieb es bei Verwarnungen oder kleineren Geldstrafen welche die Betroffenen "aus der Westentasche" bezahlt hätten ...












