openPR Recherche & Suche
Presseinformation

Beeinflussen Emoticons die Wahrnehmung von kritischen E-Mails?

Prof. Dr. Claus-Peter H. Ernst von der Frankfurt UAS. Quelle: Privat
Prof. Dr. Claus-Peter H. Ernst von der Frankfurt UAS. Quelle: Privat

(openPR) Studie der Frankfurt UAS untersucht computergestützte Textnachrichten im beruflichen Kontext

E-Mails ersetzen mittlerweile einen großen Teil der direkten Kommunikation unter Arbeitskolleginnen und -kollegen. Non-verbale Ausdrücke über Gestik und Mimik sind hier jedoch nicht möglich. Um dieses Problem zu überwinden, werden Emoticons genutzt: Zeichenfolgen, die menschliche Emotionen wie Freude, Kummer oder Ironie symbolisieren sollen – :-), :-( oder ;-). Doch welche verschiedenen Formen von Emoticons wirken sich auf das Verständnis der unterschiedlichen Ebenen von computergestützten Nachrichten aus? Die Studie „The Effects of Different Emoticons on the Perception of Emails in the Workplace“ untersucht, wie unterschiedliche Emoticons in E-Mails im beruflichen Kontext wahrgenommen werden. Es zeigt sich, dass positive Emoticons in E-Mails mit kritischem Inhalt negative Assoziationen auf der persönlichen Ebene abschwächen können, ohne den Inhalt und die letztliche Intention der Nachricht zu verändern. Die Studie wurde von Prof. Dr. Claus-Peter H. Ernst, Professor für Wirtschaftsinformatik und BWL der Frankfurt University of Applied Sciences (Frankfurt UAS), und Martin Huschens, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik und BWL der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, durchgeführt.



231 Teilnehmende versetzten sich bei der Studie in die Situation einer Praktikantin oder eines Praktikanten, die/der eine kritisierende E-Mail ihres/seines Vorgesetzten erhält. Drei Viertel der Teilnehmenden erhielt eine Nachricht mit jeweils einem Emoticon – :-), :-( oder ;-) –, die anderen erhielten den Text ohne ein solches Symbol. Anhand dieses Verfahrens wurden die persönliche Wahrnehmung und das inhaltliche Verständnis der Teilnehmenden ermittelt. „Glückliche und ironische Emoticons schwächen die negativen Assoziationen einer Nachricht auf den persönlichen Ebenen ab. So verändern sie zum einen die Wahrnehmung auf der Ebene der Selbstoffenbarung, also die Interpretation der Empfängerin oder des Empfängers bezüglich dessen, was die Absenderin oder der Absender in der E-Mail über sich selbst preisgibt, wie beispielsweise ihre oder seine gegenwärtigen Emotionen. Zum anderen findet auch eine Wahrnehmungsveränderung auf der Beziehungsebene statt, das heißt, auch die wahrgenommene Einstellung des Gegenübers zu einem selbst wird verändert. Gleichzeitig haben positive oder ironische Emoticons jedoch keine Auswirkung auf den eigentlichen Nachrichteninhalt und den Appell der Nachricht. Sie verhindern also nicht das Ziel der Kritik in beruflichen E-Mails, nämlich die Verbesserung der Arbeitsleistung“, erklärt Ernst.

„Zusammenfassend zeigen unsere Ergebnisse, dass positive oder ironische Emoticons in einer kritischen E-Mail im beruflichen Kontext dafür sorgen, dass die Empfängerinnen und Empfänger die geäußerte Kritik weniger persönlich nehmen. Gleichzeitig geht der Appell hinsichtlich der geforderten Verbesserung der Arbeitsleistung nicht verloren. Entgegen der weitläufigen Meinung, dass Emoticons in geschäftlichen E-Mails eher unprofessionell wirken, scheint im besonderen Kontext von kritischen E-Mails tatsächlich das Gegenteil der Fall zu sein: Positive und ironische Emoticons sorgen für eine professionellere Kommunikation, da geäußerte Kritik weniger persönlich aufgefasst wird“, so Ernst.

Negative Emoticons seien laut der Studie dagegen kein effektiver Weg, um das Verständnis einer kritisierenden Nachricht an die Empfängerin oder den Empfänger zu beeinflussen. „Traurige Emoticons spielen in kritischen E-Mails im beruflichen Kontext auf keiner Kommunikationsebene eine Rolle. Dies lässt sich dadurch erklären, dass E-Mails mit enthaltener Kritik für sich genommen bereits schlimm genug für die E-Mail-Empfangenden sind. Die eigentliche Aussage wird durch das traurige Emoticon nicht weiter verstärkt“, erklärt Ernst.

Die Untersuchung basiert auf dem Vier-Ohren-Modell von Friedemann Schulz von Thun (Sachebene, Beziehungsebene, Selbstoffenbarung, Appell) und ergänzt weitere wissenschaftliche Publikationen zu diesem Thema. Während vorherige Arbeiten wie zum Beispiel die Studie „Functions of the Nonverbal in CMC: Emoticons and Illocutionary Force“ (2010) von Eli Dresner und Susan C. Herring bereits zeigen, dass Emoticons die generelle Interpretation einer Nachricht formen können, ist die aktuelle Studie von Ernst und Huschens die erste Studie, welche den Einfluss von Emoticons auf die einzelnen Kommunikationsebenen untersucht.

Bei den 231 Studienteilnehmenden wurde das wissenschaftliche Verfahren der Vignettenstudie angewandt. Die Teilnehmenden erhalten dabei in der Regel die Aufgabe, sich in eine bestimmte Personengruppe und/oder in realitätsnahe Szenarien hinein zu versetzen, bei welchen einzelne Attribute variiert werden können.

Am 06. Januar 2018 wurde die Studie auf der Hawaii International Conference on System Sciences (HICSS), einer der international einflussreichsten wissenschaftlichen Konferenzen im Bereich der Wirtschaftsinformatik, präsentiert.

Prof. Dr. Claus-Peter H. Ernst ist Professor für Wirtschaftsinformatik und BWL an der Frankfurt University of Applied Sciences und vertritt dort insbesondere den Bereich E-Business. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören u. a. Technologie- und Mediennutzung sowie die digitale Transformation. Er ist Autor von über 30 wissenschaftlichen Schriften und regelmäßig als Referent auf internationalen Fachkonferenzen, in Hochschulen und in der Praxis tätig.

Ernst, Claus-Peter H./Huschens, Martin (2018): The Effects of Different Emoticons on the Perception of Emails in the Workplace, HICSS 2018 Proceedings.

Gerne steht Prof. Dr. Ernst für Interviews, Fragen und weitere Statements rund um das Thema Emoticons im beruflichen Kontext zur Verfügung.

Kontakt: Frankfurt University of Applied Sciences, Fachbereich 3: Wirtschaft und Recht, Prof. Dr. Claus-Peter H. Ernst, Telefon: +49 69 1533-2931, E-Mail: cernst@fb3 .fra-uas.de

Weitere Informationen zum Fachbereich Wirtschaft und Recht unter www.frankfurt-university.de/fb3.

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 990854
 743

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „Beeinflussen Emoticons die Wahrnehmung von kritischen E-Mails?“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von Frankfurt University of Applied Sciences

Zweiter Frankfurter Zukunftskongress: Die Zukunft dreifach denken: nachhaltig, digital und transformativ
Zweiter Frankfurter Zukunftskongress: Die Zukunft dreifach denken: nachhaltig, digital und transformativ
Zweiter Frankfurter Zukunftskongress findet am 11. Oktober 2022 an der Frankfurt UAS statt  Keynotes von Maja Göpel und Volker Mosbrugger geben wertvolle Denkanstöße für unser Handeln   Klimawandel, Digitalisierung und New Work sind die aktuellen Herausforderungen für ein nachhaltiges und werteorientiertes Miteinander. Wie die kulturelle Transformation dieser Zukunftsthemen mit einem gemeinsam ausgearbeiteten Ansatz gelingen kann, stellt der zweite Frankfurter Zukunftskongress heraus. Er findet am 11. Oktober 2022 an der Frankfurt Universi…
Mit dem autonomen Kleinbus von Dorf zu Dorf
Mit dem autonomen Kleinbus von Dorf zu Dorf
Frankfurt UAS und Hochschule Hannover entwickeln Konzept zum kombinierten Transport von Personen und Gütern im ländlichen Raum Im Hinblick auf bedarfsgerechte und zukunftsorientierte Verkehrskonzepte spielen die Themen Mobilität und Logistik im ländlichen Raum eine zentrale Rolle. Autonome Shuttles könnten hier neue Chancen bieten, um diese Gebiete für mehr Menschen als Wohnraum attraktiver zu gestalten – gleichzeitig muss jedoch die Wirtschaftlichkeit dessen gewährleistet werden. Im Rahmen des Forschungsprojekts „Kombinom“ wird eine Potenzi…

Das könnte Sie auch interessieren:

Bild: Mit der perfekten Flirt-Mail zum aufregenden flirt-fever-FlirtBild: Mit der perfekten Flirt-Mail zum aufregenden flirt-fever-Flirt
Mit der perfekten Flirt-Mail zum aufregenden flirt-fever-Flirt
… unterschiedliche Weise angesprochen werden. Dennoch gibt es prinzipielle Bestandteile bei Flirt-Mails, die häufiger zu aufregenden Flirts und tollen Dates führen. Trotz Smileys und Emoticons: Ironie und Witz in Flirt-Nachrichten zu verpacken, ist besonders zu Beginn eines Online-Flirts sehr schwierig. Singles sind besser damit beraten, längere Mails …
Neue Emojis präsentiert!
Neue Emojis präsentiert!
… ohne lange Sätze zu schreiben. Das Vokabular der Bildsprache wurde nun beträchtlich erweitert – mit immer neu hinzukommenden Smileys und Emoticons. Diese können umfassend eingesetzt werden: https://www.smileybedeutung.com/whatsapp-smileys-bedeutung/ Kurze und prägnante Kommunikation – mit Smileys und einem Augenzwinkern Die Zeiten, in denen jedes Gefühl …
Bild: E-Mail-Marketing wirklich verstehenBild: E-Mail-Marketing wirklich verstehen
E-Mail-Marketing wirklich verstehen
Zwei aktuelle Untersuchungen von Epsilon Interactive International zur E-Mail-Wahrnehmung unter Verbrauchern und zu Marketing-Programmen des Einzelhandels: „E-Mail und Spam: Einstellung und Verhalten von Verbrauchern” und „E-Mail-Kommunikation des Einzelhandels“ Düsseldorf / London, 07. November 2006 – Epsilon Interactive International veröffentlicht …
Bild: Muttertags-Special: Yasni vereinfacht die Aufsichtspflicht für Kinder im InternetBild: Muttertags-Special: Yasni vereinfacht die Aufsichtspflicht für Kinder im Internet
Muttertags-Special: Yasni vereinfacht die Aufsichtspflicht für Kinder im Internet
ise weitreichende Folgen für das Kind, denn das Netz vergisst bekanntlich nichts.“, erklärt Yasni-Geschäftsführer Rühl. Das kostenlose Muttertags-Special unter www.yasni.de/muttertag beinhaltet aktuell zusätzlich gratis die Exposé-Promotion, mit der sich die eigene Wahrnehmung im Netz aktiv positiv beeinflussen lässt.
Bild: Kundenstudie über den Umgang mit dem Medium E-Mail
Kundenstudie über den Umgang mit dem Medium E-Mail
… Ergebnisse Die Ergebnisse lassen sich auf folgende Punkte zusammenfassen: • Eigene E-Mails werden besser bewertet als fremde. • E-Mails stören die Konzentration bei der Arbeit und beeinflussen stark den beruflichen Alltag. • Für die Lektüre der E-Mails werden selten Auswahlkriterien angelegt, wohl aber beim Antworten. • Es werden kaum Folder zum Ablegen …
Sieben E-Mail Regeln für Unternehmen in Zeiten der Finanzkrise
Sieben E-Mail Regeln für Unternehmen in Zeiten der Finanzkrise
… Raum für seinen Text zu brauchen, dann muss ein eigenes Dokument angelegt und als Anhang zu der E-Mail verschickt werden. Wer aber öffnet schon Anhänge?! 3. Emoticons wie ;-) sind unerwünscht. Unerwünscht ist alles, was zweideutig, mehrdeutig oder irgendwie zwinkernd ist. Die Finanzkrise entfacht schon zahlreiche Gefühle, die konstruktive E-Mail ist …
Bild: Neuerscheinungen 2015Bild: Neuerscheinungen 2015
Neuerscheinungen 2015
… in seinem Buch „Mein Arzt bin ich!“ einen kritischen Blick auf Ärzte, Heilpraktiker und das Gesundheitswesen an sich. Anschaulich fuhrt er dem Leser die Tucken der Wahrnehmung vor Augen, um den Blick fur die Realität und die eigene Urteilsbildung zu schärfen. Und schon fällt es leicht, die Absurditäten der Datenerhebung aus der Arzneimittelforschung …
Mailprogramm jetzt kostenlos mit Ein-Klick-Übersetzung
Mailprogramm jetzt kostenlos mit Ein-Klick-Übersetzung
… Verfügung. IncrediMail dient dazu, besonders schön oder lustig gestaltete E-Mails an private Kontakte zu versenden. Das E-Mail-Programm enthält zu diesem Zweck viele Vorlagen: etwa Emoticons, 3D-Effekte, und sogar Klänge, die jeder in seine Mails einbauen kann. Dank dem integrierten Übersetzungsprogramm von Babylon müssen sich die Nutzer nun bei E-Mails …
Bild: Predictable - Mehrfach ausgezeichnete App für Menschen mit Sprachbehinderung in Deutsch erhältlichBild: Predictable - Mehrfach ausgezeichnete App für Menschen mit Sprachbehinderung in Deutsch erhältlich
Predictable - Mehrfach ausgezeichnete App für Menschen mit Sprachbehinderung in Deutsch erhältlich
… für normal sprechende Menschen gehören Lächeln, Lachen, Geräusche wie Husten, Räuspern, Pfeifen ebenfalls zur Kommunikation. Dies ermöglicht Predictable durch den Einsatz von hörbaren Emoticons. Damit steht der Bedienerfreundlichkeit und Praktikabilität im Alltag nichts mehr im Weg. Die App erscheint vorerst für das IPad, IPhone und IPod touch werden …
Bild: SmartPix 2.0: Wenn E-Mails das Lachen lernen
SmartPix 2.0: Wenn E-Mails das Lachen lernen
… sich der Verfasser dies gedacht hat. Witzige Bemerkungen klingen auf einmal verletzend - und vorsichtige Kritiken viel zu grimmig, weil vielleicht ein verbales Augenzwinkern fehlt. 4.000 Emoticons und Cliparts SmartPix 2.0 würzt die eigenen E-Mails per Mausklick mit Emotionen auf Abruf. Das kleine Programm bringt zu diesem Zweck bereits über 4.000 so …
Sie lesen gerade: Beeinflussen Emoticons die Wahrnehmung von kritischen E-Mails?