(openPR) Hamburg www.schadengutachter.eu Raif Özalan – Hohe Arbeitslosigkeit und wachsende Armut bei gleichzeitiger Erosion der sozialen Sicherungssysteme haben in den vergangenen zwanzig Jahren die westlichen Sozialstaaten tief greifend verändert.
Die Armut ist in Deutschland vor allem ein Problem der sozialen Exklusion, mehr als der physischen Existenzsicherung. Der Zeit ist Hamburg die „reichste Stadt in Deutschland“. Der durschnittliche Bruttoinlandsprodukt (BIP) liegt mit rund 45.000 € bundesweit an der Spitze, um 72% höher als im Bundesdurchschnitt und 100% über den Berliner Werten. Mit 9,2 Millionärinnen pro 10.000 Einwohner/innen hat Hamburg auch den bundesweit höchsten Wert – weit vor Bayern mit 5,2, sagt Krista Sager.
Doch Gleichzeitig wächst auch die Armut in der Stadt. Hamburg wird von anerkannten Wissenschaftler/innen als die Stadt „mit der größten sozialen Polarisierung“ IN Deutschland bezeichnet und liegt u.a. bei der Arbeitslosen – und Schulabbrecher/innenraten oder der Jugendkriminalität in der Spitzengruppe der westdeutschen Großstädte.
Fazit der Bestandsaufnahme:für Hamburg
Krista Sager, stellvertretende Vorsitzende der Bundestagsfraktion von BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN; fasst die Bestandsaufnahme wie folgt:
1. In Deutschland wächst der Armut, die Aufspaltung der Gesellschaft in arm und reich verschärft sich. Besonders betroffen sind Alleinerziehende und Migranten, Kinder und und junge Menschen unter 25 Jahren. Armut kennzeichnet nicht nur ein niedriges Einkommen, sondern auch schlechte Entwicklungschancen: Es ist erwiesen, dass arme Kinder in Deutschland geringere Bildungschancen und einen schlechteren Gesundheitszustand haben. Das ist sozial ungerecht – auch vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung – der ganzen Gesellschaft.
2. Hamburg ist mit dem höchsten Bruttoinlandsprodukt pro Kopf die reichste Stadt Deutschlands und trotzdem verschärft sich gerade hier die soziale Polarisierung, die auf der Verliererseite durch bundesweit höchste Raten z.B. bei Langzeitarbeitslosigkeit und schulabbrecherr/innen ausgewiesen wird. Die Hamburger Wachstumsstrategie setzt einseitig auf „High Potentials“, auf Leuchtturmprojekte und prestigeträchtige Subventionierung von Großunternehmen. Ressourcen im Sozialbereich und bei der Arbeitsmarktförderung sind hingegen drastisch abgesenkt worden, die programmatische Verzahnung der Arbeitsmarktpolitik mit einer Armutsbekämpfung in den Stadtteilen wurde ebenso aufgegeben wie die besondere Förderung benachteiligter Zielgruppen. Die einseitige Ausrichtung der Hamburger Wachstumsstrategie verstärkt die Ausgrenzung weniger leistungsstarken Bevölkerungsgruppen.
3. Jede 4. Einwohner/in Hamburgs hat einen Migrationshintergrund. Die Menschen haben schlechtere Bildungs- und Benachteiligungschancen und damit ungünstigere Ausgangsbedingungen auf dem Arbeitsmarkt Die zögerliche und unstete Integrationspolitik des Senats verhindert Chancengerechtigkeit. Kulturelle Vielfalt wird von seitens des Senats nicht als Chance einer zukunftsorientierten Gesellschaft betrachtet.
4. Die Gesundheitssituation der Menschen in den benachteiligten Quartieren verschärft sich, eklatante Fälle der Verwahrlosung sind nur die Spitze des Eisbergs. Wer arm ist hat z.B. eine stark verringerte Lebenserwartung, die Kindersterblichkeit liegt höher. Der Zusammenhang zwischen sozioökonomischem Status und Gesundheit wird vom Senat ignoriert, so wird z.B. die dringend erforderliche aufsuchende Sozialarbeit nur im Einzelfall betrieben. Gesundheitspolitik wird nicht in ein umfassendes Konzept der Armutsbekämpfung in den Stadtteilen einbezogen.
5. Besonders gravierend ist der Zuwachs der Kinderarmut in Hamburg – derzeit leben 23% der Hamburger Kinder unter 15 Jahren von Sozialhilfe – das sind 52.000 Kinder. Die Benachteiligung erwerbsloser Eltern im Kita-Bereich, Büchergeld in den Schulen, ein unzureichendes Ganztagsschulangebot sind Beispiele für eine Senatspolitik, die die Lebenslagen dieser Kinder ignoriert.
6. Wenn Bildung als Ausstiegsmöglichkeit aus Armut zu verstehen ist, dann begründet das Hamburger Schulsystem die Verfestigung in Armut:. Das gegliederte Schulsystem, an dem die Hamburger Bildungspolitik festhält, führt nachgewiesener Maßen zu eine sozialen Auslese, durch die Konzentration der Ganztagsschulen auf Gymnasien kann die soziale Benachteiligung in der Bildungsentwicklung der Kinder nicht mehr aufgefangen werden.
7. Die Armut konzentriert sich zunehmend auf Stadtteile der 1960er und 1970er Jahre in den Randlagen, die aufgrund vielfältiger Faktoren (mangelnde soziale Infrastruktur, Bildungs- und Kulturangebote, Umweltbelastungen, z.T. fehlende Versorgungseinrichtungen, reine Wohngebiete, Erreichbarkeit, u.s.w) zusätzlich benachteiligend wirken. Entsprechende Stadtteile werden zunehmend aus- und abgegrenzt – und entschwinden der Wahrnehmung der „Mehrheitsbevölkerung“, so dass die Gefahr der Ghettobildung wächst. Gleichwohl übernehmen diese Stadtteile z.B. mit der Aufnahme von Migranten eine wichtige Funktion für die Stadt. Die Bewertung dieser Stadtteile bleibt sowohl im Hinblick auf ihre Defizite als auch im Hinblick auf ihre Potenziale unzureichend.
Handlungskonzept der GAL
GAL hält es für Sinnvoll dazu räumliche Schwerpunkte zu bilden, um Probleme dort anzugehen, wo sie sich häufen, hierzu schlägt sie folgende Ansatz und Verfahren vor, um die soziale Spaltung in den am stärksten betroffenen Stadtteilen zu stoppen Integrierte Quertierentwicklung
• einen Schwerpunkt auf die Förderung der lokalen Ökonomie, insbesondere von Existenzgründungen und Unternehmer/innen mit Migrationshintergrund legen
• die Bildungssituation durch die Einführung eines Rechtsanspruchs auf ganztätige Kinderbetreuung ab dem 1. bis 9. Lebensjahr.
• die gesundheitliche Situation der Bevölkerung , insbesondere der Kinder und jugendlichen, über ein Netzwerk Gesundheit durch z.B. gezielte Förderung von gesundheitsbewussten Verhalten.
• in den Quartieren durch Unterstützung und Vernetzung von Vereinen und Initiativen stärken und Kunst und Kultur, sowohl durch kulturelle Leitobjekte als auch aus Basis lokaler Initiativen und Projekte, zu einem Motor der Quartiersentwicklung machen.
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