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Taser: 50.000 Volt gegen das Recht auf Unversehrtheit

24.01.2019 • 11:53 Uhr • Politik, Recht & Gesellschaft
Bild: Taser: 50.000 Volt gegen das Recht auf Unversehrtheit
Jochen Bülow (DIE LINKE. Rheinland-Pfalz)
Jochen Bülow (DIE LINKE. Rheinland-Pfalz)

(openPR) Nach dem tödlichen Polizeieinsatz in Pirmasens nehmen die Landesvorsitzenden der rheinland-pfälzischen LINKEN, Jochen Bülow und Katrin Werner, MdB, Stellung zur Verwendung von Tasern:

Jochen Bülow: „Nach dem Einsatz eines Distanz-Elektroimpulsgerätes (Taser) bei einem Polizeieinsatz am vergangenen Freitag ist ein 56-jähriger Mann an den Folgen eines Herzinfarkts gestorben, nun ermittelt die Staatsanwaltschaft. Ohne dem Ergebnis vorgreifen zu wollen: Es wäre nicht das erste Mal, dass ein Taser-Einsatz tödlich endet. In den USA und Kanada sind mittlerweile über 1.000 Fälle mit Todesfolge dokumentiert, der UNO-Ausschuss gegen Folter und Amnesty International haben die Elektroschocker als Folterinstrument bewertet. Für uns ist nicht nachvollziehbar, dass diese Waffen in mehreren deutschen Bundesländern, so auch in Rheinland-Pfalz, noch „getestet“ werden müssen.“

Katrin Werner: „Ich finde das Ausmaß an Empathielosigkeit nach diesem Vorfall erschreckend, wenn Innenminister Lewentz „keinen Anlass“ sieht, auf den Einsatz von Tasern zu verzichten, sondern im Gegenteil alle 72 Polizeiinspektionen des Landes damit standardmäßig aufrüsten will. Ältere, Kranke, Schwangere, Kinder – Menschen mit schwächerer Konstitution sind lebensbedrohlich gefährdet, wenn Taser die Muskeln mit bis zu 50.000 Volt verkrampfen lassen. In Gefahrensituationen sind dergleichen Risiken praktisch nicht mehr abschätzbar, Entscheidungen müssen in Sekundenschnelle gefällt werden. Im regulären Streifendienst haben Taser wegen der mit ihnen verbundenen unkalkulierbaren Gefahren nichts zu suchen.“

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