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Präsentismus- krank zur Arbeit macht krank

28.02.202013:03 UhrGesundheit & Medizin

(openPR) In den letzten Wochen stolpere ich immer wieder über das Thema Präsentismus. Neulich hatte ich einen Artikel dazu gelesen und auch in Gesprächen mit Kunden geht es gerade jetzt in der Erkältungszeit immer wieder um das Thema, gehe ich krank zur Arbeit oder nicht.


Dadurch dass das Thema in letzter Zeit bei mir immer wieder aufkommt, habe ich mir hierzu natürlich meine Gedanken gemacht. Was bringt die Menschen dazu krank zur Arbeit zu gehen?
Ich habe zu diesem Thema natürlich auch meine eigene Geschichte. Während meines Angestelltenlebens war ich teilweise Vorreiter, wenn es um das Thema krank arbeiten geht. Was hat mich dazu getrieben, dass ich ständig krank gearbeitet habe, teilweise sogar mit Fieber?
Zum einen habe ich das schon im Elternhaus vorgelebt bekommen. Meine Mutter hat sich, wenn sie erkältet war oder Rückenschmerzen hatte, morgens ein paar Tabletten eingeworfen und ist arbeiten gegangen. Von ihr höre ich heute noch, wenn ich krank bin. „Wie du machst schon wieder krank“ – man beachte die Wortwahl, krankmachen – „das kannst Du doch nicht machen“. Schon hier wurde mir das schlechte Gewissen, sich einfach mal krank ins Bett zu legen eingeimpft. Hier möchte ich anmerken – Meine Mutter hat mit 45 aufgehört zu arbeiten, weil sie ständig mit starken Rückenschmerzen und ständigen Erkältungen gearbeitet hat. Zwei Bandscheibenvorfälle und jede Menge chronische Krankheiten haben dazu geführt, dass sie nicht mehr arbeiten konnte.
Weitere Gründe bei mir waren, immer das schlechte Gewissen, meine Kollegen im Stich zu lassen, und (teilweise) unbegründete Existenzangst. Ich hatte Angst davor, dass ich meinen Job verliere In meinem Gehirn haben sich echt abenteuerliche Bilder abgespielt. Bei meinem letzten Arbeitgeber kam der finanzielle Aspekt dazu Ich war im Vertrieb tätig und wir hatten ein recht hohes variables Gehalt Das Grundgehalt war nicht ausreichend um Rechnungen zu bezahlen. Dazu dann der chronische Personalmangel. Zu einem großen Teil auch Resignation. Ich konnte einfach auch nicht „in Ruhe krank“ sein. Es hat mindestens ein bis zweimal am Tag, trotz Übergabe, das Telefon geklingelt und jemand wollte etwas von mir. Da habe ich gedacht, kann ich auch gleich selber arbeiten.
Ok, ich gebe zu, ein nicht zu vernachlässigender Aspekt war, dass ich meinen Chefs und Kollegen damit zeigen wollte, dass ich ein vorbildlicher Mitarbeiter bin und ihre Anerkennung dafür wollte, dass mir die Arbeit so wichtig ist, dass ich sogar krank arbeite. Es ging bei mir sogar soweit, dass ich im Urlaub morgens ein oder zwei Stunden meinen Laptop angeworfen habe und für meine Kollegin vorgearbeitet habe, damit sie von den vielen Mails nicht erschlagen wird.
Wohin hat das bei mir geführt? Mein Immunsystem war so im Keller, dass ich irgendwann gar nicht mehr richtig gesund wurde und alle vier bis sechs Wochen einen neuen Infekt hatte. Dazu kamen dann irgendwann Magen-Darm Probleme und geendet hat es mit einem Burnout. Glücklicherweise habe ich keine chronischen Krankheiten davongetragen.
Was treibt die Menschen also dazu krank zu arbeiten?
Der finanzielle Aspekt. In verschiedenen Unternehmen wird beispielsweise das Weihnachtsgeld oder der Jahresbonus an den Krankheitstagen gemessen. Je weniger Krankheitstage, desto höher ist am Ende der Bonus. Gerade wenn man wenig verdient, spielt das eine große Rolle.
Das schlechte Gewissen den Kollegen gegenüber. Man hat das Gefühl die Kollegen im Stich zu lassen. Vor Allem in Berufen in denen hoher Personalmangel herrscht, wie im sozialen Bereich oder der Pflege.
Existenzangst-Angst vor Verlust des Arbeitsplatzes. Gerade Berufsanfänger oder Angestellte mit befristeten Verträgen befürchten, dass Sie ihren Arbeitsplatz verlieren, wenn sie krank sind.
Dann gibt es noch die Mitarbeiter, die damit prahlen krank zur Arbeit zu kommen. Diese erhoffen sich Anerkennung seitens der Kollegen und des Vorgesetzten um so ihr Selbstwertgefühl zu steigern.
Das sind nur einige Beispiele. Die Liste lässt sich sicher noch fortsetzen.
Krank zur Arbeit gehen hat Auswirkungen auf den Körper und auch auf die Psyche.
Die Erkrankung kann chronisch werden oder es können sich Folgeerkrankungen einstellen. Bei einer Erkältung kann zum Beispiel der Herzmuskel in Mitleidenschaft gezogen werden. Bei Rückenschmerzen können diese chronisch werden oder Folgeschäden an der Wirbelsäule auftreten.
Die Unfallgefahr am Arbeitsplatz steigt, da man häufig mit einer Erkrankung unkonzentriert und unaufmerksam ist.
Stressbedingte Erkrankungen oder auch Burnout werden begünstigt. Eine Krankheit bedeutet immer Stress für den Körper. Er braucht Ruhe und Erholung. Kommt dann noch unser normales Arbeitspensum dazu und das nicht nur einmal, sondern ständig, haben wir zu wenig Erholungshasen und unser Körper steht unter Dauerstress.
Nicht nur für den Einzelnen hat Präsentismus Folgen. Auch für Unternehmen können Mitarbeiter die krank zur Arbeit gehen große wirtschaftliche Folgen haben. Deshalb appelliere ich an dieser Stelle an die Führungskräfte, die vielleicht diesen Artikel lesen. Führungskräfte haben eine Sorgfaltspflicht gegenüber ihren Mitarbeitern. Diese sollte auch wahrgenommen werden. Wenn ihr bemerkt, dass ein Mitarbeiter ständig krank zur Arbeit kommt, sprecht ihn an und schickt ihn gegebenenfalls nach Hause bevor er die ganze Abteilung ansteckt.
Wer sich in das Thema weiter einlesen möchte findet hier eine sehr interessante Studie dazu.
Mein Fazit: Wer einfach einmal ohne schlechtes Gewissen „in Ruhe krank“ ist, bleibt länger gesund und leistungsfähig.

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