(openPR) Wie die Stiftung Brückner-Kühner und der Kasseler Oberbürgermeister Christian Geselle am 5. Dezember 2019 bekannt gaben, wird die Berliner Autorin von Erzählprosa und Hörspielen, bildende Künstlerin, Kuratorin und promovierte Musikwissenschaftlerin Chrizzi Heinen für ihren Debütroman "Am schwarzen Loch" mit dem Förderpreis Komische Literatur 2020 zum Kasseler Literaturpreis für grotesken Humor geehrt (www.brueckner-kuehner.de/chrizzi-heinen-2020/).
Dazu Satyr Verleger Dr. Volker Surmann: "Wir implodieren vor Freude für unsere Autorin Chrizzi Heinen! Mit der Auszeichnung einer Autorin, die in der komischen Literatur eine echte Newcomerin ist, macht der Förderpreis seinem Namen alle Ehre. Die Zueignung zeigt, dass auch in einer unter wirtschaftlichem Verwertungsdruck stehenden Verlagslandschaft Mut zu unkonventioneller Literatur und dem Entdecken neuer Stimmen vorherrschen sollte. Dass eine so verrückte Idee wie ein schwarzes Loch im Badezimmer in der Lage ist, Literaturpreise anzusaugen, macht den Roman für uns zum Glücksfall!"
Preisträgerin Chrizzi Heinen: "Als jemand mal meinte, meine Texte seien ja komisch, habe ich mich erschrocken, ich verstand es als Abwertung, auch für all die Zeit und Emotionen, die ich in den Text gesteckt hatte. Ich denke, die Kasseler Stiftung ist sich der Vielschichtigkeit von Komik schwer bewusst. Deshalb macht mich die Auszeichnung sehr glücklich. Dankeschön!"
Zum Hintergrund des Preises
Die mit 3.000 Euro dotierte Auszeichnung wird auf Vorschlag von Verlagen durch die Stadt Kassel und die Stiftung Brückner-Kühner verliehen. Der Preis geht an Autoren und Autorinnen, die sich noch in einer relativ frühen Phase ihres literarischen Schaffens befinden und auf hohem künstlerischen Niveau das Komische gestalten.
40 Verlage hatten Vorschläge für den Förderpreis Komische Literatur 2020 eingereicht. Der Förderpreis wird gemeinsam mit dem Kasseler Literaturpreis für grotesken Humor vergeben, der für das Jahr 2020 Heinz Strunk zugesprochen wurde. Die öffentliche Preisverleihung findet am 29. Februar 2020 im Kasseler Rathaus statt. Die Laudatio auf Chrizzi Heinen hält Satyr-Verleger Dr. Volker Surmann.
Mit der Preisverleihung wird das Festival „Kasseler Komik-Kolloquium“ eröffnet, das bis zum 7. März 2020 mit Lesungen, Bühnenkunst, Ausstellung und wissenschaftlicher Fachtagung von der Stiftung Brückner-Kühner veranstaltet wird. Chrizzi Heinen wird in diesem Rahmen am 6. März 2020 gemeinsam mit Kirsten Fuchs und Thomas Kapielski, Preisträger vergangener Jahre, lesen. Näheres hierzu unter www.komik-kolloquium.de
Begründung der Jury
"Chrizzi Heinen hat mit ihrem Roman 'Am schwarzen Loch' ein ganz außergewöhnliches Debüt vorgelegt. Vielseitig, witzig und gewitzt entfaltet die Autorin hier die skurrile Idee, ein schwarzes Loch zum Handlungsträger zu machen. Durch dieses Loch getrieben werden Themen wie Großstadtmilieus, musikalische Subkulturen, Wissenschafts- und Kunstbetrieb, Freundschaft, Liebe und Tod mit immer wieder anderen, überraschenden Sprachspielen. Das parodistisch bis grotesk Komische federt dabei eine tiefe Melancholie ab. Wie der Roman liefert auch Heinens subversives 'Vakant'-Verlagsprogramm mit seinen imaginären Titeln einen starken und aktuellen Beitrag zur literarischen Hochkomik."
Die Jury besteht aus dem Literaturwissenschaftler Prof. Dr. Dr. h.c. Walter Pape (Vorsitz), der Leiterin von S. Fischer Theater und Medien Friederike Emmerling, der Lektorin Dr. Renate Jakobson, dem Literatur- und Medienwissenschaftler sowie Dichter Christian Maintz, dem Literaturwissenschaftler Prof. Dr. Uwe Wirth sowie Dr. Thomas Wohlfahrt, dem Direktor des Hauses für Poesie in Berlin.
Der Roman "Am schwarzen Loch"
Chrizzi Heinen's Großstadterzählung - veröffentlicht zum Indiebookday am 25.03.2019 - ist ein literarisches Plädoyer für das fantastische Erzählen und nimmt die Leser*innen mit in eine scheinbar vertraute Welt, die doch voller Rätsel ist.
Der Roman erzählt von Stadt als einem Lebensraum zwischen Utopie, Traum und Wirklichkeit. Sein Kosmos ist bevölkert von Lebenskünstlern und Visionären, ein Ort an dem Freiheit und Solidarität die Lebensgrundlagen bilden. Ein zeitloser Traum, dessen größte Gefahr die Wirklichkeit ist.
Das Romanmanuskript wurde auf die Shortlist des 'Blogbuster-Award 2017 für das beste unveröffentlichte Debüt' gewählt.
Stimmen
"Ein schräger Berlin-Roman voller absurd-komischer Einfälle und philosophischer Momente."
rbb kultur
"Ein unkonventionelles Stück Literatur, das als Plädoyer für ein unangepasstes, urbanes Leben wider die durchgentrifizierte Monotonie gelesen werden kann."
Junge Welt
"Das Buch erinnert ein wenig an Raymond Queneau, Georges Perec oder Boris Vian. Also so lustig verdrehte französische Literatur der Nachkriegszeit."
taz
"Ein surrealistischer Großstadtroman [...] erstaunlich nah an den realen Gegebenheiten."
Der Tagesspiegel
"Der ganz normale urbane Wahnsinn, mit einer Portion magischem Realismus. Ein absurd-lustiges Großstadttheater [das] aktuelle Probleme städtischen Wohnens und kulturellen Beisammenseins beschreibt und den Finger in die Wunde legt. Ein mehr als gelungenes Debüt."
We read Indie-Blog
"Der Roman erzählt die Geschichte der Berliner Innenstadtgentrifizierung mit Aberwitz und Schnauze...eine ziemlich witzige und von einem scharfen, aber liebevollen Blick auf die verschwindende Berliner Subkultur-Boheme und ihre feinen Unterschiede geprägte Erzählung...Der magische Realismus, prekärer Kiezkosmopolitanismus und absurder Humor in Berliner Restbrachen machen das Buch zu einer ziemlich guten literarischen Mischung."
Das Filter-Blog
Chrizzi Heinen
wurde in Köln geboren und studierte dort Musikwissenschaften, Philosophie und Musiktherapie. 2012 promovierte sie mit einer musikwissenschaftlichen Arbeit über Berliner Experimental- und Musikkulturen. Neben ihrem Schreiben widmet sie sich der künstlerischen Arbeit an Zeichnungen und Gemälden, organisiert Ausstellungen, komponiert, produziert Hörspiele und wirkte in diversen Musikprojekten mit. Im März 2019 erschien ihr erster Roman „Am schwarzen Loch“ im Satyr-Verlag; ein zweiter Roman ist in Vorbereitung. Seit Juni 2019 ist sie Leiterin und künstlerische Kuratorin des durch den Vakant-Verlag (www.vakant-verlag.de) initiierten „Instituts für Imaginäre Literatur“ in Berlin, wo sie seit 2005 auch lebt.
Netzpräsenz
www.coconut-farm.org
Preise und Auszeichnungen
(2020) Förderpreis Komische Literatur der Stiftung Brückner-Kühner und der Stadt Kassel
(2018) 1. Preis beim Berliner Horspielwettbewerb 2018 (Sparte: Mikroflitzer). Für das Kurzhörspiel "Im Passbildautomaten".
(2017) Shortlist im Blogbuster, Preis der Literaturblogger fur das beste unveröffentlichte Manuskript „Das schwarze Loch“.
(2016) Publikumspreis „Hörspielnixe“ bei der Chemnitzer Hörspielinsel für das Horspiel "Friseurphobie. Wenn der Friseurbesuch zum Horrortrip wird".





















