(openPR) Die Zahl der Drogentoten blieb im vergangenen Jahr mit 1.276 Fällen auf dem Niveau des Vorjahres. Weiterhin sind opioidbedingte Überdosierungen durch Heroin und andere Substanzen für etwa 50% der Todesfälle verantwortlich.
Die Kriminalisierung der Substanzen durch das Betäubungsmittelgesetz (BtmG) spielt hier eine fatale kausale Rolle, da Drogenhandel- und konsum außerhalb jeglicher Möglichkeit der Kontrolle stattfindet.
Über die Reinheit der jeweiligen Substanz erhalten Konsument_innen keine verlässlichen Angaben. Jeder Konsumvorgang ist daher mit einem unkalkulierbaren Risiko behaftet.
Mit Drogenkonsumräumen, die in einigen Kommunen bereits eingerichtet wurden, ist bereits ein wichtiger Schritt zur Sicherheit der Drogenkonsumenten, aber auch zur Entlastung der Innenstädte, getan. Denn der Konsum findet dort zumindest in einem geschützten, hygienischen und sicheren Rahmen statt.
Nun muss es aber das Ziel sein, in Erfahrung zu bringen, was eigentlich in diesen Konsumräumen genau konsumiert wird. Welche, möglicherweise gefährlichen, Streckstoffe befinden sich in den Substanzen? Oder liegt die Droge vielleicht in bedenklich hoher Konzentration vor?
Daher muss Drug Checking, d.h. die Überprüfung der illegalen Drogen auf Verunreinigungen und Wirkstoffpotenz, auch in Drogenkonsumräumen gesetzlich ermöglicht und zeitnah umgesetzt werden.
Ein von Prof. Auwärter in Freiburg umgesetztes Modellprojekt, bei dem entsprechende Substanzanalysen von Drogenverpackungen aus Frankfurter Drogenkonsumräumen analysiert werden, brachte den Betreibern und den Nutzern dieser Einrichtungen wichtige Informationen über die konsumierten Substanzen.
Substanzanalysen illegalisierter Drogen sind ohne spezielle Genehmigung des BfArM aktuell nur in Apotheken zulässig. Das Land Berlin wagt nun einen ersten Schritt hin zur Substanzanalyse über ein stationäres Drug Checking Projekt. In Drogenkonsumräumen wird jedoch nach wie vor nicht systematisch getestet!
„Im Sinne des Prinzips der Risikominderung bedarf es daher nach Ansicht von JES einer Anpassung der gesetzlichen Rahmenbedingungen für Substanzanalysen, auch in Drogenkonsumräumen. Das könnte dabei helfen, gesundheitliche Schädigungen und Überdosierungen zu vermeiden“, wie Mathias Häde vom JES Bundesverband anmahnt.
„Unser Ziel bleibt aber eine Überprüfung des BtmG auf schädliche Effekte. Dies verstehen wir als ersten Schritt auf dem Weg zur Übernahme staatlicher Verantwortung im Hinblick auf eine regulierte Abgabe“, so Stefan Ritschel vom JES Bundesvorstand.


