(openPR) Chemo-Therapien hinterlassen schmerzhafte Spuren an Schleimhäuten, Händen und Füßen
Krebs-Patienten haben in Zeiten vom Corona einen schweren Stand. Zum einen sind sie besonders gefährdet: Das Robert-Koch-Institut bezeichnet Krebs-Patienten als eine von mehreren Risikogruppen für schwere Verläufe einer COVID 19-Erkrankung. Das führt bei vielen von Krebs betroffenen Menschen zu zusätzlicher Verunsicherung. Dabei bekommt es statistisch gesehen jeder zweite Deutsche in seinem Leben mit dieser tückischen Erkrankung zu tun. Nach einer neuen Schätzung des Robert Koch Instituts wurden 2016 in Deutschland rund 492.000 Krebserkrankungen diagnostiziert. Die meisten der bösartigen Tumoren betrafen Brustkrebs (68.900), Prostata (58.800), Dickdarm (58.300) und Lunge (57.500). Für 2020 wird eine Zunahme der neudiagnostizierten Krebserkrankungen auf etwa 510.000 Fälle prognostiziert. Durch die technologischen Fortschritte sind zwar viele Erkrankungen inzwischen behandelbar. Doch die Patienten zahlen dafür einen hohen Preis. Denn Chemo- und Strahlentherapien hinterlassen als Nebenwirkung belastende sowie schmerzhafte Spuren an Schleimhäuten, Händen und Füßen.
„Während einer Krebsbehandlung kann es zu vielen unerwünschten Nebenwirkungen kommen. 70 bis 80 Prozent der Patienten entwickeln nach zwei bis vier Wochen Chemotherapie eine Entzündung der Follikel, extreme Unreinheiten im Gesicht, aber auch an Hals, Dekolleté und Rücken. Dazu gehören trockene, sensible und sich abschälende Haut, Juckreiz, Rötungen und Ausschläge. Diese Patienten benötigen eine kompetente fachliche Behandlung“, weiß Kerstin Schmid-Siklic. Die Expertin für onkologisch-kosmetische Weiterbildungen gibt deshalb vom 18. bis 20. September eine Fachweiterbildung zur Onkologischen Kosmetikerin im Leibniz-Kolleg Hannover. Angesprochen sind Kosmetikerinnen, Gesundheits- und Krankenpfleger (mit Vorkenntnissen), Pharmazeutisch-technische Assistenten und Apotheker (m/w). Ein besonderer Aspekt in der Weiterbildung sind auch das Erkennen und Verstehen der psychosozialen Aspekte dieser Nebenwirkungen.
„Der Arzt sagt bei Hautrötungen: Da muss jetzt eine Creme drauf und schickt die Patienten zur Kosmetikerin. Doch viele Kosmetikprodukte bewirken durch ihre chemischen Bestandteile genau das Gegenteil – dabei ist das das Letzte was die Betroffenen jetzt benötigen, haben sie doch schon genug Chemie im Blut“, betont Seminaranbieter Detlef Wotschke.
Weil er selbst viele Krebsfälle in der Familie hatte – unter anderem verstarb sein Vater 2016 an der tückischen Erkrankung – suchte Wotschke nach anderen und besser verträglichen Kosmetikprodukten zur Hautgesunderhaltung
und Prävention. Er fand in einem deutschen Unternehmen Zuspruch, entwickelte Produkte weiter und schuf 2017 mit der Marke „Onkologische Kosmetik“ Nischenprodukte für an Krebs leidende Patienten.
Über die bereits bestehenden Vertriebsstrukturen der von dem Ehepaar Wotschke seit über 20 Jahren betriebenen Groß- und Einzelhandelsfirma activera® werden Kosmetikprodukte und Hilfsmittel wie Kühlgelhandschuhe und -Füßlinge an Apotheken, Sanitätshäuser, Kliniken sowie Endkunden vertrieben.
Der Anspruch von Onkologischer Kosmetik ist es eben nicht, Haare und Gesicht wieder schön zu machen. Vielmehr geht es darum, die bei einer Krebsbehandlung betroffenen Hautareale zu behandeln oder präventiv Haut und Schleimhaut-Nebenwirkungen vorzubeugen. Patienten leiden oft unter brüchigen oder ausfallenden Nägeln. „Die Pflege von Haut nach Chemotherapie oder Strahlentherapie ist ein komplexes Thema, da die sensiblen Hautpartien durch den herabgesetzten Eigenschutz gegenüber Keimen einer qualifizierten Behandlung bedürfen“, weiß Detlef Wotschke.
Seit 2018 kann man sich im Leibniz Kolleg zur Onkologischen Kosmetikerin weiterbilden. Im Fokus dabei stehen bereits ausgebildete Kosmetikerinnen. Diese wollen ihr Fachwissen erweitern, um der sensiblen Zielgruppe von Krebspatienten vor, während und nach einer Chemotherapie oder Strahlentherapie eine fachgerechte, kosmetische Behandlung anbieten zu können.
Ergänzend dazu kann die Kosmetikerin Krebspatienten psychologisch unterstützen, leiden doch viele Patienten durch die Chemo- und Strahlentherapie unter starken Ängsten – suchen dabei oft das Gespräch. Hier hilft die so genannte Balance-Onkologie mit ihrer begleitenden sowie beratenden Arbeit und rundet damit das Programm der Onkologischen Kosmetikerin ab.
Darauf aufbauend bietet das Leibniz Kolleg die Zusatzausbildung zur Onkoflage® -Visagistin mit Zertifikat an. „Dabei geht es nicht um „Smokey Eyes“ oder ein klassisches Make-up, sondern vielmehr um das rekonstruierte Ich von durch Krebs veränderte Haut“, betont Detlef Wotschke.
Auch zur Onkologischen Fußpflegerin (PPE-Spezialisten) kann man sich in der vom Leibniz Kolleg angebotenen Fachweiterbildung schulen lassen.
Wotschkes an Krebs erkrankter Vater litt sehr unter dem Hand-Fuß Syndrom (eine schmerzhafte Rötung und Schwellung an den Handflächen und Fußsohlen) in Folge der Chemotherapie. „Mit den Erkenntnissen von heute hätte er deutlich geringere Schmerzen gehabt“, weiß der Sohn.











