(openPR) Der CGB hat in seinem Glückwunschreiben an die neue Bremer Verkehrssenatorin Maike Schaefer (Bündnis 90 / Die Grünen) dafür plädiert zu prüfen, inwieweit sich die Gleise der Bremer Straßenbahn auch für den Gütertransport nutzen lassen. Er hat hierzu auf Städte wie Zürich, Dresden und Frankfurt verwiesen, in denen der Einsatz von Straßenbahnen zum Gütertransport entweder bereits seit Jahren erfolgreich praktiziert oder aktuell erprobt wird.
CGB-Landesvorsitzender Peter Rudolph: „Zürich und Dresden haben erfolgreich vorgemacht, wie sich Straßenbahntrassen auch sinnvoll gewerblich nutzen lassen. Während Zürich das Straßenbahnnetz mit speziellen Fahrzeugen regelmäßig zum Einsammeln und Abtransport von Sperrmüll seiner Anwohner nutzt, verkehrt in Dresden seit 2001 eine „CarGoTram“ zwischen dem Logistikzentrum in der Friedrichsstadt und der Gläsernen Manufaktur von VW am Rande der Innenstadt, die mit ihren fünf Waggons bis zu 60 Tonnen Zuladung transportieren kann. Und in Frankfurt am Main läuft seit September 2018 ein Pilotprojekt der Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) mit dem Paketzusteller Hermes im Bereich City-Logistik, in dem eine Logistiktram den Transport von Boxen mit Paketen und Päckchen von einem auswärtigen Knotenpunkt ins zentrale Europa-Viertel übernimmt, von wo dann die Auslieferung der Sendungen an die Empfänger mit speziellen e-Bikes erfolgt. Warum soll ähnliches nicht auch in Bremen möglich sein, zumal im Masterplan Green City Bremen des Senators für Umwelt, Bau und Verkehrs vom August 2018 bereits der Einsatz anbieterneutraler Packstationen in Quartierszentren und Neubauanlagen sowie „Micro-Hubs“ als Umschlagsplätze zwischen Kraftfahrzeugen und Lastenträgern für die Feinverteilung vorgesehen sind.“
Der CGB verweist darauf, dass bereits 2012 Michael Lütjen und Jakub Piotrowski vom Bremer Institut für Produktion und Logistik (BIBA) in einem Artikel für „Industrie Management“ des Gito-Verlags festgestellt haben, dass das Straßenbahnnetz über große Potentiale für den Güterverkehr verfügt.
Der CGB sieht dies ebenso wie die beiden Wissenschaftler des Bremer Universitätsinstituts. Er geht davon aus, dass insbesondere im Bereich der City-Logistik der Einsatz von Straßenbahnen zum Gütertransport einen wichtigen Beitrag zur Verkehrsentlastung sowie zur Reduzierung von NO2- und CO2- sowie Lärmemissionen leisten kann. CGB-Landesvorsitzender Peter Rudolph: „Die Forderung, mehr Güter auf die Schiene, sollte sich nicht auf die Eisenbahnen beschränken, sondern auch die Straßenbahnen einbeziehen.“
Im übrigen erinnert der CGB daran, dass der Gütertransport mittels Straßenbahn über Jahrzehnte bereits gängige Praxis in Deutschland war und erst durch die einseitige politische Förderung des Straßengüterverkehrs Anfang der 1960er-Jahre ein zwischenzeitliches Ende gefunden hat. Es gab Zeiten, da wurde z.B. in Hannover mit dem Straßenbahngüterverkehr mehr Geld verdient als mit dem Straßenbahnpersonenverkehr.












