(openPR) "Probleme mit dem Enddarm sind kein Thema, über das man gern redet. Viele Betroffene scheuen auch den Arztbesuch. Dabei kommen Enddarmerkrankungen relativ häufig vor: Mehr als 50 Prozent aller über 30-Jährigen haben mit Hämorrhoiden zu kämpfen", berichtete Mohamed Daw, Oberarzt der Klinik für Chirurgie in der Stadtklinik Werdohl, den interessierten Besucher am Dienstagabend. Menschen, die darunter leiden, sollten sich beim Facharzt vorstellen, riet er den Besuchern des Vortrags im Rahmen der Reihe "Dienstags in den Märkischen Kliniken", denn es könnten auch ernste Erkrankungen wie Darmkrebs dahinter stecken.
Doch nicht nur die richtige Behandlung ist entscheidend - der Referent empfahl zudem vorbeugende Maßnahmen gegen Hämorrhoiden: täglich 30 Minuten Bewegung, zwei Liter trinken und eine ballaststoffreiche Ernährung mit frischem Obst und Gemüse, Hülsenfrüchten und Vollkornprodukten. Sie sorgen für eine gute Verdauung und entlasten die empfindliche Enddarmregion - Entzündungen entstehen so gar nicht erst.
"Hämorrhoiden bekommt man nicht, man hat sie", erklärte Mohamed Daw. Denn bei den Hämorrhoiden handelt es sich um Schwellkörper, die am Enddarm ein Gefäßpolster bilden. Zum Problem werden diese erst, wenn sie sich erweitern oder gar entzünden. Es kommt zu Beschwerden wie Schmerzen, Juckreiz, Nässen oder Blutungen in der Afterregion. Die Ursachen für Hämorrhoiden können unter anderem Verstopfung, Übergewicht oder eine angeborene Bindegewebsschwäche sein.
Während bei leichten Beschwerden noch Salben helfen können, ist bei einer stärkeren Ausprägung hingegen eine weitere medizinische Behandlung notwendig. Im fortgeschrittenen Stadium - es gibt vier Schweregrade - werden die Hämorrhoiden mit einem Gummiring abgebunden und "sterben" nach einigen Tagen unbemerkt ab. Nur in besonders schweren Fällen werden sie chirurgisch entfernt, aber auch hier steht eine sichere und weltweit erprobte Operationsmethode (nach Longo) zur Verfügung. Sie eignet sich für die Behandlung von Patienten im 3. oder 4. Stadium mit sicht- und tastbaren Knoten. Bei dieser Methode werden die Hämorrhoiden mit einem speziellen Gerät entfernt und die Wundränder geklammert. Der Eingriff dauert nur 15 bis 20 Minuten.
Das Team in der Stadtklinik ist auf Behandlungen an Enddarm und After spezialisiert, so auch bei chronischen Hautausschlag (Analekzem), Fisteln oder Afterfissuren. Oberarzt Daw stellt die Diagnose nach einer gründlichen ambulanten Untersuchung und findet individuell die geeignete Therapie. Am Ende des Vortrags nahm sich der Referent Zeit, um Fragen der Besucher zu beantworten.






