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Widerspruchsregelung zur Organspende: Ärzte für das Leben e.V. äußern Bedenken

22.06.201810:44 UhrGesundheit & Medizin
Bild: Widerspruchsregelung zur Organspende: Ärzte für das Leben e.V. äußern Bedenken
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(openPR) Als Reaktion auf die sinkende Zahl der Organspender in Deutschland werden Stimmen in der Politik und in der Ärzteschaft laut, zuletzt in einem Beschluss des 121. Deutschen Ärztetags am 10. Mai 2018, die eine Widerspruchslösung zur Organtransplantation befürworten. Das heißt, dass bei entsprechenden medizinischen und sonstigen Voraussetzung jeder potentiell als Organspender in Betracht kommt, der vorher nicht ausdrücklich widersprochen hat. Auch die Gesundheitsministerkonferenz der Länder teilte heute mit, sie sei „sich einig, dass es einer breiten Debatte darüber bedarf, ob eine Widerspruchslösung der richtige Weg wäre."

Ärzte für das Leben e.V. halten eine solche Regelung für äußerst bedenklich. Zum einen stellt sie eine frappierende Entmündigung des Bürgers da, die interessanterweise oft gerade von denjenigen gefordert wird, die sonst, etwa wenn es um den assistierten Suizid geht, das hohe Lied der Autonomie anstimmen. Zum anderen werden die diagnostischen Kriterien und sogar das ganze Konzept des Hirntods als gleichbedeutend mit dem Tod des ganzen Menschen durch neuere Erkenntnisse der Neurophysiologie und der Intensivmedizin immer mehr in Frage gestellt. Ein ausführliches Editorial im Zeitschrift der U.S. amerikanischen Bundesärztekammer JAMA von Robert Truog aus der Harvard Medical School hat Anfang Juni auf dieses Problem erneut differenziert hingewiesen.

„Der Rückgang der Organspende-Bereitschaft ist nicht nur, wie von der Deutschen Stiftung Organtransplantation behauptet wird, allein auf organisatorische Defizite in den entnehmenden Zentren zurückzuführen, sondern ist auch Zeichen einer tiefen Vertrauenskrise der Bevölkerung bezüglich des Hirntodkonzepts“, sagte Prof. Dr. Paul Cullen, erster Vorsitzender des Vereins „Ärzte für das Leben“.

„Die Skandale der letzten Jahre rund um die Zuteilung von Organen haben ihr Übriges getan. In dieser Situation sind Zwangsmaßnahmen ziemlich das Letzte, was man machen sollte, um das verlorene Vertrauen wieder zurück zu gewinnen. Vielmehr sollte man eher das gesamte Konzept des Hirntods einer kritischen Beleuchtung unterziehen. In der Zukunft könnte auch die Transplantation von genetisch modifizierten Tier-Organen oder auch Gewebezüchtung mittels dreidimensionalen Drucktechnologie den Bedarf an menschlichen Organen zu senken helfen“, ergänzte Cullen.

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