(openPR) Traditionell verfügen Handwerksmeister durch Ablegung ihrer Meisterprüfung über die Qualifikation um auszubilden. Allerdings werden die Meister in kleinen Betrieben durch eine stetige Zunahme von Aufgaben in ihrer Funktion als Unternehmer zeitlich immer mehr eingeschränkt. Die betriebliche Ausbildung wird somit verlagert und zunehmend in die Hand ausbildender Fachkräfte gelegt, also Gesellen, die jedoch selbst in Bezug auf Ausbildung noch keinerlei Schulung erfahren haben.
Mit dem mehrstufigen Lehrgang „Azubi-Trainer“ entwickelte das Kompetenzzentrum für Ausbau und Fassade in Rutesheim (KomZet) bereits 2007 eine praxisorientierte Qualifikation für die ausbildenden Fachkräfte. Interessierten Gesellen werden darin Handhabungen und Kenntnisse über die Ausbildung vermittelt. Sie werden in fachlicher und pädagogischer Hinsicht geschult und angeregt, die Azubis mit ihrer Begeisterung für das Stuckateur-Handwerk anzustecken und somit die Basis für Berufsstolz und Erfolgserlebnisse zu schaffen.
Mit der Qualifizierung Azubi-Trainer werden Gesellen aus dem Bereich ausbildender Fachkräfte mit wenig oder ohne Ausbildungserfahrung in die Lage versetzt, nachhaltig und qualifiziert Teile der Ausbildung eigenständig zu übernehmen und die Auszubildenden im Rahmen der betrieblichen Aufgaben an-zuleiten und zu führen. Dabei werden dem Azubi-Trainer methodisch-didaktische Kompetenzen vermittelt und Empathie für die Situation der jungen Auszubildenden entwickelt. Durch die zusätzlichen Aufgabenbereiche erfährt der Azubi-Trainer mehr Wertschätzung und Anerkennung, sein Ansehen im Betrieb steigt und führt zu einer Verbesserung des Betriebsklimas, was sich nicht zuletzt auch im Betriebsergebnis zeigen wird.
Anfang Dezember erhielten vier Stuckateur-Gesellen im Schulungszentrum der Stuckateure ihre Zertifikate als Azubi-Trainer. Seminarleiter Stephan Bacher zeigte sich von den Leistungen der Azubi-Trainer beeindruckt: „Es ist ein erhebendes Gefühl, wenn sich ausbildende Fachkräfte besser in die Situation der ihnen anvertrauten Auszubildenden hineinversetzen können und selbst an dieser Aufgabe von Kurs zu Kurs wachsen.“
Für eine Teilnahme am Lehrgang müssen folgende Kriterien erfüllt sein: Mitarbeit in einem Ausbildungsbetrieb, derzeitige oder künftige Übernahme von Führungsanteilen für Auszubildende, Freude am Umgang mit jungen Menschen und Auszubildenden. Die vom Kompetenzzentrum angebotenen Seminare gliedern sich in drei halbtägige Module „Einführung und Grundlagen“, „Handlungsorientiertes Anleiten, Unterweisen und Lernen“, „Vertiefung zu den Themen Ausbildung, Motivation und Führung“ sowie „Reflektion und Feedback mit dem anvertrauten Auszubildenden“. Die Module werden mit vier bis sechswöchigem Abstand durchgeführt. Um den betrieblichen Erfordernissen gerecht zu werden, bietet das KomZet die Azubi-Trainer Ausbildungen zunehmend regional an. So werden etwa im Bereich der Stuckateur-Innungen die Schulungen auf einen Freitagnachmittag gelegt, so dass sich die Ausfallzeiten der Mitarbeiter in Grenzen halten und kaum Fahrtkosten entstehen.













