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Angststörung

Bild: Angststörung

(openPR) 17 Millionen Menschen im deutschsprachigen Raum leiden regelmäßig an unbegründeten Ängsten, davon geht Borwin Bandelow, Präsident der Gesellschaft für Angstforschung, aus. Nach Depression und Alkoholismus sind Angststörungen die häufigste psychische Erkrankung. Über 500 Formen der Angst kennt die Psychologie. Frauen sind öfter betroffen als Männer.

Wingwave-Coaching leitet sich von der sogenannten EMDR-Methode ab und simuliert im Wachzustand die Augenbewegungen von REM-Phasen, die normalerweise im Traumschlaf ablaufen. Nicht verarbeitete Erinnerungen werden dadurch im Gehirn wieder verarbeitet.

ANGSTSTÖRUNG
Eigentlich sind Ängste ein Geschenk der Evolution. Gefahren zu erkennen und ihnen ausweichen zu können ist eine wichtige Errungenschaft der Menschheit. Die Angst ist eines der ältesten Gefühle der Welt. Sie entsteht in einem entwicklungsgeschichtlich frühen Kern des Gehirns, dem limbischen System. Dort alarmieren Signale der Sinnesorgane in Bruchteilen von Sekunden den sogenannten Mandelkern, die Amygdala. Sie gibt das Startsignal, regt andere Hirnbereiche an, den Körper mit Stresshormonen zu überschwemmen. Das löst den archaischen Flucht-oder- Kampf-Reflex aus: hoher Blutdruck und schneller Puls. Die Muskeln erreicht ein Energieschub. Schweißausbrüche machen die Haut glitschig, also schwer zu fassen. Das Denken ist weitgehend ausgeschaltet. Wer überleben will, muss blitzschnell reagieren. Das ist der ursprüngliche Sinn des Programms. Entscheidend, ob “nur” eine “normale” Angst vorliegt oder sich eine Angststörung entwickelt hat, ist die persönliche Handlungsfreiheit. Es ist z.B. ganz normal, vor einem bevorstehenden Staatsexamen oder einer Führerscheinprüfung Angst zu haben. Geht diese Angst aber so weit, dass man sich diesen Dingen nicht mehr stellen kann, in seinem Leben also nicht mehr das machen kann, wozu man eigentlich fähig ist, dann wird die Angst zu einer Angststörung. Das heißt: Man hat keine Wahlfreiheit mehr, die Zügel sind einem vollkommen aus der Hand genommen.

DER VERSTAND IST MACHTLOS
Angst ist eine Emotion, die den Verstand ausschaltet. Jemanden, der z.B. an Flugangst leidet, zu sagen, dass laut Statistik viel mehr Menschen im Straßenverkehr sterben als im Flugverkehr, wird bei ihm zwar ein verständiges Nicken auslösen, denn mit seiner Vernunft begreift er, dass seine Angst unbegründet ist. Dennoch in der konkreten Situation, wenn er also das nächste Mal ein Flugzeug besteigt, ist dieses kognitive Verständnis nicht mehr da, denn die Angst überlagert den Verstand.

AUSLÖSER
Eine Angststörung tritt nie „einfach so“ auf. Häufig finden sich die Auslöser schon in der Kindheit. Ein Vater verbringt z. B. mit seiner Tochter einen wunderschönen Tag im Zoo, sie bekommt ein Eis, fährt mit der Bimmelbahn, und ihre Erregung ist auf dem mittleren, also positiven Niveau. Dann zeigt der Vater dem Mädchen eine Vogelspinne im Terrarium, erklärt ihr, wo dieses Tier ursprünglich herkommt, macht sie auf positivem Wege mit dem Tier vertraut. Aus einer solchen Begegnung mit einer Spinne wird sich keine Spinnenphobie entwickeln. Das nennt man aktive „Ermutigung“ durch die Eltern. Sie wirkt nicht nur einer eventuellen Angst entgegen, sondern stärkt auch das Selbstbewusstsein des Kindes. Beobachtet das Mädchen aber die Mutter, die bei jedem Anblick einer Spinne wild kreischt, und dann zieht die Familie um, die Eltern sind im Stress, weil noch nicht alle Kartons ausgepackt sind, die neue Schule ist befremdlich, – wenn dann am Abend das Mädchen im Bett liegt und eine Spinne über den Fußboden läuft, kann sich daraus eine Spinnenphobie entwickeln. Die Ursache einer Angststörung besteht also zum einen aus dem Auslöser, zum anderen aus der Befindlichkeit, auf die der Auslöser trifft.

URSACHE?
Es ist nicht immer einfach, der Ursache der Angst auf die Spur zu kommen. Denn das Gehirn generalisiert auch. Ein Beispiel: In der Schule muss die ganze Klasse aufstehen und der Lehrer stellt Mathematikaufgaben. Die Kinder, die die Aufgabe lösen können, melden sich und wer dran genommen wird und die richtige Lösung parat hat, darf sich setzen. Das Kind, das länger stehen bleibt, gerät immer mehr unter Strom, ihm wird es peinlich und am Ende kann es gar nichts mehr sagen. Die anderen Kinder lachen es aus. Als das Kind erwachsen ist, fordert sein Chef es auf, einmal aufzustehen und das neue Projekt zu erklären. Alle sitzen und nur der Betroffene steht, – dann ist das wie damals bei dem Mathespiel in der Schule, es wird nun als ganz furchtbar empfunden, obwohl das Bewusstsein keinen Grund dafür findet. Denn der Chef ist nett, die Kollegen ebenso und das Projekt läuft gut. Auf diese Art haben Menschen Angst vor Dingen und verstehen gar nicht so richtig, warum.

METHODEN
Sehr wichtig ist es, zu seiner Angst zu stehen. Denn je mehr man sich gegen seine Angst wehrt, umso mehr führt sie ein Eigenleben. Das “darüber sprechen” mit anderen Menschen ist sehr wichtig, auch Tagebuchschreiben beruhigt. Ebenfalls eine gute Methode gegen Angst ist das Singen. Wenn ein Mensch singt, ist es seinem Gehirn unmöglich, Angst zu produzieren. Der Bereich in unserem Gehirn, der dafür zuständig ist, ist dann blockiert. Außerdem muss die Wahrnehmung des eigenen Selbst modifiziert werden: Der Fokus sollte nicht allein auf die Vermeidung des Angstgefühls gelegt werden, sondern auch darauf, was man stattdessen fühlen will, wie innere Sicherheit, ruhige Atmung, positive Gedanken. Man sollte sich auf die eigenen Fähigkeiten besinnen. Wichtig ist also das Erlernen eines positiven, ich-stärkenden, inneren und äußeren Dialogs.

WINGWAVE
Bei wingwave-Methode sucht man zunächst den eigentlichen Angstauslöser, zum Beispiel mit strukturellen Systemaufstellungen und mit dem Myostatiktest, der anhand der Muskelspannung zeigt, was mentalen Stress und was emotionale Sicherheit auslöst. Dann werden mit der Intervention „schnelle Augenbewegungen“ die alten negativen Emotionen, welche nicht mehr in das heutige Leben passen, schnell und – wie die Forschung zeigen konnte – nachhaltig neutralisiert. Dabei winkt der Coach mit schnellen Fingerbewegungen vor den Augen des Betroffenen, der mit dem Blick folgt. Diese Bewegung der Augen bewirkt, dass Erlebnisse eingeordnet und Emotionen abgemildert werden – entsprechend der REM-Phase im Traumschlaf.

ÜBUNG
Im Wingwave Coaching wird die Angst als eine Emotion begriffen, mit der umzugehen man einüben muss. Es gilt also zu lernen, den eigenen Zustand zu managen. Das Singen wurde als Werkzeug bereits genannt, außerdem schult man im wingwave-Coaching auch das Butterflyklopfen: Hierbei kreuzt der Betroffene die Hände vor der Brust und klopft sich abwechselnd auf die linke und die rechte Schulter. Nach einer halben Minute beginnt er tief durchzuatmen. Ebenso wie Singen und Angstfühlen nicht gleichzeitig stattfinden können, funktionieren auch tief Durchatmen und Angsthaben nicht parallel. Zudem kann man eine spezielle Wingwave-Musik hören. Der Rhythmus entspricht dem Ruhepuls des Herzens und geht zwischen linkem und rechtem Ohr hin und her. Dadurch werden die Hirnhälften dazu gebracht, auch über weit auseinander liegende Areale zusammenzuarbeiten. Das senkt das Erregungsniveau des Betroffenen.

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