(openPR) Jakob Löw informiert am Forum der FDP Haar
Haar – Lkr. München / Das Offene Forum für Kommunalpolitik der FDP Haar am 23. Oktober 2019 ermöglichte den Bürgerinnen und Bürgern einen spannenden Blick in die mögliche Zukunft ihrer Gemeinde. Wie wirkt sich der digitale Wandel auf die Entwicklung der Kommune aus und welche Chancen ergeben sich für die Menschen vor Ort? Zur Diskussion dieser zentralen Fragen hatten die Haarer Liberalen den Vorsitzenden des Dachverbands der Bürgernetze in Deutschland Jakob Löw und den Vorsitzenden des Vereins Digitale Normierung Andreas Neumair als Referenten eingeladen.
Vor voll besetzten Zuhörerreihen – der Veranstaltungsraum im Gasthof zur Post war bis auf den letzten Platz gefüllt – referierte Löw über die technologischen Möglichkeiten moderner Datenübertragungsnetze und Sensorik. Von Parksensoren, die bei der Parkplatzsuche helfen, über Feuchtigkeitssensoren für die Landwirtschaft bis hin zu Feinstaubsensoren zur Kontrolle der innerörtlichen Luftqualität skizzierte er ein Zukunftsbild, in der Mensch und Kommune eng vernetzt sind. „Der Bürger bekommt über digitale Zugangskanäle alle für ihn wichtigen Informationen und ist selbst aktiver Part bei der Datenerhebung“, erläuterte Löw am Beispiel der Leerung öffentlicher Mülleimer. Im Rahmen von Modellprojekten, die in oberbayerischen Kommunen durchgeführt werden, erhalten die Einwohner die Möglichkeit, über Funkerkennung den Füllstand der Abfalleimer direkt an die zuständige Behörde zu übermitteln. Die betreffenden Kommunen können daraufhin die Leerungsfrequenz an die Bedarfe der einzelnen Standorte individuell anpassen, berichtete Löw. „Das ist effizient und freut den Bürger“, zeigte sich FDP-Ortschef Dr. Peter Siemsen beeindruckt.
In einem zweiten Vortrag erläuterte Referent Andreas Neumair das Konzept des digitalen Zwillings. Durch freie Sammlung geografischer und kommunaler Daten könne, so Neumair, ein virtuelles Modell der Kommune generiert werden, das Einwohnern, Behörden, Unternehmen und Dienstleistern ermöglicht, Angebote und Lösungen zur Nutzung und Weiterentwicklung der lokalen Infrastruktur sowohl zu identifizieren als auch zu simulieren. „Ein derartiger digitaler Zwilling gäbe uns in Haar die Möglichkeit, Verkehrskonzepte selbst zu erarbeiten und zu testen. Die zeit- und kostenaufwendige Beauftragung von Mobilitätskonzepten bei externen Planungsbüros würde somit der Vergangenheit angehören“, stellte Siemsen interessiert fest. Auch FDP-Ortsvorstandsmitglied Christian Franz zeigte starke Sympathien für dieses Konzept mit Hinweis auf die Notwendigkeit von Open-Source-Anwendungen in diesem Bereich.
Wie schnell Smart City in einer Gemeinde wie Haar umgesetzt werden kann, hängt nach Löws Einschätzung in hohem Maße von der Offenheit ab, Projekte auf dem Gebiet der Datenübertragungsnetze zu starten. Am Beispiel des ressourcenschonenden und sicheren Niedrigenergienetzes LoRaWAN (Long Range Wide Area Network) schilderte Neumair, dass die Investitionen für eine Reichweitenabdeckung von 10 km deutlich unterhalb 30.000 Euro liegen. „Beim Aufbau der Datenübertragungsnetze unterstützen wir gerne“, warb Löw für eine enge Einbindung der Bürgernetze. Einst von der bayerischen Staatsregierung Mitte der 90er Jahre des vergangenen Jahrhunderts ins Leben gerufen, um die Menschen ins Internet zu bringen, mauserten sich ehemaligen Einwahlknoten zu wahren Dienstleistungschampions rund um IT und Internet, berichtete er den beeindruckten Zuhörerinnen und Zuhörern. „Hierauf werden wir zurückkommen – spätestens nach Einzug der FDP in den Haarer Gemeinderat“, verabschiedete FDP-Ortschef Siemsen die beiden Referenten begleitet vom Applaus der Gäste.












