(openPR) Mit dem öffentlichen Streit um die Nichteinladung von Bremens Bürgermeisterin Karoline Linnert zur Eiswette und dem fürs kommende Jahr angekündigten bzw. angedrohten Boykott der Traditionsveranstaltung seitens der Senatsmitglieder haben Senat und die ihn tragenden Fraktionen der Stadt mehr geschadet als genutzt. Die Eiswette ist ein privater Verein, der als 1828 als Herrenclub gegründet wurde und in eigener Verantwortung entscheidet, wen er zu seinen jährlichen Stiftungsfesten einlädt.
Die Frage, ob es noch in die heutige Zeit passt, Frauen vom Eiswettfest auszuschließen, kann öffentlich diskutiert werden. Die Entscheidung liegt jedoch allein bei den Vereinsverantwortlichen. Niemand ist gezwungen, einer Einladung zum Eiswettfest Folge zu leisten – auch kein Senatsmitglied. Deshalb zeugt es von Arroganz, bereits jetzt den Boykott einer Veranstaltung anzudrohen, zu der man noch gar nicht eingeladen ist.
Das Stiftungsfest der Eiswette ist neben der Schaffermahlzeit eine der traditionsreichsten Veranstaltungen der Hansestadt, die nicht nur von Vertretern der Wirtschaft, sondern auch von Politikern genutzt wird, um Kontakte zu knüpfen und zu vertiefen. Solche renommierten Festivitäten und Kontaktbörsen in Misskredit zu bringen, schadet der Stadt.
CGB-Landesvorsitzender Peter Rudolph: „Bekanntermaßen hat Bremen ein Imageproblem, wie erst im November die Marktforscher von Empirica der Stadt bestätigt haben. Dieses Imageproblem ist maßgebend dafür, dass Politik und Wirtschaft Probleme haben, ihre Vision von der wachsenden Stadt zu realisieren. Eigen- und Fremdwahrnehmung klaffen in Bezug auf Bremen weit auseinander. Während die Bremer sich stark mit ihrer Stadt identifizieren und ihr eine hohe Lebensqualität bescheinigen, haben Auswärtige kein so gutes Bild, von touristischen Gesichtspunkten einmal abgesehen. Sie denken bei Bremen eher an Verschuldung und Geldverschwendung, letzte Plätze im Bildungsranking, Kinderarmut und Skandale. Veranstaltungen wie die Schaffermahlzeit und die Eiswette bieten die Gelegenheit, wichtigen Meinungsträgern und Multiplikatoren ein positives Bild der Stadt zu vermitteln. Dessen sollten sich auch die politischen Repräsentanten der Stadt bewusst sein, statt populistisch dem Gender-Wahn zu frönen. Wer wirklich etwas für die Gleichberechtigung tun will, sollte zunächst vor der eigenen Haustür kehren. Im öffentlichen Dienst sind Frauen in Führungspositionen nach wie vor unterrepräsentiert und die Lohnlücke zwischen Männern und Frauen ist in Bremen größer als im Bundesdurchschnitt. Hier ist die Politik gefordert.“











