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Gründen als Einzelkämpfer – Vor- und Nachteile einer Solo-Selbstständigkeit

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Dagmar Schulz
Dagmar Schulz

(openPR) Als Solo-Selbstständige gelten alle Unternehmer, die keine Mitarbeiter beschäftigen. Man findet berufliche Einzelkämpfer in vielen Branchen, z. B. als Programmierer und IT-Experten, Marketing-Profis und PR-Berater, Musiklehrer, Coaches, Schneiderinnen, Fotografen, Hundefrisöre, Weddingplanner oder Floristen. Da produzierende Gewerbe oftmals viele fleißige Hände benötigen, findet man Einzelunternehmer vorrangig, aber nicht nur, im Dienstleistungssektor. Warum entscheiden sich viele Gründer für diese Form der Selbstständigkeit und welche Vor- und Nachteile bietet sie?



Gründe für eine Solo-Selbstständigkeit
Die meisten Existenzgründer verfügen zu Beginn nicht über die finanziellen Mittel, um direkt mit einem Team von Mitarbeitern zu starten. Es fehlt zudem die Planungssicherheit, um seinen Angestellten langfristig einen sicheren Arbeitsplatz bieten zu können. Ein verantwortungsvoller Unternehmer geht hier lieber kein Risiko ein, auch wenn die Arbeit manchmal für zwei oder drei reicht. Es gibt aber auch Gründer und erfahrene Selbstständige, die sich ganz bewusst dazu entschließen, alle Entscheidungen und Prozesse selbst zu übernehmen.

Die Vorteile als Einzelkämpfer
Niemand, der einem in Entscheidungen reinredet, niemand, der Fehler macht, die man als Chef dann ausbügeln muss. Man weiß genau Bescheid, was wie wann läuft und wenn etwas daneben geht, muss man nicht lange nach dem Schuldigen suchen. Umgekehrt können sich Solo-Selbstständige für Erfolge uneingeschränkt selbst auf die Schulter klopfen. Das Gefühl „das habe ich ganz alleine geschafft!“ ist großartig und stärkt das Selbstbewusstsein ungemein.
Als Einzelkämpfer lernen Sie notwendigerweise, sich in allen Bereichen des Geschäfts zurecht zu finden und alle Aufgaben selbst zu erledigen. Organisation ist das A und O, schließlich kann sich keiner teilen und man kann nicht an jedem Ort gleichzeitig sein. Auch hat der Tag für jeden nur 24 Stunden – wenn Sie alles alleine machen, müssen Sie Ihre Tage gut durchstrukturieren. Der große Vorteil: Sie haben einen Überblick über alles und es dürfte schwerfallen, Sie auf dem falschen Fuß zu erwischen. Solo-Selbstständige lernen mit der Zeit, sich selbst und den eigenen Fähigkeiten zu vertrauen und Dinge zu wagen, die sie ohne Druck vielleicht nie angegangen wären.
Ohne Mitarbeiter fällt die Sorge weg, für andere Personen (und u. U. deren Familie) die Verantwortung tragen zu müssen. Der Umsatz muss nur für Sie, das Finanzamt und die Krankenkasse reichen, um es einmal ganz simpel auszudrücken. Egal, ob Sie einen guten oder schlechten Tag haben, ob Ihre Ideen brillant oder ein Reinfall sind – nur Sie selbst baden Ihre Entscheidungen aus. Einzelkämpfer müssen auch keine regelmäßigen Meetings mit der Crew ansetzen, keine langen Erklärungen abgeben, keine Entscheidung rechtfertigen oder sich um einen Ersatz kümmern, wenn Mitarbeiter einmal ausfallen.
Solo-Selbstständige sind von weniger Faktoren abhängig als Unternehmer mit Mitarbeitern und können die Geschicke ihres Unternehmens freier gestalten. Eigene Ideen lassen sich direkt umsetzen, Prozesse optimieren und das Angebot jederzeit anpassen. Alles geht ein wenig schneller und unkomplizierter, wenn nur eine Person involviert ist. Wer keinen ständigen Kontakt mit Mitarbeitern braucht und Freiheit schätzt, fährt mit diesem Unternehmensmodell mit Sicherheit gut.

Nachteile einer Solo-Selbstständigkeit
Alle Bereiche des Geschäftes im Blick zu behalten und dazu noch alles selbst zu erledigen, geht nicht selten mit einem großen zeitlichen und nervlichen Aufwand einher. Es gibt keine zweite Reihe, die kleine und große Katastrophen abfedern könnte, keine zweite Meinung, die man mal eben einholen kann, wenn Entscheidungen anstehen. Der Vorteil, dass man nicht für Mitarbeiter verantwortlich ist, hat eben auch Nachteile. Zwar entfallen unerfreuliche Mitarbeitergespräche oder sogar Kündigungen, dafür aber auch der Austausch mit Personen, die sich im eigenen Geschäft auskennen. Darum ist es wichtig, frühzeitig ein Netzwerk aus den unterschiedlichsten Personen aufzubauen und zu pflegen, denn auf Dauer fehlt Einzelkämpfern sonst frischer Wind von außen bzw. eine grundsätzliche Rückmeldung.
Dadurch, dass Solo-Selbstständige im Grunde nur sich selbst verpflichtet sind, kann es mitunter zu Motivationseinbrüchen kommen. Mitarbeiter sind immer ein Grund, aufzustehen und ins Büro zu fahren – man muss sich als Chef schließlich blicken lassen. Das entfällt, wenn Sie alleine arbeiten. Hilfreich kann hier u. U. ein Gemeinschaftsbüro mit anderen Unternehmern sein oder die Nutzung von Coworking Spaces. Dies ist allerdings nicht jedermanns Sache. Erstens ist immer etwas los und Ruhe nicht unbedingt dann gegeben, wenn man sie braucht. Zweitens könnte die Geschäftsadresse in einem Gemeinschaftsbüro einen ungünstigen Eindruck auf potentielle Kunden machen. Das muss nicht der Fall sein, sollte aber in die Vorüberlegungen einfließen.
Wenn Sie sich entscheiden, als Einzelkämpfer vom Homeoffice aus zu arbeiten, ist Vorsicht in anderer Hinsicht geboten. Wie schnell lässt man sich ablenken, z. B. wenn das Telefon klingelt, die Waschmaschine durch ist oder der Schornsteinfeger klingelt. Die Gefahr von Prokrastination, auch Aufschieberitis genannt, ist nirgendwo so groß wie beim Arbeiten im eigenen Zuhause. Empfehlenswert ist in dem Fall eine klare räumliche Trennung vom Wohnbereich oder, falls das nicht geht, das Einhalten klar festgelegter Bürozeiten. Ganz wichtig: Feierabend ist Feierabend. Alle geschäftlichen Dinge wie Bürohandy, Rechner etc. sollten dann wirklich ausgeschaltet sein, sonst ist eine Trennung zwischen Arbeit und Freizeit überhaupt nicht möglich. Das ist aber essentiell, um professionell arbeiten zu können und auch den Spaß an der Tätigkeit nicht zu verlieren.

Weitere Tipps, damit die Solo-Selbstständigkeit funktioniert
• Denken Sie von Beginn an den Fall der Fälle, nämlich dass Sie einmal krankheitsbedingt ausfallen. Gibt es für dieses Worst-Case-Szenario jemanden, der zumindest übergangsweise für Sie einspringt, um wenigstens das Nötigste zu erledigen?
• Nehmen Sie sich Auszeiten und legen Sie klare Zeiten für Freizeit und Urlaub fest. Es ist keinem geholfen, wenn Sie ununterbrochen arbeiten, bis Sie nicht mehr können. Besser von Anfang an ausreichende Pausenzeiten einplanen.
• Nur, weil Sie alleinverantwortlich arbeiten, heißt das nicht, dass Sie auf externe Unterstützung verzichten müssen. Holen Sie sich Hilfe von Profis in den Bereichen, in denen Sie nicht ganz so fit sind (Steuern, Marketing o. Ä.) und konzentrieren Sie sich auf die Dinge, in denen Ihre Stärken liegen.
• Ein vielseitiges Netzwerk hilft immer, besonders wenn man sein Unternehmen alleine stemmt. Ab und zu braucht jeder Selbstständige „Sparringspartner“, um neue Ideen abzuwägen, Input zu bekommen oder einfach, um sich über alltägliche Probleme auszutauschen. Auch für die Kundengewinnung sind Kontakte unerlässlich, zudem erhält man wertvolle Tipps zu den unterschiedlichsten Themen rund um Leben als Unternehmer. Man muss nicht jeden Fehler selbst machen – lernen Sie von denen, die Ihren Weg bereits beschritten haben.

Fazit: Solo oder im Team?
Einerseits hängt diese Entscheidung vom Business und den finanziellen Mitteln ab. Wenn der Job gut alleine bewältigt werden kann oder die letzte Sicherheit fehlt, um Mitarbeiter langfristig beschäftigen zu können, ist eine Solo-Selbstständigkeit eine gute Wahl. Andererseits muss man dafür auch der Typ sein. Gerade wenn man sich nach Jahren im Angestelltenverhältnis selbstständig macht, können einem die Gespräche mit Kollegen schon fehlen. Es ist auf jeden Fall eine Umstellung, die viel Disziplin und Selbstmotivation erfordert.
Gründen als Team ist mitunter intensiver als eine Ehe einzugehen. Daher sollte hier die Partnerwahl ganz genau überlegt werden und die Aufgaben- und Entscheidungsgebiete ganz klar vorher schriftlich fixiert werden.

Um menschlich und fachlich nicht in einer Blase zu enden, ist der Kontakt zu anderen Unternehmern, Freunden, Familie und Kooperationspartnern enorm wichtig. Kooperationen sind sowieso eine gute Gelegenheit, Neues zu erfahren, voneinander zu profitieren und im Gespräch zu bleiben. Andere Solo-Selbstständige haben ähnliche Probleme, die sich zusammen ggf. einfacher lösen lassen.

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