(openPR) Den stationären POS nicht vernachlässigen!
Multi Channel, Cross Channel, Omni Channel, No Channel - Begriffe, die bei Handel und Marke derzeit in aller Munde sind. Besonders geht es dabei um die optimale Integration des e-commerce in die Konzepte des Einzelhandels, um der modernen Shoppergeneration und deren veränderten Kaufgebahren auf allen aktuell und künftig möglichen Absatzkanälen Präsenz zu zeigen und so auch dortige Umsätze zu realisieren.
Ein äußerst sinnvolles Unterfangen, und eine ganze Heerschar von Experten arbeitet derzeit mit Hochdruck und hoher digitaler Kompetenz an gängigen Konzepten, um die Vernetzung der verschiedenen Channels reibungslos zu gestalten. Dabei drängt sich uns der Verdacht auf, dass bei vielen dieser Bestrebungen nicht in ausreichendem Maße Berücksichtigung findet, dass zu all den genannten Channel-Varianten immer auch der Bereich „STATIONÄR“ gehört.
Natürlich kann man sagen, der ist ja schon lange existent, deshalb brauchen wir nur die digitalen Varianten neu zu ergänzen. Aber dabei darf man nicht aus den Augen verlieren, dass laut HDE-Online-Monitor 2020 trotz stetigem Wachstum der Onlineumsätze immer noch rund 89% der Einzelhandelsumsätze gerade in diesem stationären Geschäft, also offline erwirtschaftet werden.
Dem stationären POS sollte also nach wie vor und heute verstärkt die Aufmerksamkeit gelten, denn er steckt in der Krise, der stationäre Einzelhandel. Und das nicht erst seit und durch Corona.
Geschäfte schließen, ja ganze Kaufhausketten müssen aufgeben, die Innenstädte veröden und so wird auch der letzte gerne bummelnde Shopper ohne es wirklich zu wollen in den Onlinehandel getrieben.
Nun kann man sagen, der Marke kann es egal sein, wo sie ihren Umsatz macht. Aber aus unserer langjährigen Erfahrung wissen wir, dass Marken nicht zuletzt von ihrem Image bei der Käuferschaft abhängig sind, von ihrer emotionalen Wirkung auf den Shopper. Und das ist im Onlineshop deutlich schwieriger zu vermitteln als im Regal, auf der Theke, von Mensch zu Mensch.
Nach einer langen Anfangszeit unserer Tätigkeit, in der Marken ein sehr hohes Engagement für ihre (wichtige) Präsenz am stationären POS investierten, konnten wir registrieren, dass ungefähr ab dem Zeitpunkt, als parallel die e-commerce-Aktivitäten starteten, in vielen Fällen bei der Marke der emotionale Support für den stationären POS zurückgefahren wurde. Vielleicht eine Frage der Budgets?
Das Kaufverhalten hat sich verändert, der Mensch nicht wirklich. Er sucht individuelle Lösungen, liebt Kontakte und entscheidet immer noch zu 70% erst am Regal, also emotional. Und wo geht das besser als IM GESCHÄFT?
Natürlich hat der stationäre Handel Fehler gemacht und die Städte ebenso. Es braucht eine grundlegende Renovierung und eine Rückkehr der emotionalen Unterstützung der Marken. Wenn diese Drei an einem Strang ziehen, sollte eine Belebung vieler brachliegender Innenstädte und der dortigen Käuferschaft möglich sein.
Und ein derart optimierter und durch die eingangs erwähnten Multi Channel Möglichkeiten zusätzlich befruchteter Einzelhandel hat auch künftig eine wirkliche Existenzgrundlage und bereichert Shopper, Innenstädte und die Markenartikelindustrie gleichermaßen.
Wolfgang Eisenberg
eisenberg – die trademarketing agentur
www.eisenberg-trademarketing.de.








