(openPR) In der Handwerkspraxis wird die betriebliche Ausbildung oft in die Hand ausbildender Fachkräfte gelegt, also Gesellen, die in Bezug auf Ausbildung bisher jedoch keinerlei Schulung erfahren haben.
Mit dem mehrstufigen Lehrgang „Azubi-Trainer“ entwickelte das Kompetenzzentrum für Ausbau und Fassade in Rutesheim (KomZet) daher eine praxisorientierte Qualifikation für ausbildende Fachkräfte. Interessierten Gesellen und Gesellinnen werden darin Handhabungen und Kenntnisse über die Ausbildung vermittelt. Sie werden in fachlicher und pädagogischer Hinsicht geschult und angeregt, die Azubis mit ihrer Begeisterung für ihr Handwerk „zu infizieren“ und somit die Basis für Berufsstolz und Erfolgserlebnisse zu schaffen und gleichzeitig Ausbildungsabbrüchen entgegen zu wirken.
Mit der Qualifizierungsmaßnahme Azubi-Trainer werden Gesellen ohne Ausbildungserfahrung in die Lage versetzt, nachhaltig und professionell Teile der Ausbildung eigenständig zu übernehmen und die Auszubildenden im Rahmen der betrieblichen Aufgaben anzuleiten und zu führen. Im Kurs werden methodisch-didaktische Kompetenzen vermittelt und Empathie für die Situation der jungen Auszubildenden entwickelt. Durch die zusätzlichen Aufgabenbereiche erfährt der Azubi-Trainer mehr Wertschätzung und Anerkennung, sein Ansehen im Betrieb steigt, was letztlich auch eine Verbesserung des Betriebsklimas bewirken kann.
Das KomZet hatte bereits im Herbst 2017 Ausbildungsmeister Gerhard Fischer und Stephan Bacher vom JOBSTARTER-Projekt Go2Bau beauftragt, im Rutesheimer Schulungszentrum der Stuckateure die Qualifizierung zum Azubi-Trainer durchzuführen.
Nach erfolgreichem Abschluss der Qualifizierung erhielten nun die Gesellen Roman Beutin, Marco Dworzak, Heiko Kopf und Bianca Weber (Betrieb Leibbrand, Schorndorf), Matthias Gliege und Thomas Wurst (Betrieb Keicher, Heilbronn), Tino Bierweiler (Betrieb Sauer, Epfenbach), Tobias Walz (Betrieb Körner, Sindelfingen) sowie Stephan Wolf (Betrieb Weber, Großbottwar) als Lohn für ihre Mühen die Zertifikate zum Azubi-Trainer überreicht. Seminarleiter Gerhard Fischer zeigte sich von den Leistungen der frisch zertifizierten Azubi-Trainer beeindruckt: „Es ist ein wunderbar befriedigendes Gefühl, wenn sich ausbildende Fachkräfte besser in die Situation der ihnen anvertrauten Auszubildenden hineinversetzen können und selbst an dieser Aufgabe von Kurs zu Kurs wachsen.“ Auch Stephan Bacher vom Fachverband zeigte sich sehr zufrieden: „Die Kursteilnehmer waren von Beginn an aufmerksam und mit großem Eifer dabei. Mir hat es richtig Freude bereitet, wie die Gesellen ihre Hausaufgaben erledigt haben und wie schnell schon jetzt Erfolge im betrieblichen Alltag erzielt werden konnten. Nun muss das Erlernte dauerhaft und nachhaltig im Betrieb verstetigt werden.“
Für eine Teilnahme am Lehrgang müssen folgende Kriterien erfüllt sein: Mitarbeit in einem Ausbildungsbetrieb, derzeitige oder künftige Übernahme von Führungsanteilen für Auszubildende, Freude am Umgang mit jungen Menschen und Auszubildenden. Die vom Kompetenzzentrum angebotenen Seminare gliedern sich in drei halbtägige Module „Einführung und Grundlagen“, „Handlungsorientiertes Anleiten, Unterweisen und Lernen“, „Vertiefung zu den Themen Ausbildung, Motivation und Führung“ sowie „Reflektion und Feedback mit dem anvertrauten Auszubildenden“. Die Module werden mit vierwöchigem Abstand, welche Übungsphasen im Betrieb enthalten, durchgeführt. Um den betrieblichen Erfordernissen gerecht zu werden, bietet das KomZet die Azubi-Trainer Ausbildungen zunehmend auch regional an. So werden die Schulungen auf einen Freitagnachmittag gelegt, so dass sich die Ausfallzeiten der Mitarbeiter in Grenzen halten und kaum Fahrtkosten entstehen.
Auch im kommenden Jahr wird es wieder Azubi-Trainer-Seminare sowie ein Auffrischungsseminar geben. Interessenten finden die neuen Seminare sowie das breit gefächerte Fort- und Weiterbildungsbildungsprogramm der Stuckateure auf https://www.stuck-verband.de/seminarangebot
Foto: © Stephan Bacher











