(openPR) Lichtdusche – ein Wort das man immer öfter hört. Doch was verbirgt sich hinter dieser bildhaften Bezeichnung? Einfach gesagt geht es darum, sich künstlichem Tageslicht auszusetzen, um das Wohlbefinden zu steigern. Man spricht dann von Lichttherapie.
Das so genannte sonnenlichtanaloge Licht gleicht dem natürlichen Licht der Sonne und wird bereits in verschiedenen Therapiebereichen mit Erfolg eingesetzt.
Hierbei sind die Einsatzfelder unterschiedlich. Zum Beispiel bei der Winterdepression, die in den Monaten zwischen Oktober und Februar allein in Deutschland regelmäßig ca. 800.000 Menschen befällt. Betroffene klagen über Antriebslosigkeit, Hungerattacken, Gefühle von Trauer sowie eine dauerhafte Müdigkeit. Der Erfolg der Lichttherapie ist beim Behandeln dieser saisonal abhängigen Depressionen wissenschaftlich belegt und bereits durch die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft anerkannt.
Das Funktionsprinzip erklärt sich wie folgt: Der Patient schaut täglich für mindestens 20 Minuten in eine spezielle Lichtquelle. Am besten unmittelbar nach dem Erwachen, spätestens aber im Laufe des Vormittags. Dieses Licht leuchtet dabei mit 10.000 Lux. Damit kommt es dem natürlichen Tageslicht, welches mit 100.000 Lux scheint, schon recht nahe. Zum Vergleich: eine normale Zimmerbeleuchtung kommt nur auf ca. 500 Lux.
Über die Augen wird die hohe Lichtintensität an das Gehirn weitergeleitet. Ziel der Lichttherapie ist es, den über Nacht aufgebaute Melatonin-Spiegel im Körper abzusenken. Melatonin ist ein körpereigener Botenstoff, welcher mit Depressionen in Zusammenhang gebracht wird. Der Abbau dieses Stoffes wirkt sich stimmungsfördernd aus. Zusätzlich wird nun die Produktion von Serotonin angeregt. Wiederum ein körpereigenes Hormon, welches uns agil und munter sein lässt.
Die innere Uhr kommt wieder ins Gleichgewicht und die Stimmung hebt sich.
Doch nicht nur bei Formen der Depression findet diese Methode auf den menschlichen Organismus Einsatz. Aktuelle Studien und Forschungsergebnisse attestieren der Behandlung mit sonnenlichtanalogem Licht ebenso ein Wirkungspotential im Bereich der Alzheimerbehandlung. Denn auch bei Demenzerkrankten finden sich Störungen im Schlafverhalten sowie Stimmungstiefs.
Ein großer Vorteil der Lichttherapie liegt klar in der Einfachheit der Anwendung. Entsprechende Lichtsysteme zuhause oder in den Aufenthaltsräumen von Pflegeheimen können ohne großen Aufwand installiert werden. In Pflegeheimen kommen dann, im Gegensatz zur Einzelbehandlung, größere Lichtwände zum Einsatz. Diese leuchten mit weit über 10.000 Lux und entfalten ihre Wirkung auch aus größeren Entfernungen. In Kombination mit bequemen Sesseln und entspannender Hintergrundmusik können Alzheimer Patienten für eine halbe Stunde oder mehr Licht tanken. Die Patienten müssen sich schlicht dem sonnenlichtanalogen Licht aussetzen und es mit geöffneten Augen aufnehmen. Zudem können mehrere Personen gleichzeitig davon profitieren. Wird diese Therapieform in den Abendstunden eingesetzt, so führt sie zusätzlich zu einer Stabilisation des Schlaf- und Wachrhythmus.
Motorischer Unruhe während der Nachtstunden wird ebenso entgegen gewirkt. Ferner führt dieses Mehr an Tageslicht zu einem deutlich angenehmeren Klima innerhalb einer Betreuungsstätte. Diese Technik biete sich an, um andere Maßnahmen in der Demenzbehandlung unterstützend zu begleiten. Die Anwendungsgebiete der Lichttherapie sind breit. Durch ihre positive Unterstützung der Selbstheilungskräfte wird sie ebenfalls in Verfahren zur Heilung von Neurodermitis oder der Schuppenflechte eingesetzt. Eine interessante Technik, bei der man gespannt sein darf, wo sie noch zum Einsatz kommen wird.








