(openPR) Kommt Ihr Team bei gutem Wetter gut in den Hafen? Was ist bei Gegenwind, Sturm, Nebel?
Lösungen, oder warum wir ab und an gerne miteinander umgehen, als sein wir triviale Maschinen?
Manche Unternehmen verabschieden eine neues „Leitbild, bzw. Leitkultur“ und veröffentlichen es einfach so, zum Beispiel während einer Betriebsversammlung. Nachdem diese Veröffentlichung nicht zu gewünschten Resultaten führt, gibt es eine „neue“ Lösung: Hochglanzdruck des Leitbildes und nochmalige Erklärung bei Abteilungsmeetings.
Nehmen Sie als Beispiel eine Unternehmensstrategie im Bereich Vertrieb. Der indirekte Vertrieb über Fachhandelspartner, bzw. strategische Partner war einmal sehr erfolgreich gewesen. Nun sind die Umsätze rückläufig. Andere Mitbewerber holen auf. Die „neue“ Lösung:: Wir brauchen bessere Partner und Mitarbeiter, die diese Kanäle motivieren.
Bei Veränderungswünschen und Zielen ist immer daran zu denken: Welche Auswirkungen, oder Nebenwirkungen wird es (Ziel, Prozess) haben? & Was soll so bleiben wie es ist? Der zweite Aspekt wird häufig übersehen. Auch die Tatsache, dass Hypothesen zur Problembeschreibung gesucht werden, jedoch diese nicht weiter hinterfragt werden.
Eigentlich wissen wir alle, dass Menschen und natürlich auch Menschen in Organisationen individuell sind. Oft passiert es dann doch, dass wir nach dem Gießkannenprinzip glauben, wenn ich einmal „x“ machte und „y“ rauskommt, dann passiert das immer, überall und jederzeit wieder. Ist es nicht so, reagieren wir manchmal enttäuscht, oder vielleicht genervt mit mehr Energie und Einsatz von “x“ um wieder zu „y“ zu kommen. Meistens wieder ohne den gewünschten Erfolg.
Heinz von Foerster unterscheidet triviale und nicht triviale Maschinen. Eine triviale Maschine ist eine die auf einen definierten Input (x) einen definierten Output (y) liefert. Dies geschieht über die Funktion der Transformation (f). Dies funktioniert immer so. Wenn es einen Fehler in der Funktion gibt, wird die triviale Maschine repariert. Triviale Maschinen haben Eigenschaften wie Transparenz, Berechenbarkeit und Vorhersagbarkeit des Ergebnisses. Deshalb mögen wir triviale Maschinen auch sehr gerne. Wir erwarten von einem Auto, dass es anspringt, wenn der Schlüssel gedreht wird, die Kaffeemaschine soll nach bestimmten Regeln gut schmeckenden Kaffee produzieren.
Nun kann ich bewusst, oder auch unbewusst auf die Idee kommen, dass ich Menschen, Teams, Unternehmen, soziale und politische Systems auch als triviale Maschinen betrachte. Oder einfach etwas aus Gewohnheit wiederhole, weil es mal gut funktionierte. Nehmen Sie als Beispiel eine Verkaufsstrategie, die bei einem Kunden zu einem Zeitpunkt wunderbar funktionierte. Oder die Art von Führung, die ein Teamleiter in einem kleinen Team anwendete und die, die Mitarbeiter als passend und fördernd empfunden haben.
Da liegt der Gedanke ganz nahe, eben diese Strategie auch für andere Situationen und Menschen anzuwenden. Einfach wiederholen, was irgendwo und irgendwann gut klappte. Das ist eine brauchbare und natürliche Strategie. Und prima, wenn es funktioniert.
Nun zeigt sich bei der Verkaufsstrategie, dass diese bei anderen Kunden nicht angenommen wird.
Der Teamleiter wird Leiter einer großen Abteilung und es zeigt sich, dass dieselbe Art und Weise der Führung an der Stelle nicht funktioniert.
Wenn exakt die gleichen Bedingungen vorliegen, sollte dieselbe Strategie auch funktionieren. Unsere Handlungen führen dann in einem Kontext, gleich angewendet, zu gleichen oder sehr vergleichbaren Ergebnissen. In diesem Kontext und Situation wäre damit die Wirkung unserer Handlungen berechenbar und damit auch steuerbar. Dies ist einfaches Modell von linearem Ursache- und Wirkungsdenken. Und eine Komplexitätsreduzierung.
Wenn es nicht so funktioniert, wie erwartet, dann lässt sich oft bei uns Menschen beobachten, dass automatisch Handlung „x“ wiederholt wird, mit mehr Intensität und Energie. Mehr vom Gleichen, sozusagen. Das führt dann oft auch wieder zu einem nicht gewünschten, erwarteten Ergebnis. Das kann dann zu Enttäuschung, Ärger, Wut, oder Selbstzweifeln führen.
Interessant ist der Gedanke, spätestens, wenn es nicht so klappt wie erwartet, genau zu schauen, was ist. Die Welt und die Zusammenhänge, besonders in Beziehungen, sind meist um einiges komplexer, dynamischer und miteinander rückkoppelnd, als linear kausal verbunden.
„Nicht triviale Maschinen“ haben einen inneren Zustand „z“ .Dieser innere Zustand „z“ ist rekursiv auf sich bezogen. Die innere Struktur „z“ ändert sich in Abhängigkeit vom eigenen Zustand und dem Umweltreiz (x). Beides wirkt auf die Funktion „f“, die den Output „y“ ergibt. Nicht triviale Maschinen sind vergangenheitsbezogen (Erfahrungen), analytisch nicht bestimmbar und nicht voraussagbar.
Menschen sind „nicht triviale Maschinen, bzw. Lebewesen“, die denken und fühlen. Menschen können Antworten gleich welcher Art auch immer geben und sich in jedem Augenblick ihres Lebens neu für bestimmte Antworten und Reaktionen entscheiden. Menschen tun immer das, was in einem bestimmten Augenblick am meisten Sinn für sie macht. Menschen leben in einer sich ständig schneller veränderten Umwelt und entwickeln sich weiter.
Was bedeutet dies nun in Bezug auf Kommunikation und Management? Der äußere Rahmen, innere Werte, Motive, Überzeugungen, die emotionelle und körperliche Verfassung meines Gesprächspartners, bzw. der Gesprächspartner sowie der Kontext bestimmen mit, ob und welche Bedeutung meinem Input „x“ gegeben wird.
Was wäre, wenn es uns gelänge, Menschen und Ihre Umgebung als „nicht triviale Maschinen, bzw. Lebewesen“ zu betrachten und wahrzunehmen? Wenn wir davon ausgehen, dass besonders in komplexen Beziehungen und Strukturen, es eher unwahrscheinlich ist, immer mit Handlung „x“ zu „y“ zu kommen. Klappt es doch, sollte die Freude darüber auch groß sein dürfen.
Den ethischen Imperativ von Heinz von Foerster sagt aus: „Handle stets so, dass die Anzahl der Möglichkeiten wächst.“ Aus meiner Sicht gilt dies für Vertrieb, Management und insbesondere für alles andere, als eine wunderbare Maxime.
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